Die Sicherung von Software-as-a-Service-Daten gehört zu den lange vernachlässigten Themen. Inzwischen haben es die großen Backup-Vendoren entdeckt. Allerdings gibt es auch immer wieder interessante Nischenanbieter in diesem Bereich. Zwei Beispiele.
Bei SaaS-Angeboten sind die Kunden fürs Backup ihrer Daten selbst verantwortlich. Nischenanbieter wie Own Company oder Keepit stellen dafür Lösungen bereit.
(Bild: RAVI - stock.adobe.com)
Immer mehr Unternehmen nutzen Software-Services aus der Cloud: MS365, Salesforce, ServiceNow oder ähnliche Dienste gehören mittlerweile vielerorts zu den Selbstverständlichkeiten. Laut Statista wurden 2023 mit Software-Services weltweit mehr als 170 Milliarden US-Dollar umgesetzt – Tendenz entsprechend allen verfügbaren Marktstudien steil ansteigend.
Die Vorteile der SaaS-Technologien scheinen gegenüber dem konventionellen Software-Bezug einfach unschlagbar: einfache Skalierung, Infrastrukturverantwortung beim Partner, ein Abschied von hohen Kapitalinvests, kein Ärger mehr mit der Lizenzabrechnung.
„Geteilte Verantwortung“: Kunden sind für Daten-Backup zuständig
Doch es gibt auch Schattenseiten. Dazu gehört die von den Software-Anbietern gern euphemistisch so genannte „geteilte Verantwortung“. Gemeint ist, dass die Anbieter für den Schutz der von den Kunden erzeugten und in den Apps eingelagerten Daten nicht verantwortlich bleiben.
Manchmal bieten sie reichlich rudimentäre Backup-Mechanismen an. Doch die reichen für professionelle Ansprüche in aller Regel nicht aus. Schon entstand ein neuer Markt: der für SaaS-Backup. Denn die Verantwortung für die Daten trägt der Kunde nach wie vor alleine – auch dann, wenn sie verloren gehen, weil die Infrastruktur des Providers zusammenbricht.
Neue Angebote aus der Nische
Inzwischen gibt es viele der bekannten Backup-Provider, die auch SaaS-Backup im Programm haben. Aber das Feld bietet auch noch immer Raum für Nischenanbieter, die SaaS-Backup und sonst nichts auf ihre Fahnen schreiben.
Ein Beispiel ist die inzwischen acht Jahre alte Firma Own Company. Sie ist mit der Sicherung von Salesforce groß geworden, „kann“ inzwischen aber auch ServiceNow und viele der Cloud-Applikationen von Microsoft.
Gegründet wurde Own Computing in New Jersey, USA. Heute gibt es sieben Niederlassungen weltweit. Own Company, das sich markig als Nummer eins des SaaS-Backup-Marktes sieht, macht 30 Prozent des Umsatzes n den USA. Deutschland sei ein Zielmarkt, und dort plant die Firma für 2024 eine Niederlassung.
Kunden aus dem regulierten Markt
Pro Tag werden laut Graham Russell, Director Marketing Intelligence, 4 PByte Daten gesichert. Besonders gern nutzen sehr sicherheitshungrige oder regulierte Kunden, etwa aus dem öffentlichen Bereich, dem Finanzwesen und ähnlichen Sektoren, die Dienste des Anbieters. Sein Umsatz liegt inzwischen bei mehr als 200 Millionen US-Dollar.
Eine Studie von IDC, die allerdings nur die Daten zwölf ausgewählter Kunden umfasste, erbrachte einen sagenhaften ROI (Return on Investment) von mehr als 500 Prozent über drei Jahre und eine Payback-Phase der Investition von nur drei Monaten. Gründe dafür seien etwa das schnelle Set-up und ein funktionierendes Restore.
Backup-Tests in der Sandbox
Kunden können bei PoCs mit realen Daten und den gelieferten Tools alle Betriebsfälle durchspielen, ehe sie sich entscheiden. Bislang geht das allerdings nur bei Salesforce, die übrigen Plattformen sollen folgen.
Gesichert werden bei jedem Durchlauf alle Daten und Metadaten – entweder auf die Cloud oder auf eine interne Umgebung des Kunden. Dabei hat der Kunde nichts mit Storage-, In- oder Egress-Gebühren zu tun, da die Sicherungen auf einen Cloud-Bereich laufen, der unter Regie von Own Company steht.
Korrekturen bis auf das Feld genau
Das System vergleicht jeweils die Vordatei mit der aktuellen Sicherung und erkennt Änderungen. Die gesicherten Daten lassen sich nach allen möglichen Kriterien filtern und feingranular wieder herstellen.
