Vom Hyperkonvergenz- zum Enterprise-Cloud-Plattform-Anbieter

Nutanix schluckt Pernixdata und Calm.io

| Autor / Redakteur: Tina Billo / Rainer Graefen

Mit der Übernahme von Pernixdata und Calm.io setzt Nutanix seine Strategie fort, eine Plattform für die Enterprise-Cloud anzubieten.
Mit der Übernahme von Pernixdata und Calm.io setzt Nutanix seine Strategie fort, eine Plattform für die Enterprise-Cloud anzubieten. (Bild: Nutanix)

Mit der Übernahme von Pernixdata und Calm.io kauft sich der Hyperkonvergenz-Spezialist Nutanix sowohl Technologien als auch das nötige Know-how für den schnellen Ausbau seiner Enterprise-Cloud-Plattform ein. Mit diesem Schritt will sich der Hersteller besser für den Wettbewerb mit Anbietern aus dem Software-Defined-Datacenter aufstellen.

Mit der Akquisition von Pernixdata erwirbt Nutanix einen Flash-Hypervisor, mit dem sich die Storage-Leistung in virtuellen Umgebungen optimieren lässt sowie eine Software-Lösung, die Echtzeit-Analytikfunktionen bereitstellt. Calm.io hingegen bietet Werkzeuge für die Automatisierung von Devops-Umgebungen an.

Von den Zukäufen verspricht sich der Hersteller "eine führende Plattform für Enterprise-Infrastrukturen" anbieten zu können, welche die Agilität, Einfachheit und Automatisierungsmöglichkeiten öffentlicher Clouds mit den Überwachungs- und Sicherheitsfunktionen von On-Premise-Lösungen verbindet.

Gemeinsame Philosophie

Nutanix und Pernixdata vertreten in puncto Architektur-Design den Ansatz, dass Daten und Anwendungen in modernen Rechenzentrum-Fabrics nahe beieinander liegen müssen. Dies schaffe die Grundlage für Infrastrukturen, die sich durch höchste Performance auszeichnen und sich flexibel und wirtschaftlich skalieren lassen. Um dies zu erreichen, soll ein Softwarestack für ein "Storage-Class Memory System" entwickelt werden, das über kurz oder lang klassische Speichersysteme ablösen und Storage Area Networks (SANs) ersetzen soll.

Ziel ist laut Nutanix, gemeinsam an neuen Server- und Speichertechnologien zu arbeiten, um Kunden eine Data Fabric für die "Post-Flash-Ära" anbieten zu können. Der dahinter stehende Gedanke ist der, dass die derzeit noch hoch im Kurs stehenden Flash-Disks über kurz oder lang Speichermedien weichen werden, die heutigen Memory- beziehungsweise RAM-Modulen ähneln, jedoch auf die permanente Speicherung von Daten ausgelegt sind.

Stark umkämpfter Hyperkonvergenz-Markt

Bislang lag der Schwerpunkt von Nutanix auf der Entwicklung hyperkonvergenter Systeme. Dieser Markt ist jedoch heiß umkämpft, mehr als 37 Anbieter soll es geben, so der Hersteller. Insofern ist der Zeitpunkt für die strategischen Aufkäufe wohl gewählt, denn sie ermöglichen dem Hyperkonvergenz-Pionier seinen Infrastruktur-Softwarestack weiter auszubauen.

Aus Expertensicht ist das Ziel, Kunden damit künftig Lösungen für den Aufbau privater Clouds an die Hand zu geben, die AWS-ähnliche Funktionalitäten bieten und sich durch eine vergleichbar einfache Handhabung auszeichnen.

Nutanix will Abhängigkeit von VMware verringern

Nutanix arbeitet schon seit einiger Zeit daran, sich unabhängiger von VMware zu machen. Um dies zu erreichen führte der Hersteller mit Acropolis einen eigenen KVM-basierten Hypervisor ein. Dies machte den Einsatz des marktführenden, jedoch teuren ESXi-Hypervisors als Virtualisierung-Engine für seine hyperkonvergente Plattform obsolet.

Im nächsten Schritt soll nun die Erweiterung der Lösung um weitere Management-Funktionalitäten wie beispielsweise die automatische Provisionierung von Anwendungen und die Migration von Workloads folgen. Ebenso stehen Performance-Steigerungen sowohl für virtualisierte als auch Bare-Metal-Anwendungen auf der Agenda. Den Grundstein hierfür legen die serverseitige Caching-Technologie von Pernixdata und die Workload-Management- und Devops-Automatisierungsplattform von Calm.io.

Eine Plattform für die Enterprise-Cloud

Dabei soll das Know-how von Pernix Data die App Mobility Fabric (AMF) von Nutanix erweitern und für mehr Flexibilität bei der Speicherung von Anwendungsdaten sorgen. Workloads könnten dadurch einfacher in virtuelle und Cloud-Umgebungen verschoben werden.

Die Software von Calm.io schließt hingegen eine Lücke im derzeitigen Nutanix-Angebot. Denn um die eigene Lösung zu einer vollständigen Cloud-Management-Plattform weiterzuentwickeln, müssen sich Anwendungen unabhängig von der jeweils eingesetzten Infrastruktur und ganz gleich, ob VMs, Container oder Microservices genutzt werden, verwalten lassen.

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