UrBackup ermöglicht die zentrale Sicherung von Arbeitsstationen und Servern in gemischten Netzwerken. Das System kombiniert Datei- und Image-Backups, arbeitet plattformübergreifend und erlaubt sowohl lokale als auch internetbasierte Sicherungen mit flexibler Automatisierung und Deduplizierung.
Als vollständiges Client-Server-System verwaltet UrBackup Dateisicherungen und Systemabbilder zentral.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
UrBackup arbeitet als vollständiges Client-Server-System, das Dateisicherungen und Systemabbilder zentral verwaltet. Die eignet sich für Netzwerke, in denen Windows- und Linux-Systeme gemeinsam betrieben werden. Das Konzept zielt auf Unternehmen, die Arbeitsstationen, Server und mobile Geräte automatisiert sichern möchten, ohne in proprietäre Backup-Infrastrukturen zu investieren.
Das System besteht aus einem Serverdienst, der die Sicherungen organisiert, und einem Client, der auf den zu sichernden Geräten installiert wird. Die Kommunikation erfolgt über TCP und UDP, standardmäßig über die Ports 55413 bis 55415 sowie 35623 für Befehle und Statusmeldungen. Der Server erkennt Clients im lokalen Netzwerk automatisch, erstellt Sicherungsaufträge und verwaltet die gesamte Datenhaltung. Auf Wunsch können auch Internet-Clients eingebunden werden, die sich außerhalb des Firmennetzes befinden.
Der Client beobachtet das Dateisystem in Echtzeit. Änderungen werden erkannt und in der internen Datenbank vermerkt. Damit kann der Server beim nächsten inkrementellen Backup gezielt nur geänderte Dateien anfordern. Diese Methode reduziert die Datenübertragung deutlich und beschleunigt den Sicherungsvorgang auch bei umfangreichen Dateibeständen.
Installation und Servereinrichtung
Die Installation erfolgt unter Windows oder Linux. Auf Windows-Servern genügt die Ausführung des Installers, anschließend ist die Weboberfläche unter „http://localhost:55414“ erreichbar. Dort legt der Administrator das Sicherungsverzeichnis fest. Es sollte auf einem dedizierten NTFS-Volume liegen, das permanent verfügbar ist und ausreichend Kapazität bietet. Kompression und Deduplizierung können auf Dateisystemebene aktiviert werden.
Unter Linux steht UrBackup als Paket für Debian, Ubuntu, Red Hat, CentOS, Fedora, Arch Linux, Gentoo und FreeBSD zur Verfügung. Alternativ lässt sich der Server aus dem Quellcode kompilieren. Nach der Installation wird der Webzugriff aktiviert, das Backup-Verzeichnis angelegt und der Mailversand konfiguriert, um automatische Berichte über Sicherungsstatus und Fehler zu erhalten.
Clients stehen für Windows, Linux und FreeBSD bereit. Nach der Einrichtung erkennt der Server die Clients automatisch über Broadcasts im lokalen Subnetz. Alternativ kann der Administrator Clients manuell über IP oder Hostname hinzufügen. In größeren Netzwerken erfolgt der Roll-out zentral. Der Windows-Client liegt als MSI-Paket vor und kann über Gruppenrichtlinien verteilt werden. Für Installationen außerhalb der Domäne steht die NSIS-Version zur Verfügung, die sich im Silent-Modus über „/S“ installieren lässt. Der Server übernimmt anschließend automatisch die Erkennung und Zuordnung.
Für Laptops und entfernte Standorte steht der Internetmodus bereit. Hier kommuniziert der Client über den Port 55415 mit dem Server. Jede Verbindung wird verschlüsselt und mit einem individuellen Schlüssel authentifiziert. Der Administrator kann vorkonfigurierte Installer über die Weboberfläche bereitstellen. Diese enthalten Serveradresse, Port und Authentifizierungsdaten, sodass Benutzer keine manuelle Einrichtung vornehmen müssen.
UrBackup kombiniert Datei- und Image-Backups in einem System. Die Dateisicherung dient der laufenden Absicherung von Benutzer- und Projektdaten, die Imagesicherung erstellt vollständige Abbilder von Partitionen. Beide Sicherungstypen lassen sich parallel konfigurieren. Das System unterscheidet zwischen Voll- und inkrementellen Sicherungen. Bei einem Vollbackup werden alle Dateien übertragen. Inkrementelle Sicherungen prüfen nur Änderungen gegenüber der letzten Sicherung. Auf dem Server werden unveränderte Dateien durch Hardlinks mit vorherigen Backups verbunden. Diese Methode spart erheblich Speicherplatz, da identische Daten nur einmal vorhanden sind.
