Cloud-Storage, Container und mehr Scality erläutert Storage-Trends für 2021

Redakteur: Dr. Jürgen Ehneß

Einen Blick in die sprichwörtliche Glaskugel wagt Scality und gibt seine Prognosen zur Storage-Entwicklung im kommenden Jahr bekannt. Erwartungsgemäß warten die File- und Objektspeicherspezialisten nicht mit fantastischen Überraschungen auf, sondern zeichnen ein klar umrissenes und realistisches Bild.

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Die Scality-Prognosen fürs Jahr 2021 bieten eine realistische Einschätzung der Storage-Entwicklungen.
Die Scality-Prognosen fürs Jahr 2021 bieten eine realistische Einschätzung der Storage-Entwicklungen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Giorgio Regni, CTO bei Scality, erläutert die Weiterentwicklung der Trendthemen Cloud-Speicher und Container-Storage: „Das beschleunigte Wachstum von Cloud-nativen digitalen Apps und Diensten der nächsten Generation wird in jeder Branche neue Wettbewerbsanforderungen definieren. Cloud-Native und Container entwickeln sich rasch zum neuen Standard für die App-Entwicklung sowie für zugrundeliegende Cloud-Infrastrukturdienste. […] Für die Speicherindustrie stellt der Container-Trend einen wichtigen Wendepunkt dar, der die Bereitstellungsarchitekturen unter Nutzung von Kubernetes und Container-nativen Speicher-APIs verändern wird. Die Auswirkungen werden mit denen der Servervirtualisierung in den 2000er-Jahren sowie des Cloud Computing in den 2010er-Jahren vergleichbar sein.“

Folgende Prognosen stellt Scality fürs Jahr 2021 im Einzelnen auf:

Neue Container-zentrische Speicherlösungen

2021 werden Speicheranbieter neue Lösungen entwickeln für die steigenden Anforderungen an Umfang und Agilität von Container-basierten Diensten, darunter Boot-Volumen und Protokolle, transaktionale Datenbanken, Anwendungsdaten über traditionelle Datei- und neue Objekt-APIs sowie Backup- und Langzeitarchive. Neue Container-zentrierte Produkte werden auf den Markt kommen, um traditionelle datenzentrierten Anwendungen sowie Objektspeicherung und Backups den Zugriff auf regelmäßig auftretende Mengen vom Typ Container Storage Interface (CSI) zu ermöglichen sowie die Komplexität groß angelegter Kubernetes-Implementierungen radikal zu reduzieren.

Datenverwaltung in der hybriden Cloud für Disaster Recovery

Disaster Recovery (DR) über zwei Rechenzentren hinweg wird 2021 nicht länger erforderlich sein. Stattdessen werden hybride Cloud-DR-Lösungen synchronisierte Kopien kritischer Daten vor Ort und in der öffentlichen Cloud verwalten. IT-Verantwortliche können so die Kosten für die Wartung von zwei Remote-Standorten für DR verhindern und dadurch Tausende, wenn nicht Millionen von Dollar einsparen.

Flash-Medien für die Speicherung mit hohen Kapazitäten

2021 wird eine neue Generation von Flash-Speichern mit hoher Dichte allgemein zugänglich werden. Durch die optimale Kombination aus hoher Leistung und niedrigeren Preisen eignet sich diese Technologie für die Skalierung der Datei- und Objektspeicherung mit hoher Kapazität. Bisher wurden Flash-Speicher bei Anwendungen mit geringerer Kapazität und latenzempfindlichen Use Cases eingesetzt. Für große Datenmengen (etwa bei Mediendateien oder auch in der medizinischen Bildgebung) war die Spinning-Disk mit hoher Dichte das Speichermedium der Wahl. Mit der 2021 zu erwartenden Einführung kostengünstiger Flash-Medien werden diese Use Cases kapazitätsoptimierte Lösungen einsetzen, die diese Vorteile in Bezug auf Dichte, Skalierbarkeit und Agilität für mehrere Arbeitslasten maximieren.

Objektspeicherung wird zum De-facto-Speicherstandard für Data Lakes

„Research and Markets“ geht davon aus, dass Data Lakes bis 2025 einen 20,1 Milliarden US-Dollar schweren Markt ausmachen werden. Um die Fülle an Informationen und Erkenntnissen in diesen riesigen Datenspeichern vollständig analysieren und nutzen zu können, benötigen Organisationen eine Basis-Speicherschicht, die Daten zugänglich und nutzbar macht. 2021 wird die Objektspeicherung diese Funktion erfüllen und zur größten Speicherschnittstelle für Analyseanwendungen wie Cloudera, Elastic, Spark, Splunk, Vertica, Weka und vielen weiteren werden. Dies liegt daran, dass Analyseanwendungen die AWS S3 API (Standard-API für die Objektspeicherung) nutzen. Große, halbstrukturierte und unstrukturierte Datensätze eignen sich hervorragend für die Objektspeicherung. Außerdem können die Leistungs- und Kapazitätsressourcen unabhängig voneinander skaliert werden, da die Objektspeicherung die Rechenschicht der Anwendung von der Speicherschicht entkoppelt.

2021 wird es eine verstärkte Konvergenz von Objekt- und Dateispeicherung für unstrukturierte Daten geben

Unternehmen bevorzugen heute eine Datenspeicherung, die sowohl in der Kapazität als auch in der Vielfalt der unterstützten Anwendungen skalierbar ist. Cloud-Native Anwendungen, die Objektspeicher über die S3-API konsumieren und mit diesen interagieren, werden im Unternehmen zunehmend neben langjährigen Anwendungen eingesetzt, die auf Dateisystemspeicher zugreifen. Infolgedessen werden sich ab 2021 im Unternehmen Lösungen durchsetzen, die Datei- und Objektmodelle zu einheitlichen Systemen kombinieren.

Arbeitslasten mit Service-Mesh verbinden und sichern

Komplexe Cloud-Native Anwendungen, die sich über Cloud-Regionen, On-Premise-Rechenzentren und Randstandorte erstrecken, werden immer beliebter. Die sichere Kommunikation zwischen diesen Diensten stellt jedoch nach wie vor eine Herausforderung dar, zumal die Zunahme von Remote-Working die veralteten Netzwerk- und Firewall-Konzepte belastet. 2021 wird die Netzwerkkommunikation immer häufiger mit einem sogenannten „Service-Mesh“ gesichert werden. Mit solchen Ansätzen werden Transport Layer Security (TLS) sowie Authentifizierung und Zugriffskontrolle sowohl für die Workload-Konnektivität als auch in Edge-Richtung durchgesetzt. Dadurch werden schrittweise „Zero-Trust-Netzwerke“ implementiert (angeführt von Googles BeyondCorp-Framework), in denen Netzwerkrichtlinien kodifiziert und systematisch durchgesetzt werden können.

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