Auch an Netapp geht der KI-Sog nicht vorbei. Anlässlich der Insight im Herbst stellte der Hersteller Portfolioerweiterungen vor, die schwerpunktmäßig dieses Thema adressierten.
KI-Modelle und -Anwendungen sind im Unternehmensumfeld schon jetzt nicht mehr wegzudenken. Netapp erweitert entsprechend sein Portfolio um KI-fähige Storage-Infrastruktur – Security-Maßnahmen inklusive.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
„Wir sprechen mit unseren neuen AI-Produkten Kunden an, die normale Workloads auf KI-befähigter Storage-Infrastruktur weitgehend automatisiert bereitstellen möchten, um ihre Geschäftsprozesse zu unterstützen“, beschreibt Marc Kleff, Director Solutions Engineering für den deutschsprachigen Raum bei Netapp, das wichtigste der neuen Produkte, die Netapp auf der Insight Mitte Oktober in Las Vegas vorgestellt hat.
Die neuen AI-fokussierten Produkte sollen dafür sorgen, dass weniger KI-Projekte an Datenmängeln scheitern. IDC spricht laut Netapp von 80 bis 85 Prozent, Gartner nennt 60 Prozent.
Weitere Themen neben AI sind die Modernisierung der Daten-Infrastruktur, Cyber-Resilienz und die weitere Vereinfachung der Cloud-Transformation in den Unternehmen.
Maßgeschneidert für KI: Netapp AFX AI
Marc Kleff, Director Solutions Engineering für den deutschsprachigen Raum bei Netapp: „Wir bieten mit Netapp AFX AI Anwendern alle Funktionen von Ontap, aber auch die Leistungen, die für AI nötig sind.“
(Bild: Rüdiger)
Wichtigste Ankündigung wohl nicht nur aus Kleffs Sicht ist das Netapp-AFX-AI-Portfolio. Es kann bereits bestellt, aber erst im kommenden Jahr geliefert werden.
Die Produkte sind auf die speziellen Anforderungen, die AI an Storage stellt, zugeschnitten. Daten-Infrastrukturprodukte müssen sehr skalierbar und hochleistungsfähig sein. Weitere Anforderungen sind Hochverfügbarkeit, Stabilität und sichere Mandantenfähigkeit. Zudem müssen entsprechende Storage-Systeme mit sensitiven Daten rechtskonform umgehen können. Denn gerade sie fließen oft in KI-Analysen ein.
Legacy-Storage und Start-ups könnten das nur zum Teil. Kleff: „Legacy-Storage leistet zu wenig, ist zu wenig flexibel und skalierbar. Die Systeme von Start-ups benutzen meist fremde Protokolle, sind nicht sicher genug und beherrschen Multi-Tenancy nicht so, wie es nötig wäre.“ Daher sei beides nicht optimal für KI-Workloads.
Disaggregation sorgt für Flexibilität
Die neuen AFX-Produkte wurden speziell für AI entwickelt. Die disaggregierten Storage-Systeme werden durch die Netapp AI Data Engine (AIDE) ergänzt. Letztere ist eine mit Nvidia-GPUs ausgerüstete Maschine für die Metadaten-Analyse. Das System skaliert bis in den Exabyte-Bereich und lässt sich in kleinen Schritten erweitern – sowohl auf der Storage- als auch auf der Compute-Seite unabhängig voneinander.
Die Lösung skaliert bis 128 Knoten und bis mehr als ein Exabyte. Sie ist für Nvidia SuperPod zertifiziert und besteht aus drei Komponenten. Im Zentrum steht der AFX 1K Storage Controller. Die Speicherkapazität stellt die auf TLC- und QLC-SSDs basierende NX224 Storage Enclosure bereit.
AIDE hilft Dateningenieuren
AIDE nimmt Dateningenieuren das Kopieren von Daten ab und sorgt für Rechtskonformität.