Unter Windows nutzt UrBackup den Volume-Shadow-Copy-Service, um konsistente Snapshots während des Betriebs zu erzeugen. Offene Dateien wie Outlook-Postfächer werden ohne Unterbrechung gesichert. Auf Linux-Systemen verwendet der Client wahlweise LVM- oder btrfs-Snapshots. Die Image-Sicherung arbeitet blockbasiert. Sie überträgt nur belegte und veränderte Sektoren, was große Datenmengen effizient reduziert. Das Standardformat ist VHD oder VHDX, kompatibel zu Windows. Unter Linux können die Images als VHDZ-Dateien komprimiert abgelegt und mit Fuse direkt gemountet werden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Verwaltung über die Weboberfläche
Die zentrale Weboberfläche zeigt Status, Statistiken, Aktivitäten und Logmeldungen aller Clients. Administratoren können Sicherungen manuell starten, Backup-Fenster definieren oder Bandbreitenlimits setzen. Für jeden Client lassen sich Intervalle, Aufbewahrungsregeln und Volumen definieren. UrBackup unterscheidet zwischen minimalen und maximalen Sicherungsanzahlen, um sowohl Redundanz als auch Speicherökonomie zu gewährleisten. Ein Client kann etwa maximal zehn Vollbackups und hundert inkrementelle Sicherungen behalten. Wird die Obergrenze erreicht, löscht das System ältere Backups, bleibt aber oberhalb der Minimalwerte. Das Backup-Fenster bestimmt die zulässigen Zeiten für Sicherungsvorgänge. Der Eintrag „1-7/0-24“ erlaubt Sicherungen jederzeit, während „Mon-Fri/20-6“ Backups nur nachts an Werktagen zulässt. Parallel dazu existieren separate Zeitfenster für Bereinigung und Archivierung.
In produktiven Netzen kann UrBackup den Datendurchsatz pro Client oder global begrenzen. Die Angabe „60;10@Mon-Fri/8-18“ begrenzt Backups tagsüber auf 10 Mbit/s und erlaubt nachts 60 Mbit/s. So lassen sich Engpässe vermeiden, ohne den Sicherungsplan zu gefährden. Die globale Softquota überwacht die Auslastung des Backup-Volumes. Wird etwa 90 Prozent der Kapazität überschritten, entfernt das System automatisch ältere Sicherungen, sofern Mindestanzahlen eingehalten werden. Dadurch bleibt der Speicher immer funktionsfähig.
In Rechenzentren mit großen Datenmengen empfiehlt sich der Einsatz von btrfs oder ZFS. Beide Dateisysteme bieten Kompression und Copy-on-Write-Snapshots. UrBackup kann für jede Sicherung ein eigenes Subvolume anlegen. Inkrementelle Backups entstehen dort in Sekunden, da lediglich Snapshots dupliziert werden.
Sicherheit und Rechteverwaltung
Die Serveroberfläche enthält ein vollständiges Benutzer- und Rechtekonzept. Der Administrator legt Konten an, beschränkt sie auf einzelne Clients und definiert Rechte für Zugriff, Restore, Konfiguration oder Protokollansicht. Die Kommunikation zwischen Server und Client im LAN erfolgt unverschlüsselt, um maximale Geschwindigkeit zu erzielen. Für Internetverbindungen wird AES-GCM-Verschlüsselung mit Authentifizierung über PBKDF2-HMAC-SHA512 eingesetzt. Jedes System besitzt eigene Schlüsselpaare. Wird ein Server ersetzt, müssen die Schlüssel erhalten bleiben, damit Clients ihn weiterhin akzeptieren. Der Zugriff auf Backups erfolgt entweder über die Weboberfläche oder direkt im Client. Unter Windows kann der Benutzer im Explorer eine Datei markieren, mit der rechten Maustaste „Access/restore backups“ wählen und ältere Versionen wiederherstellen.
