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Definition Was ist FreeNAS?

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

FreeNAS ist ein auf FreeBSD basierendes freies Betriebssystem, mit dem sich ein Network Attached Storage auf x86-kompatiblen Systemen realisieren lässt. Es ist mit einer Kommandozeilen- und Web-Oberfläche ausgestattet. Der Funktionsumfang der Software ist groß und mit teureren proprietären Systemen vergleichbar.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Die Software FreeNAS basiert auf dem freien Betriebssystem FreeBSD. Mithilfe von FreeNAS lässt sich ein Network Attached Storage (NAS) auf einem x86-kompatiblen System mit 64-Bit-Architektur einrichten. Die Lösung zeichnet sich durch ihre Flexibilität und einen großen Funktionsumfang aus, der mit teuren proprietären NAS-Lösungen vergleichbar ist. Die initiale Einrichtung wie das Festlegen des Passworts oder der IP-Adresse kann über eine Kommandozeilenoberfläche erfolgen.

Das Management der Software und die Konfiguration der Betriebsparameter wird über die bereitgestellte Web-Oberfläche vorgenommen. Zahlreiche Dateisysteme wie Ext2, Ext3, FAT32, NTFS, ZFS oder UFS werden unterstützt. Das Betriebssystem selbst ist in der Regel auf einem USB-Stick oder einer Speicherkarte installiert. Von diesen Speichermedien bootet das NAS. Ist das Betriebssystem auf einer Festplatte abgelegt, lässt sich diese nicht als NAS-Speicher verwenden.

Entstanden ist das freie NAS-Betriebssystem im Jahr 2005. Das Projekt wurde von Olivier Cochard-Labbé ins Leben gerufen. Seit 2010 trägt die Firma iXsystems die Projektverantwortung. Die aktuellste Version der Software ist 11.2-U4.1 (Stand Mai 2019).

Die Funktionen des freien NAS-Betriebssystems

Das freie NAS-Betriebssystem besitzt einen riesigen Funktionsumfang und unterstützt die Dateifreigabe per SMB/CIFS, NFS, AFP, FTP, iSCSI oder WebDAV. Es lassen sich Rechner und Server mit den unterschiedlichsten Betriebssystemen wie Microsoft Windows, Linux, macOS, Unix und virtualisierte Umgebungen an das NAS anbinden. Die Integration in ein Active Directory ist möglich.

Verschiedene RAID-Level sind ebenfalls verfügbar. Zur Datensicherung sind Snapshots und lokale oder entfernte Backups automatisiert durchführbar. Snapshots lassen sich klonen, löschen oder zurückrollen. Eine weitere Funktion ist die Unterstützung der vollständigen Datenträgerverschlüsselung mit AES-XTS. Prozessoren mit AES-NI-Funktionen (Advanced Encryption Standard New Instructions) erlauben eine Hardware-beschleunigte Verschlüsselung.

Besonders flexibel zeigt sich FreeNAS durch die Möglichkeit, den Funktionsumfang per Plug-ins zu erweitern. Es lassen sich beispielsweise Backup- oder Cloud-Lösungen ergänzen. Im Folgenden ein Überblick über weitere spezifische Features des freien NAS-Betriebssystems:

  • Software-RAID 0, 1 und 5 sowie RAID-Z1, RAID-Z2 und RAID-Z3,
  • sichere Schlüsselübertragung zur Festplatten-Live-Verschlüsselung per HTTPS,
  • Überwachung der Festplattenlaufwerke und Solid State Drives (SSDs) per S.M.A.R.T. (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology),
  • UPnP (Universal Plug and Play),
  • Unterstützung von ZFS-Dateisystemen,
  • Statusanzeigen der Prozessorauslastung und der LAN-Transferrate,
  • automatisierte Statusberichte per E-Mail.

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