Dell hat die Version 4.5 von PowerFlex sowie die APEX Cloud Platform for Red Hat OpenShift präsentiert. Sind das tatsächlich „Game Changer“, wie das Unternehmen behauptet? Das wollten wir von Marius Neidlinger, Business Development Manager Storage, Platforms and Solutions bei Dell Technologies in Deutschland, wissen.
Mit der Software-basierten Infrastruktur PowerFlex 4.5 will Dell das IT-Management deutlich vereinfachen.
Dell hat zuletzt eine ganze Reihe von Aktualisierungen seines Storage-Portfolios vorgenommen; so wurde jüngst PowerFlex in der Version 4.5 freigegeben. Die Software-basierte Infrastruktur soll nun endlich das Management der IT zum Kinderspiel machen. Wie genau, wollten wir durch ein Interview mit Marius Neidlinger, Business Development Manager Storage, Platforms and Solutions bei Dell Technologies in Deutschland, herausfinden.
Storage-Insider: Herr Neidlinger, das Management einer IT-Infrastruktur wird und wird einfach nicht einfacher, trotz mannigfaltiger Bemühungen der Hersteller. Wie erklären Sie als ausgewiesener Experte für IT-Architekturen sich das?
Marius Neidlinger, Dell Technologies: Der immer schnellere technologische Fortschritt und dessen Einbindung in die Geschäftsprozesse sorgt für eine rapide steigende Komplexität. Entsprechend lang wird somit auch die Anforderungsliste an die Unternehmens-IT. Verschärfend hinzu kommt der demographische Wandel, sodass sich das Verhältnis zwischen Fachkräften und zu bewältigenden Anforderungen immer weiter verschiebt. Unternehmen müssen also ihre Produktivität und Effizienz steigern. In diesem Zusammenhang geht es vor allem darum, technologische und vor allem auch prozessuale Silos einzureißen. Das wäre schon ein großer Schritt, um zwei essenziellen Problemen zu begegnen, nämlich unzureichender Ressourcenauslastung in einzelnen Silos sowie der vermeidbaren Komplexität.
Wie will Dell Technologies darauf reagieren? Mit einer neuen Version von PowerFlex? Schon oft haben Anbieter erklärt, ihre Lösungen „einfacher“ machen zu wollen, angefangen bei Scott McNealy 1999 …
Neidlinger: Ja, seitdem haben wir schon viele Ansätze gesehen und wie in der Mode auch sich wiederholende Muster. Es gibt nicht den einen Ansatz für alle Szenarien, aber schon einige Maßnahmen, die Unternehmen quasi als Grundkonzept realisieren sollten. Dazu zählt unter anderem das konsequente Standardisieren im Hardware-Bereich. Eine möglichst offene und auf Standards basierende Infrastruktur ermöglicht Agilität und Unabhängigkeit. Der nächste Schritt ist, einen weitestgehend Software-definierten Ansatz zu etablieren, der die Basis für Dinge wie Automatisierung und Infrastructure-as-Code-Ansätze schafft. Eine flexible Architektur wie Dell PowerFlex ist genau aus diesem Grunde für viele Unternehmen das richtige Modell – übrigens auch für uns selbst.
PowerFlex wird üblicherweise für seine Performance gefeiert, weniger für seine einfache Handhabung. Ist das in der Version 4.5 nun echt anders?
Neidlinger: PowerFlex ist tatsächlich äußerst leistungsfähig: Unsere Lösung skaliert nahezu linear von ganz klein bis ganz groß und liefert dabei in jedem Fall verlässliche, planbare und hohe Performanz. Das ist einerseits essenziell für die Konsolidierung der Workloads ohne Silos, da wir mit einer einzelnen Plattform immer ausreichende Leistung garantieren können – unabhängig davon, welche und wie viele Workloads zusammenführt werden. Andererseits ergeben sich dadurch Effizienzsteigerungen in der IT, da Unternehmen viele Themen im zeitintensiven Bereich des Performance-Managements einfach abhaken können.
Marius Neidlinger, Business Development Manager Storage, Platforms and Solutions bei Dell Technologies Deutschland.
(Bild: Dell Technologies)
Was die Handhabung angeht, haben wir in Version 4.5 unseren Fokus auf die Weiterentwicklung des PowerFlex Managers gelegt, des zentralen Verwaltungstools. Im konkreten Fall heißt das zum Beispiel eine größere Flexibilität im Umgang mit Fault Sets, weitergehende Funktionen im Bereich von Monitoring und Alerting sowie eine größere OS-Unterstützung und ein einfacher Deployment-Prozess. Der PowerFlex Manager stellt das Herzstück für das Management dar, und Nutzer können aus dieser einen Oberfläche heraus sämtliche Aspekte steuern, auswerten und automatisieren.