Automatisierung mit Skripten
UrBackup unterstützt Pre- und Post-Backup-Skripte sowohl auf Server- als auch auf Clientseite. Administratoren können damit Prozesse steuern oder zusätzliche Aufgaben ausführen. Beispiel: Vor einer Sicherung stoppt ein Client per „preimagebackup.bat“ den SQL-Dienst, führt ein Datenbank-Dump aus und startet den Dienst nach erfolgreicher Sicherung über „postimagebackup.bat“ neu. Auf Linux können Skripte in „/etc/urbackup“ abgelegt werden. So lassen sich komplexe Backup-Szenarien automatisiert umsetzen. Auf Serverebene ermöglichen Post-Backup-Skripte die Integration in Monitoring-Systeme. Nach Abschluss eines Backups kann ein Skript Statusmeldungen an Nagios, Zabbix oder ein zentrales Logsystem senden.
Die Wiederherstellung erfolgt abhängig vom Sicherungstyp. Einzelne Dateien oder Ordner werden über die Weboberfläche oder den Client zurückgespielt. Administratoren können ältere Versionen durchsuchen, vergleichen und bei Bedarf exportieren. Für vollständige Systemwiederherstellungen steht der bootfähige UrBackup-Restore-Stick zur Verfügung. Er basiert auf Debian und erlaubt das Einspielen von Image-Backups auch auf abweichender Hardware. Nach dem Start erkennt das System automatisch den Server, zeigt verfügbare Clients und Sicherungsstände an und überträgt die gewählte Partition sektorweise auf die Zielplatte. Die Wiederherstellung einzelner Dateien aus einem Image ist ebenfalls möglich. Das VHD-Image kann direkt in Windows als virtuelles Laufwerk eingebunden oder auf Linux per Fuse gemountet werden.
Storage-Management und Bereinigung
UrBackup führt nächtliche Reinigungsprozesse durch. Zwischen 3 und 5 Uhr überprüft das System alle Clients, löscht veraltete Sicherungen, komprimiert Daten und erstellt ein Backup seiner eigenen Datenbank. Bei Speichermangel startet automatisch ein Emergency-Clean-up. Administratoren können die Bereinigung manuell auslösen. Der Befehl „cleanup.bat 20G“ gibt 20 GB Speicher frei, „cleanup.bat 0%“ entfernt ausschließlich abgelaufene Sicherungen. Archivierte Backups sind davon ausgenommen.
Die Archivfunktion ermöglicht eine zeitlich gesteuerte Aufbewahrung bestimmter Sicherungen. Ein Eintrag wie „;1;;*“ archiviert Backups jeweils am ersten Tag eines Monats. Archivierte Versionen bleiben unverändert erhalten, selbst wenn reguläre Sicherungen überschrieben werden.
Erweiterte Nutzungsszenarien
UrBackup eignet sich für verschiedene Betriebsformen. Kleine Büros können den Server direkt auf einem NAS wie QNAP, FreeNAS oder OpenMediaVault betreiben. Für NAS-Systeme steht ein vorkonfiguriertes Paket bereit. Alternativ kann der Server in einem Docker-Container laufen. Ein minimaler Startbefehl lautet:
Damit startet der Container, legt Backups und Datenbank auf definierte Pfade und stellt die Weboberfläche unter Port 55414 bereit. In größeren Unternehmen lässt sich die Sicherungsinfrastruktur auf mehrere Server verteilen. Jeder Server kann für ein eigenes Subnetz zuständig sein. Zieht ein Rechner in ein anderes Netz um, übernimmt der dortige Server automatisch die Sicherung. Ein weiterer Anwendungsfall ist die Integration in bestehende Monitoring- und Ticketing-Systeme. Über die API oder E-Mail-Reports lassen sich Backup-Statusmeldungen automatisch erfassen und auswerten.
Sicherung komplexer Windows-Umgebungen
In Unternehmensnetzwerken trifft UrBackup oft auf gemischte Speicherkonfigurationen mit Netzlaufwerken, verschlüsselten Benutzerverzeichnissen und Anwendungen, die im Dauerbetrieb laufen. Für Freigaben gilt, dass UrBackup nur dann konsistente Backups erstellt, wenn der Prozess ausreichende Berechtigungen besitzt. Läuft der Client unter „LocalSystem“, verwendet er die Maschinenanmeldeinformationen, die in einer Domäne hinterlegt sind. Bei Arbeitsgruppen ohne Domäne sollte der Dienst unter einem administrativen Benutzer mit gültigem Kennwort ausgeführt werden. Nur so kann der Client auf Netzfreigaben zugreifen und Schattenkopien erzeugen. Für Windows-EFS-Dateien gilt, dass sie verschlüsselt bleiben, wenn der Client ohne Benutzerzertifikate läuft.
