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Sustainability-Gastkolumne, Folge 6 Nachhaltigkeit fängt schon weit vor dem Einkauf an

Ein Gastbeitrag von Petra-Maria Grohs* 2 min Lesedauer

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Kennen Sie die Abkürzung „nimby“? Sie steht für „not in my backyard“, frei übersetzt „bitte nicht bei mir“. Das kam mir neulich in den Sinn, als die Medien über Proteste beim Ausbau der Tesla-Fabrik in Grünheide berichteten. In Deutschland verkaufen sich Tesla wie geschnitten Brot, aber die Konsequenzen, die die Produktion mit sich bringt, sollen doch bitte Länder fernab von uns tragen. Wahrscheinlich erzähle ich Ihnen nichts Neues, wenn ich jetzt sage: So funktioniert Nachhaltigkeit nicht.

In der sechsten Folge unserer Nachhaltigkeits-Gastkolumne widmet sich Petra-Maria Grohs von Hitachi Vantara dem Thema Zertifikate und Labels, die als Orientierungshilfen bei der IT-Beschaffung dienen sollen.(Bild:  ©leventalbas, Getty Images via Getty Images)
In der sechsten Folge unserer Nachhaltigkeits-Gastkolumne widmet sich Petra-Maria Grohs von Hitachi Vantara dem Thema Zertifikate und Labels, die als Orientierungshilfen bei der IT-Beschaffung dienen sollen.
(Bild: ©leventalbas, Getty Images via Getty Images)

Ein ähnliches Denken lässt sich aber auch bei der Beschaffung im IT-Bereich beobachten. Deutschland hat sich mit wenigen Ausnahmen schon lange aus der Produktion von Hardware verabschiedet. Geräte kommen heute aus China, den USA oder Japan, Komponenten vor allem aus Chipfabriken in Südostasien. Bevor ein Server im Rechenzentrum aufgestellt wird, haben seine Bestandteile also schon einiges von der Welt gesehen.

Es sind viele Facetten im komplexen Zusammenspiel dafür verantwortlich, welche Auswirkungen ein Gerät auf unsere Umwelt hat, angefangen bei den benötigten Ressourcen für die Produktion und den Transport über die sozialen Folgen des Förderns von Rohstoffen oder die Arbeitsbedingungen im Herstellungsland (CSR) bis hin zum Betrieb, der Reparaturfähigkeit und Weiterverwendung oder Entsorgung am Ende des Lifecycles.

Natürlich kann niemand von einem Unternehmen verlangen, all diese Fragen vor einer Investition zu beantworten, daher gibt es auf der einen Seite Vorschriften und Regularien und auf der anderen Seite Zertifikate, mit denen Hersteller ihre Umweltverträglichkeit belegen können. Jeder kennt als Konsument wahrscheinlich den Blauen Engel oder das Energy-Star-Label für besonders stromsparende elektronische Geräte. Bei Haushaltsgeräten, Leuchtmitteln und sogar Gebäuden hilft die Einstufung in eine Energieeffizienzklasse potentiellen Käufern, die Folgekosten abzuschätzen. Ähnlich ist dies im Unternehmenskontext; hier existieren zahlreiche weitere Zertifikate und Labels, die Unternehmen bei der Anschaffung von IT beachten können.

Hier einige Beispiele:

  • EPEAT (Electronic Product Environmental Assessment Tool) deckt eine breite Palette von Umweltkriterien ab und gilt für eine Vielzahl von Produkten wie Computer, Monitore, Drucker und andere elektronische Geräte.
  • TCO Certified setzt für die IT-Industrie strenge Kriterien für Umweltverträglichkeit und soziale Verantwortung. Es umfasst nicht nur die Energieeffizienz und die Reduktion schädlicher Substanzen, sondern berücksichtigt auch die Arbeitsbedingungen in der Herstellung.
  • ISO 14001: Obwohl die ISO keine spezifische Produktzertifizierung ist, zeigt eine Zertifizierung, dass ein Hersteller ein effektives Umweltmanagementsystem implementiert hat. Damit können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Wertschöpfungskette Umweltstandards erfüllt.
  • Die Responsible Business Alliance (RBA) ist die weltweit größte Industriekoalition, die sich für die soziale Verantwortung von Unternehmen in globalen Lieferketten einsetzt. Mitglieder sind unter anderen Apple Inc., BMW Group, Brother Industries Ltd., IBM Corporation, Microsoft, Tesla Inc. und Hitachi Vantara.
  • RoHS (Restriction of Hazardous Substances): eine Richtlinie der Europäischen Union, die die Verwendung bestimmter gefährlicher Materialien in elektrischen und elektronischen Geräten beschränkt.

Petra-Maria Grohs, Geschäftsführerin Hitachi Vantara Deutschland.(Bild:  Hitachi Vantara)
Petra-Maria Grohs, Geschäftsführerin Hitachi Vantara Deutschland.
(Bild: Hitachi Vantara)

Natürlich erhebt die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es gibt darüber hinaus zahlreiche Initiativen und Organisationen, die in diesem Bereich aktiv sind. Es lohnt sich, einfach bei den nächsten Verhandlungen nachzufragen, welche Nachhaltigkeitsziele ein Anbieter verfolgt und wie diese getrackt werden. Mit verantwortungsbewussten Kaufentscheidungen können Unternehmen den ökologischen Fußabdruck ihrer IT-Produkte minimieren.

Nach dem Schreiben gönne ich mir jetzt einen Kaffee. Natürlich Fairtrade!

* Die Autorin: Petra-Maria Grohs, Geschäftsführerin Hitachi Vantara Deutschland.

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