Schon vor einigen Monaten hatte Netapp seine Pläne zur Aktualisierung von Produkten und Produktpaletten bekanntgegeben. Nun folgten Taten. In München erhielten Journalisten einen vertieften Einblick in die Neuerungen.
Netapp hat neue und verbesserte Lösungen vorgestellt, die Unternehmen helfen sollen, der wachsenden Datenmassen Herr zu werden.
(Bild: Gorodenkoff - stock.adobe.com)
Netapp trotzt der allgegenwärtigen Datenflut bei seinen Kunden durch eine Fülle neuer und verbesserter Lösungen, die nun allgemein verfügbar sind. IDC prognostiziert, dass im Jahr 2027 9,2 PByteDaten pro Sekunde entweder generiert oder bewegt werden sollen – 2022 waren es ebenfalls laut IDC noch 3,4 PByte pro Sekunde.
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Diese Megazahlen lassen sich freilich etwas entzaubern, wenn man nachfragt, wie viel Prozent denn tatsächlich neue Daten sind – das trifft nämlich nur auf etwa 28 Prozent zu. Dadurch schrumpft der Berg der Daten, für die tatsächlich neuer Speicherraum geschaffen werden muss, zu etwas über 2 PByte. Aber auch das ist immer noch genug, um viele Unternehmen in hektische Überlegungen zu erforderlichen Speicherinvestitionen zu versetzen.
AI treibt Datenvolumen
Treiber der Datenflut ist zunehmend die Industrie. Sie wird zukünftig die Masse der Daten mit IoT und ähnlichen Technologien erzeugen. Wichtigster Treiber auf Anwendungsseite sind AI, Generative AI und Datenanalyse – denn ohne ausreichend Daten gibt es nichts zu analysieren.
Zwar soll die Cloud laut IDC bis 2025 55 Prozent der Daten speichern. Doch das bedeutet: Noch immer bleiben 45 Prozent der wachsenden Datenmassen On-Premises und müssen dort verwaltet werden.
Auf AI-Einsatz optimierte Infrastruktur
Netapp begegnet dem mit seiner auf AI-Umgebungen optimierten Intelligent Data Infrastructure, die sich aus den Komponenten freie Platzierung aller Datenarten, aktives Datenmanagement und situationsangepasster Betrieb zusammensetzt. Nichts weniger als „die Basis für AI“ will man mit seinen Storage-Produkten sein.
Im Mai wurde deren Portfolio durch verschiedene Neuerungen erweitert. Das gilt insbesondere für die AFF-Modelle A70 (Ablösung für A400), A90 (ersetzt A700) und A1K (ersetzt A900). Den Bruch in der Namenskonvention kann auch Marc Kleff, Director Solutions Engineering bei Netapp, nicht erklären.
Hohe Leistungssteigerungen
Wohl aber, dass die A70 gegenüber dem Vorläufer die Leistung verdoppelt, die A90 immerhin 60 Prozent und die A1K 40 Prozent schneller ist. Dass die A1K als Topmodell mit der geringsten prozentualen Leistungssteigerung daherkommt, erklärt Kleff so: „Die A900 war das aktuellste der Vorläufersysteme. Sie hatte bessere Leistungsdaten als die beiden anderen jetzt ersetzten Maschinen.“
Außerdem sind in diesem System Controller und Shelves für die NVMe-Festplatten getrennt voneinander und können also unabhängig voneinander aktualisiert werden. Bei Problemen ermöglichen zwei geclusterte Systeme den Austausch eines Controllers ohne Betriebsunterbrechung. Der Prozessor hat mehr als 100 Kerne.
Viele Verbesserungen bedeuten den Unterschied
Die Leistungssteigerungen kämen, so Kleff, durch ein verbessertes und breiteres Bussystem, neuere RAMs und andere Prozessoren zustande. Wobei für jede Variante im Detail andere Daten gelten. Mit den Systemen lassen sich Ende-zu-Ende-NVMe-Systeme aufbauen.