In diesem Fall empfiehlt sich, den UrBackup-Dienst unter einem Benutzerkonto mit den benötigten EFS-Schlüsseln zu starten. Außerdem muss genügend Speicherplatz für Schattenkopien reserviert sein, damit Snapshots während des Backups nicht verworfen werden. Sobald Windows aufgrund knapper Kapazität eine Schattenkopie löscht, bricht UrBackup das Backup ab. In der Praxis bedeutet das, dass Volumes mindestens 10 bis 15 Prozent freien Platz für temporäre Snapshots aufweisen sollten. Auf Servern mit hohem Schreibvolumen lohnt es sich, Schreibaktivitäten während des Backup-Fensters zu reduzieren oder eigene Volumes für logintensive Anwendungen zu nutzen.
Praktische Empfehlungen für den Betrieb
Für stabile Langzeitnutzung sollten die Backup-Speicher auf RAID-Systemen liegen. Besonders empfehlenswert sind ZFS-Pools mit aktiviertem Kompressions- und Deduplizierungsmodus oder btrfs-Volumes mit Subvolumestruktur. UrBackup unterstützt beide Dateisysteme nativ. Administratoren sollten die Backup-Fenster so planen, dass keine parallelen Schreibzugriffe auf die Quellsysteme stattfinden. Systeme mit hohem Änderungsvolumen, zum Beispiel Datenbankserver, profitieren von kurzen Intervallen für inkrementelle Backups und längeren Zyklen für Voll-Backups. Zur Kontrolle dienen die Logdateien in „/var/log/urbackup.log“ unter Linux oder im Verzeichnis „C:\Program Files\UrBackupServer\urbackup.log“ unter Windows. Fehler werden dort mit Warn- oder Fehlerschwere protokolliert.
Nach der Installation von UrBackup auf Server und Client erkennt der Server den im selben Netzwerk befindlichen Rechner automatisch. In der Weboberfläche erscheint der Eintrag unter „Clients“ mit dem Status „Ja“ bei „Online“. Damit eine Sicherung starten kann, muss der Server auf ein gültiges Sicherungsverzeichnis zugreifen können. In den Servereinstellungen ist unter „Pfad, in dem die Backups gespeichert werden“ ein lokaler Ordner definiert, etwa „D:\UrBackup“. Existiert dieser Pfad nicht oder besitzt der Dienst keine Schreibrechte, kann der Server kein Verzeichnis für den Client anlegen und bricht mit dem Fehler „Das System kann den angegebenen Pfad nicht finden (code 3)“ ab. Der Administrator legt daher den Ordner manuell an und vergibt Berechtigungen für „SYSTEM“ und „Administratoren“ mit Vollzugriff. Anschließend wird der Serverdienst neu gestartet. Unter Windows Server 2025 trägt der Dienst die Bezeichnung „UrBackupWinServer“, der Clientdienst heißt „UrBackupClientBackend“.
PowerShell nutzt Dienstnamen, nicht Anzeigenamen. Mit dem Befehl „Get-Service urbackup | Format-Table Name,DisplayName,Status -Auto“ lässt sich die genaue Bezeichnung prüfen. Der Neustart erfolgt mit „Restart-Service UrBackupWinServer -Force“ und „Restart-Service UrBackupClientBackend -Force“. Alternativ können die Dienste über „services.msc“ manuell neu gestartet werden. Nach dem Neustart legt der Server automatisch im Sicherungsverzeichnis den Unterordner „clients<Clientname>“ an und schreibt ins Log „Created new directory for client dcw2k22“.
Damit sich Server und Client im Netzwerk erreichen, müssen die Standardports von UrBackup freigegeben sein. Der Server kommuniziert über TCP-Port 55413 für Datentransfer, 55414 für die Weboberfläche, 55415 für Steuerbefehle sowie über UDP-Port 35623 für die automatische Erkennung:
Nach dem Freischalten werden beide Dienste erneut gestartet und die Verbindung mit „Test-NetConnection dcw2k22 -Port 55415“ überprüft. Wenn „TcpTestSucceeded : True“ erscheint, ist die Kommunikation aktiv.
In der Weboberfläche des Servers muss ein gültiger Sicherungspfad sichtbar sein. Der Ordner sollte sich lokal auf dem Server befinden, dauerhaft verfügbar und mit Schreibrechten ausgestattet sein. Sobald dieser Pfad existiert, legt UrBackup beim Start des Dienstes automatisch das Verzeichnis für den Client an. Wenn der Fehler weiterhin auftritt, wird der Pfad in den Servereinstellungen neu gespeichert und der Dienst „UrBackupWinServer“ erneut gestartet.