Es gibt bei der Version 4.5 Verbesserungen bei den PowerFlex-Dateiservices – welche sind das genau?
Neidlinger: Nachdem wir in Version 4.0 native Dateiservices eingeführt haben, ging es in der aktuellen Version um das sprichwörtliche Höher, Schneller und Weiter. Neben einem einheitlichen globalen Namespace haben Nutzer nun beispielsweise die Möglichkeit, 400 Prozent mehr NAS-Server auf einem System abzubilden und rund 22-mal mehr Datei-Snapshots zu erstellen.
Das ist viel, aber was bringt das dem Anwender im Hinblick auf den Abbau von Komplexität?
Neidlinger: Die aktuellen Anpassungen und Aktualisierungen vereinfachen das allgemeine Handling von Dateiservices und steigern somit die Produktivität. Überdies können User nun auch mehr Services konsolidieren. Abgesehen von diesen Vorteilen profitieren PowerFlex-Nutzer insbesondere von unserem Software-definierten Ansatz, denn mittels einfacher Software-Updates erhalten sie laufend die neuesten Funktionen und mehr Leistungen.
Dell APEX Cloud Platform Foundation Software rationalisiert das Management des OpenShift-Betriebs.
(Bild: Dell Technologies)
Es war auch zu lesen, dass mit der neuen Version „die Cloud-IQ-Integration mit PowerFlex weiter bereichert wurde“. Was darf man darunter verstehen?
Neidlinger: Die CloudIQ-Suite in Verbindung mit PowerFlex bietet in Version 4.5 eine Reihe von Funktionen, die die Systemtransparenz, das Monitoring und das Lizenzmanagement in Echtzeit erheblich verbessern. Nutzer können somit ihre On-Premises-Deployments von PowerFlex wie auch ihre APEX-Block-Storages, die auf Public Clouds gehostet werden, aus einer Benutzeroberfläche heraus verwalten. Für Unternehmen hat dieser Ansatz den Vorteil, dass sie proaktiv möglichen Problemen vorbeugen, die Infrastruktur einfach und schnell optimieren sowie dadurch die Leistung deutlich steigern können.
Die Version 4.5 unterstützt nun weitere Betriebssysteme – welche sind das?
Neidlinger: PowerFlex agiert Hypervisor- und betriebssystemagnostisch, vor allem beim Einsatz von Standardprotokollen wie NVMe over TCP. Neben der Aktualisierung von offiziell unterstützten Umgebungen und dem erweiterten Distributionsumfang sind vor allem die neuen Features für AWS Outposts hervorzuheben. Wir haben erneut die Möglichkeiten erweitert, Workloads zwischen On- und Off-Premises nahtlos zu verschieben und diese Grenzen verschwimmen zu lassen.
Stand: 08.12.2025
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Neu ist auch die Einbindung in Azure – wurde das viel von den Kunden nachgefragt? Diese konnten ja schon länger AWS nutzen …
Neidlinger: Absolut! Für nahezu alle Kunden gilt, dass man sich nicht auf einen Hyperscaler verlassen oder sich komplett an diesen binden möchte. Aktuelle Strategien berücksichtigen Diversifizierung und benötigen daher einen Ansatz, der die Nutzung unterschiedlicher Anbieter ohne weitere Komplexität ermöglicht. Genau das treiben wir mit PowerFlex und mit dieser Weiterentwicklung voran.
Neu ist auch die APEX Cloud Platform for Red Hat OpenShift. Das ist eigentlich eine On-Premises-Infrastruktur, gell?
Neidlinger: Richtig – und ich würde das Feature als absoluten „Game Changer“ bezeichnen! Unsere Kunden müssen Container-Landschaften bereitstellen. In diesem Zusammenhang stellt sich – unter anderem wegen der eingangs besprochenen Herausforderungen – ganz klar die klassische Frage nach „buy or build“. Viele Kunden erkennen zu Recht keinen Mehrwert darin, das Rad neu zu erfinden, und setzen daher lieber auf eine kommerziell supportete Distribution. RedHat hat mit OpenShift, das vereinfacht gesagt eine Software-Appliance für Kubernetes darstellt, einen riesigen Marktanteil in diesem Segment. Wir bieten nun mit Red Hat gemeinsam die passende Hardware-Appliance dazu an.
Herr Neidlinger, wir bedanken uns für das Gespräch.
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