Da jede Sicherung in sich vollständig ist, lässt sich genau nachverfolgen, wenn einzelne Felder oder Datensätze von einem Sicherungslauf zum nächsten verändert wurden. Gegebenenfalls können auch einzelne Felder eines Datensatzes in einem Sicherungslauf wieder repariert werden, falls sie beispielsweise versehentlich oder in böswilliger Absicht manipuliert wurden.
AI und ML machen Backups analytisch zugänglich
Neueste Funktion: Own Computing will Sicherungsdaten für analytische Zwecke mittels AI und ML erschließen. Das dazu nötige Modul heißt Own Discover und ermöglicht den Zugriff auf jede unterstützte Plattform und Timeline, so dass sich entsprechende Schlüsse ziehen lassen. Bisher funktioniert das nur bei Salesforce, die anderen unterstützten Plattformen sollen aber bald folgen.
Kunden zahlen pro Modul, Nutzer und Monat. Verfügbar sind die Module Accelerate, Recover, Archive, Secure und Discover.
Stand: 08.12.2025
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Ganz anders die dänische Keepit. Das Unternehmen ist schon etwas länger am Markt und hat inzwischen mehr als 7.000 Kunden. Es gibt ein Büro in München mit 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Schweiz folgt im März. Eine Niederlassung in England wird gerade aufgebaut.
Keepit beschäftigt derzeit insgesamt 350 Mitarbeiter und trägt sich selbst. „Wir wachsen, wenn wir es uns leisten können“, erklärt Jakob Oostergaart, CFO, kurz und bündig. Zur Ablösung eines Kredits konnte man im Januar trotzdem 40 Millionen US-Dollar Finanzierung von HSBC Innovation einwerben, angewiesen sei man darauf aber nicht gewesen.
Das Geschäft mit den Geschäftskunden wird ausschließlich über den Channel abgewickelt, zu dem auch Cloud-Provider wie Bechtle gehören. Zu den deutschen Kunden gehört etwa Porsche. Da die Lösung mandantenfähig ist, können Provider eigene Angebote auf sie aufbauen.
Backup für acht Services
Keepit sieht seine Vorteile in einem klaren Geschäfts- und Preismodell, einem hohen ROI, der Aktiv-aktiv-Sicherung der Daten und einer neuen Methode der inkrementellen Speicherung, die trotzdem immer schnellen Zugriff auf den vollen Datensatz ermöglicht.
Unterstützt werden bislang Entra ID (Bislang Azure ID), diverse MS-Anwendungen, Salesforce und Google Workplace. Essentielle Funktionen kann man schon für 2,95 US-Dollar pro Plattform, Sitz und Monat erwerben.
Parallele Sicherung mehrerer Workloads
Keepits Technologie schafft es, mehrere Workloads parallel zu sichern. Dabei entscheidet AI die prozedurale Entscheidung, was parallel gesichert werden kann, ohne die Systeme zu überfordern. Die Daten landen in Keepits eigener Cloud. Es gibt sieben Regionen mit je zwei Aktiv-aktiv-Rechenzentren, die bis zu 30 Kilometer voneinander entfernt sind.
Die Daten landen auf drehenden Festplatten mit großer Kapazität auf Multi-Parity-Raid-Arrays, die als Block-Device adressiert werden. Die Rechenzentren sind über zwei Glasfaserringe an externe Infrastrukturen angebunden. Die Datenobjekte werden speziell gepackt: Kein Objekt ist größer als 8 Megabyte. Die SLA des Unternehmens sieht einen Backup täglich vor, geplant sind zwei.
Keine Löschfunktion für Datenobjekte
Die spezielle Speicherungstechnik funktioniert so: Jedes Backup-Set umfasst eine Datei, die als Objekt gespeichert wird, und einen Hash. Ändert sich der Hash am nächsten Tag, werden wiederum Hash und Objekt gespeichert. Bleibt er gleich, weil die Daten unverändert sind, verweist der Hash auf die davor gespeicherte Datei. Die Hashes werden im RAM gehalten, so dass sie sehr schnell zugänglich sind.
Gelöscht werden im Zweifel nur Hashes. Die Daten bleiben stehen bis zur nächsten Garbage Collection, bei der Dateien rausfliegen, auf die kein Hash mehr verweist. Auf diese Weise kann, sofern nicht äußere Umstände das verhindern, Keepit seinen Kunden „ewige Inkremente“ über bis zu 100 Jahre anbieten.
Nicht anbieten kann Keepit allerdings den Tape-Offload. Das würde zu lange dauern, sagt das Management.
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