Auf dem Client öffnet der Administrator die „UrBackup Client Settings“. Unter „Serveradresse“ wird die IP-Adresse oder der Hostname des Backup-Servers eingetragen, zum Beispiel „192.168.1.10“. Unter „Dateien zur Sicherung“ wählt er die Ordner, die regelmäßig gesichert werden sollen, etwa „C:\Users“, „C:\Data“ oder „C:\Projects“. Anschließend werden die Einstellungen gespeichert und der Dienst „UrBackupClientBackend“ neu gestartet. Nach wenigen Minuten erkennt der Server die Pfadangaben automatisch und übernimmt sie in die zentrale Verwaltung. Wenn der Server in der Weboberfläche den Hinweis „Client verwendet eigene Einstellungen“ anzeigt, kann er keine Sicherung starten. In diesem Fall wird auf dem Client unter „Erweitert“ der Haken bei „Separate Einstellungen für diesen Client“ entfernt, damit der Server die Konfiguration steuern kann.
Sobald die Kommunikation funktioniert, die Pfade definiert und die Dienste korrekt gestartet sind, beginnt UrBackup mit der ersten Sicherung. Standardmäßig startet der Server das Backup automatisch, sobald der Client verbunden ist und sich im zulässigen Zeitfenster befindet. Falls eine Zeitsteuerung konfiguriert ist, kann das Backup-Fenster testweise auf „1-7/0-24“ gesetzt werden, um Sicherungen jederzeit zuzulassen. Der Fortschritt lässt sich über die Weboberfläche im Abschnitt „Aktive Sicherungen“ verfolgen. Das Log zeigt währenddessen Einträge wie „Starting file backup for client dcw2k22“ und „Backup finished successfully“.
Dieses Vorgehen funktioniert auf allen unterstützten Windows-Versionen, einschließlich Windows 11, Windows Server 2022 und Windows Server 2025. Die Dienste heißen dort einheitlich „UrBackupWinServer“ für den Server und „UrBackupClientBackend“ für den Client. Mit dieser Konfiguration lassen sich Arbeitsstationen und Server zuverlässig sichern, unabhängig davon, ob sie sich im gleichen Netzwerk oder an entfernten Standorten befinden. Sobald der Pfad korrekt angelegt ist und die Dienste laufen, startet UrBackup die Sicherung automatisch und hält danach alle Backups im definierten Intervall aktuell.
Die Protokolldateien sind das wichtigste Diagnosewerkzeug bei Verbindungs- oder Sicherungsproblemen. Auf dem Server liegen sie unter „C:\Program Files\UrBackupServer\urbackup.log“, auf dem Client unter „C:\Program Files\UrBackup\UrBackupClientBackend.log“. Beide Dateien lassen sich mit „Get-Content 'Pfad_zur_Datei' -Wait“ live mitlesen. Wiederkehrende Einträge wie „Could not create or read directory“ oder „No paths to backup“ weisen auf fehlerhafte Pfade oder unzureichende Rechte hin. Die Zeile „Client self-managed“ bedeutet, dass der Server den Client nicht steuern darf. In diesem Fall wird auf dem Client in den „UrBackup Client Settings“ unter „Erweitert“ der Haken bei „Separate Einstellungen für diesen Client“ entfernt, damit der Server die Konfiguration übernehmen kann.
UrBackup zeigt in der Praxis, wie sich Datensicherung ohne komplexe Infrastruktur zuverlässig umsetzen lässt. Sobald Serverpfad, Dienste und Firewall korrekt eingerichtet sind, läuft das System stabil und nachvollziehbar. Die Protokolldateien liefern klare Hinweise auf Konfigurationsfehler und machen die Fehlersuche transparent. Mit identischem Aufbau lassen sich sowohl Windows-11-Rechner als auch Server mit Windows Server 2022 oder 2025 einbinden und zentral sichern. Damit steht Unternehmen eine offene, gut kontrollierbare Backup-Lösung zur Verfügung, die sich flexibel in bestehende IT-Umgebungen integrieren lässt.
Aktuelles eBook
Ransomware-Schutz durch Object Lock und WORM
eBook „Ransomware-Schutz“
(Bild: Storage-Insider)
Um ein Storage-System effektiv von Ransomware-Angriffen zu schützen, bieten sich neben Backup/Disaster Recovery und Verschlüsselung vor allem Object Lock und WORM an. Das gelingt nicht nur im eigenen Haus, sondern auch in der Hybrid-Cloud.