Besonderen Wert legt Netapp auf die hohe Sicherheit, die seine Speicherlösungen bieten. Hardware-Sicherheit soll ein integriertes Trusted Platform Module (TPM) garantieren. Es schützt das ebenfalls im Gerät befindliche Schlüsselmanagement. Damit, so Kleff, erfülle Netapp selbst die strengsten US-Behörden- und Militärstandards.
Sicherheitsfunktionen werden auf Spezialchips ausgelagert
Ebenfalls auf einem Spezialchip liegt Intel-QAT-Kompressionstechnik, was zur Beschleunigung beiträgt. Ende 2024 sollen auch TLS- und VPN-Funktionen von einem Spezialprozessor abgewickelt werden, so dass sich der Storage-Prozessor noch besser auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren kann.
Cluster-Verbindungen zwischen zwei Storage-Knoten wurden auf 400G beschleunigt. Werden die Geräte in SANs eingebaut, unterstützt Netapp jetzt 64- oder 128-Gbit/s-FC. Außerdem werden PCIe Gen5 mit vierfachem Durchsatz und DDR-5-Memory mit doppelter Taktrate und 50 Prozent mehr Durchsatz bei großen Datentransfers verwendet.
Auch der Umweltschutz soll profitieren: Die Titanium-Stromversorgung hat eine Effizienz von 95 Prozent. Insgesamt reklamiert Netapp bis zu halbierte Kosten pro IOPS.
Das Betriebssystem Ontap kam wie angekündigt in Version 9.15.1 heraus. Neu umgesetzt wurde die Aktiv-Aktiv-Spiegelung zwischen zwei LUNS; die LUNs können auch räumlich voneinander entfernt sein, solange die Latenz stimmt. Besonderen Wert legte Netapp hier auf einfache Bedienbarkeit.
Stand: 08.12.2025
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Eine wichtige Neuerung ist der automatisierte Ransomware-Schutz, der zur allgemeinen Verfügbarkeit der Funktion nochmals verbessert wurde und nun kostenlos erhältlich ist. Früher handelte es sich um eine kostenpflichtige Option.
Aktualisierte Algos von Netapp im Vier-Wochen-Rhythmus
Laut Kleff liegt die Genauigkeit jetzt bei über 99 Prozent. Außerdem liefert Netapp seinen Kunden jetzt alle drei bis vier Wochen aktualisierte, vorangelernte KI-Algorithmen zur Erkennung von Ransomware. Auch diese Updates sind kostenlos. Bislang mussten die Kunden die Algorithmen selbst anlernen. Mit welchen Daten die Software für die Lernvorgänge von Netapp gefüttert wird, war Kleff nicht bekannt.
Mehr Funktionen unter BlueXP
Gerade die Ransomware-Abwehr per KI erfreue sich gewaltiger Beliebtheit. Kleff: „Das ist die von allen jemals am schnellsten adaptierte neue Funktion.“ Sie integriert sich sowohl in übergreifende SIEM-Lösungen als auch in Netapps Datenmanagement-Oberfläche BlueXP.
Die erlaubt mit der Funktion Data Sense jetzt auch die automatisierte Klassifikation von Daten, beispielsweise Namen, Kreditkartennummern et cetera. Solche Daten dürfen, da personenbezogen, beispielsweise nicht zum KI-Training verwendet werden. Auch diese Funktion ist auf Netapp-Systemen kostenlos.
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Erweiterte Kooperation: Nvidia, Netapp, Lenovo
Zur KI-Orientierung passt auch Netapps vertiefte Kooperation mit Nvidia. Auf Nvidias diesjähriger Anwenderkonferenz GTC war Netapp als einziger Storage-Hersteller mit seinen AIPods mit dem DGX100-Prozessor direkt eingebunden. „Nvidias erweiterter Nemo-Service passt sehr gut zu Netapps überall verfügbarem Datenmanagement“, meint Kleff. Nemo ist eine Technologie, mit der sich kundenspezifische generative KI-Algorithmen erstellen lassen.
Zu Netapp und Nvidia ist jetzt Lenovo als Dritter im Bunde gestoßen. Gemeinsam wollen die drei Unternehmen kundenspezifische KI-Systeme bauen. Naheliegenderweise steuert dabei Lenovo die Rechenleistung, Netapp die Storage und Nvidia die Spezialprozessoren bei.
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