(Bild: Netapp)
Auf dem Nvidia-basierten DX50 Data Compute Node läuft eine Metadaten-Engine. Dazu kommen weitere Dienste, die ebenfalls AIDE bereitstellt. Alle Produkte nutzen selbst das Netapp-Betriebssystem Ontap samt allen Funktionen. Die Geräte sind zu allen anderen Ontap-Systemen kompatibel.
AIDE bringt eine Reihe Funktionen mit, die es Dateningenieuren ersparen sollen, den größten Teil ihrer Arbeitszeit mit dem Zusammensuchen und Kopieren von Daten zu verbringen: Das System findet die benötigten Daten über seine Metadaten-Engine.
Die Daten werden mit einer Synchronisierungsfunktion in regelbasieren Abständen abgeglichen, so dass sie immer aktuell sind. Data-Guardrails sorgen für Sicherheit und rechtskonforme Verwaltung der Daten. Damit lässt sich beispielsweise definieren, welche Dateningenieure auf welche Datenbestände Zugriff erhalten dürfen. Die Funktion Data Curator übernimmt notwendige Transformationsaufgaben.
Shift-Toolkit spart Zeit bei der VM-Migration
Mit dem Shift-Toolkit sinkt der Zeitbedarf für VM-Migrationen auf einen Bruchteil.
(Bild: Netapp)
Beim Thema Infrastrukturmodernisierung setzt Netapp vor allem auf erleichterte Migration von VMs. Denn laut von Netapp zitierten Quellen wollen nach der Übernahme von VMware durch Broadcom 37 Prozent der Anwender zu einem anderen Hypervisor migrieren. Die normalen Kosten für die Migration einer virtuellen Maschine gibt Netapp zwischen 300 und 3.000 Euro an. Außerdem ist der Zeitbedarf für solche Verschiebungen groß.
Netapp hat kurzerhand das bereits vor acht Jahren auf den Markt gebrachte Toolkit „Shift“ aus der Ecke geholt und aufpoliert. Es kann jetzt zwischen VMware und Hyper-V in beiden Richtungen migrieren und VMs in QCOW2-KVM-Varianten transformieren.
Laut Kleff sparen Anwender dadurch massiv Geld und vor allem Zeit. So soll die Migration einer VM bei einem Netapp-Kunden von vier Tagen auf wenige Minuten verkürzt worden sein.
BlueX heißt jetzt „Ransomware Resilience“
Besonders wichtig ist schon länger das Thema Cyber-Resilienz. Das frühere BlueXP wurde in „Netapp Ransomware Resilience“ umbenannt. Das Tool kann auf Ontap-Workloads zielende Ransomware-Angriffe in Echtzeit entdecken, die Workloads davor schützen und sehr schnell auf Attacken reagieren. Außerdem ermöglicht die Software eine Malware-freie Recovery.
Stand: 08.12.2025
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Neu hinzugekommen ist die Data Breach Detection. Sie benachrichtigt bei Verdachtsfällen Nutzer und das Siem, liefert Forensik-Daten und blockt verdächtige Nutzer. Außerdem entdeckt die Funktion Versuche, Daten zu verschlüsseln oder massenweise zu löschen. Für die Zukunft ist auch eine isolierte Umgebung für die Recovery vorgesehen.
Angeblich findet die Software vorhandene Malware zu 100 Prozent. Falsch positive Detektionen kommen in ein Prozent der Fälle vor. Kleff: „Damit rangieren wir weit vor anderen Anbietern ähnlicher Systeme.“
Flexcache auf alle Hypervisoren erweitert
Flexcache unterstützt jetzt alle Hypervisoren und On-Prem-Storage.
(Bild: Netapp)
Schließlich wurde die Flexcache-Funktion über alle großen Hypervisor-Plattformen ausgedehnt. Nun können alle Daten On-Prem, bei Kolokateuren oder auf einer der Hypervisor-Clouds in einem Namensraum zusammengefasst werden und von jedem Arbeitplatz aus angesprochen werden.
Die nötigen Daten bleiben im Original, wo sie sind, und werden zwecks der Analyse lediglich in den Cache geschrieben. Damit werden viele teure Datentransfers unnötig.
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