Neue Storage-Produkte, neue Märkte

Netapp und Lenovo ziehen künftig an einem Strang

| Redakteur: Tina Billo

Mit der jetzt geschlossenen strategischen Partnerschaft, gemeinsam entwickelten hybriden und All-Flash-Storage-Produkten sowie dem Joint Venture in China wollen Lenovo und Netapp den Mitbewerbern Dell EMC und HPE Marktanteile abringen.
Mit der jetzt geschlossenen strategischen Partnerschaft, gemeinsam entwickelten hybriden und All-Flash-Storage-Produkten sowie dem Joint Venture in China wollen Lenovo und Netapp den Mitbewerbern Dell EMC und HPE Marktanteile abringen. (Bild: Lenovo)

Die auf Lenovos Konferenz Transform 2.0 angekündigte strategische Partnerschaft mit Netapp könnte sich als lohnendes Geschäft für beide Seiten erweisen. Der nach eigener Aussage derzeit am schnellsten wachsende Serverhersteller nimmt damit erneuten Anlauf auf den Speichermarkt. Im Gegenzug dazu, eröffnet er Netapp durch die Gründung eines gemeinsamen Joint-Venture-Unternehmens den Zugang zum chinesischen Markt.

Dass Lenovo seine Ambitionen, sich in die Riege der führenden Anbieter von Speicherprodukten für den Einsatz in Rechenzentren einzureihen, nicht ad acta gelegt hat, zeigt das jetzt mit Netapp geschlossene Abkommen. Zuvor erfolgte Versuche, darunter die mit EMC, Nimble Storage oder Simplivity eingegangenen Partnerschaften, scheiterten allesamt aufgrund des Aufkaufs der Unternehmen seitens Dell und HPE.

Obwohl das Unternehmen eine Reihe an SAN-, DAS- und Tape-Speichern im Programm führt, ist es nach wie vor kein großer Player in Storage-Markt und kann sich bislang nicht mit den One-Stop-Hardware- und Speicherherstellern Dell EMC und HPE messen.

Auch für Netapp ist der Schritt, mit Lenovo gemeinsame Sache zu machen, seit dem vor einigen Jahren zu Ende gegangenen letzten großen OEM-Deal mit IBM, einer nach vorne. Denn die Partnerschaft eröffnet dem Unternehmen den Zugang zu Lenovos Fertigungskapazitäten, dem globalen Vertriebsnetz und der großen Kundenbasis.

Gemeinsame Produktentwicklung

Erklärtes Ziel sei, Produkte zu entwickeln, "die Kunden bei der Modernisierung ihrer IT und der Umsetzung digitaler Transformationsinitiativen unterstützen sollen". Die Kooperation trägt mit den bereits weltweit erhältlichen Lenovo Thinksystem DE- und DM-Familien schon jetzt erste Früchte. Hierbei handelt es sich um hybride und All-Flash-Systeme, die Netapps Datenmanagement-Software Ontap nutzen, einige Modelle unterstützten das schnelle Kommunikationsprotokoll FC-NVMe.

Darüber hinaus geht es darum, neue Absatzmärkte zu erschließen. Denn die von Lenovo gefertigten und unter dem Namen des Unternehmens angebotenen Storage-Lösungen, sollen in mehr als 160 Ländern auf den Markt gebracht werden. Eine Win-Win-Situation für beide Parteien, denn Lenovo gelingt es damit, im Storage-Segment verstärkt Fuß zu fassen. Netapp kann hingegen statt der bislang 15 Prozent nun 90 Prozent des potenziellen Marktes adressieren.

China als weiterer Absatzkanal

Im Rahmen des von Lenovos Executive Vice President und President Data Center Group als "Multimilliarden-Partnerschaft" bezeichneten Schulterschlusses, ist zudem die Gründung eines Joint-Venture-Unternehmens in China vorgesehen. Dieses soll voraussichtlich im Frühjahr 2019 den Betrieb aufnehmen - vorausgesetzt, dass die hierfür nötigen Genehmigungen erteilt werden. Das Angebot werde auf die speziellen Anforderungen des Reichs der Mitte zugeschnittene Speicherprodukte und Datenmanagement-Lösungen umfassen, die auf dessen ausgeprägtes Cloud-Ökosystem zugeschnitten seien. Dadurch wolle man zu den Top-3-Storage-Unternehmen im Land aufsteigen.

Dies könnte Netapp dazu verhelfen, seine Position im Enterprise-Storage-Markt zu verbessern. Gemäß jüngst von IDC veröffentlichter Zahlen, erzielte der Hersteller im zweiten Quartal 2018 mit dem Verkauf externer Speichersysteme zwar 832,2 Millionen US-Dollar und verbuchte damit einen Umsatzzuwachs in Höhe von 19,8 Prozent. Doch mit anteiligen 13,5 Prozent am Gesamtvolumen reichte es nur für Platz 2 - hier liegt Dell EMC mit knapp 30 Prozent nach wie vor an erster Stelle.

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