Revisionssichere Archivierung von SAP- und Entwicklungsdaten

Sicherheit und Compliance als Treiber der IT

| Redakteur: Dr. Jürgen Ehneß

Auf der Suche nach einer Archivierungslösung: der Flugzeugzulieferer FACC setzt auf iTernity iCAS.
Auf der Suche nach einer Archivierungslösung: der Flugzeugzulieferer FACC setzt auf iTernity iCAS. (Bild: )

Strenge Sicherheitsvorgaben in der Luftfahrtbranche, lange Aufbewahrungsfristen und interne Compliance-Anforderungen waren für den Hersteller FACC Grund für die Suche nach einer effizienten Lösung für die Archivierung wichtiger Unternehmensdaten. Die Herausforderungen umfassten die Gewährleistung der Datenintegrität über sehr lange Zeiträume hinweg, die Anbindung verschiedener Datenquellen und Unternehmensbereiche an das Archiv, die Einbindung in die bestehende IT-Infrastruktur sowie Effizienz bei geringeren Kosten.

In der Luftfahrtbranche steht Sicherheit an oberster Stelle. Das wirkt sich auch auf die IT-Infrastruktur und Compliance-Anforderungen von Herstellern in der Branche aus. So müssen beispielsweise bestimmte Unternehmensdaten aus Gründen der Produkthaftung über 30 Jahre aufbewahrt werden – unveränderbar und rechtskonform.

Auch die Firma FACC, Hersteller von Flugzeugkomponenten und Mobilitätslösungen mit Firmenzentrale im österreichischen Ried im Innkreis und Niederlassungen in über 13 Ländern, stand vor der Frage: Wie können unternehmenskritische Daten sicher über lange Zeiträume aufbewahrt werden? Als Antwort wurde eine Enterprise-Content-Management-Lösung (ECM) in Verbindung mit der Langzeitarchivierungs-Software iTernity iCAS implementiert.

FACC ist ein weltweit führendes Unternehmen in Design, Entwicklung und Fertigung von Leichtbausystemen für die Aerospace-Industrie. Als Technologiepartner aller großen Flugzeug- und Triebwerkshersteller arbeitet FACC gemeinsam mit seinen Kunden an Lösungen für die Mobilität der Zukunft. Zu den Kernkompetenzen zählen beispielsweise Flugzeugkomponenten für Flügel, Rumpf und Leitwerk.

Gefragt: Qualität und Compliance

Für den rechtssicheren Geschäftsbetrieb sind bei FACC vorrangig zwei Datenquellen für die revisionssichere Archivierung bestimmt. Zum einen alle im ECM Opentext verarbeiteten Daten, wie beispielsweise Rechnungen, Wareneingangsdokumente, Verträge und Qualitätszertifikate. Für diese vorrangig SAP-bezogenen Daten gelten die üblichen regulatorischen Vorgaben; in Österreich ist dies beispielsweise §132 der Bundesabgabenordnung mit sieben Jahren Aufbewahrungspflicht.

Auf der anderen Seite archiviert FACC Engineering Daten wie zum Beispiel Konstruktions- und Entwicklungsdokumente. Für diese Daten gelten strengere Nachweispflichten und verlängerte Aufbewahrungsfristen. Meist handelt es sich um eine dynamische und eine fixe Komponente wie die Produktlebensdauer plus einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Somit ist in diesem Bereich eine Retention-Time von über 30 Jahren keine Seltenheit.

Lösungsanforderungen

„Die Luftfahrtbranche ist naturgemäß ein stark reglementierter Bereich, und als führender Hersteller muss gerade der Qualitätssicherungsprozess mit den Kunden wasserdicht gestaltet sein“, erläutert Stefan Wilflingseder, Chief Information Security Officer & Data Protection Coordinator bei FACC. „Deshalb vertrauen wir seit vielen Jahren auf iCAS als zentrales Archiv für unsere SAP- und Entwicklungsdaten.“

Neben den gesetzlichen Pflichten und Compliance-Vorgaben spielten Kosten und Performance eine wichtige Rolle bei der Suche nach einer Archivierungslösung. „Unsere Hardware-Kosten waren stark gestiegen, und die bis dato eingesetzte Lösung war einfach zu langsam und nicht zukunftsfähig“, erinnert sich Wilflingseder. „Für eine neue Lösung standen für uns Skalierbarkeit und Effizienz bei einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund.“ Aus diesem Grund entschied sich FACC letztlich gegen eine Hardware-gebundene Option von Netapp und für den Software-basierenden Ansatz von iTernity.

Sicheres Archiv mit weiterem Potential für die Zukunft

Die iTernity-Software iCAS wird bei FACC als virtuelle Maschine in einem VMware-Cluster betrieben. Als Hardware kommen 3PAR-Speicherlösungen von HPE zum Einsatz. Derzeit findet eine Replizierung der Archivdaten auf Speicherebene statt; diese Aufgabe könnte in Zukunft jedoch auch von iCAS übernommen und optimiert werden.

Die kontinuierliche Überwachung und Überprüfung der Korrektheit und Gültigkeit von Archivdaten, basierend auf den Hash-Werten, ist eine der Stärken von iCAS. Das Verfahren der Integritätsprüfung ist wichtig, um jegliche Art von Dateninkonsistenz zu erkennen, zum Beispiel ungültige Daten oder Silent-Data-Corruption. Wenn iCAS eine Dateninkonsistenz feststellt, können mithilfe der Self-Healing-Funktion die beschädigten Daten automatisch durch eine valide Kopie aus dem Synchronspeicher ersetzt werden.

Effizienz und Flexibilität im Vordergrund

Wenn Stefan Wilflingseder die Vorzüge von iCAS beschreibt, stechen für ihn vor allem die Effizienz und Flexibilität der Lösung hervor: „An iCAS schätzen wir besonders, dass wir auf unsere bestehende Infrastruktur, wie Storage und Virtualisierung, aufbauen konnten.“ Auf Grund der Hardware-Unabhängigkeit der Lösung musste die IT-Abteilung von FACC keine neue Hardware einführen, sondern konnte auf die bestehende IT-Infrastruktur zurückgreifen.

Selbst bei einem möglichen Systemwechsel oder der Anbindung neuer Anwendungen an das Archiv sieht die IT-Abteilung von FACC keine Herausforderung. „iCAS kann an verschiedene Applikationen und Hardware-Systeme angebunden werden“, betont Wilflingseder. „Bei zukünftigen Änderungen bleibt das iCAS-Archiv bestehen und wird einfach an die veränderte Umgebung angeknüpft.“ Das betrifft in gleicher Weise die Skalierbarkeit des Archivs, dank transparenter Lizenzmethodik und On-demand-Erweiterung des Archivvolumens.

Zum iTernity-Support hat Stefan Wilflingseder nicht viel zu sagen. Nicht aus negativen Gründen – im Gegenteil, er äußert sich sehr zufrieden über die Reaktionszeiten, konstatiert ein hohes Qualitätsniveau und lobt die angewandten State-of-the-art-Methoden. Vielmehr bestand selten die Notwendigkeit für die Unterstützung des Supports, da das iCAS-System sicher und wartungsarm im Hintergrund läuft.

Ausblick

Für die Zukunft sieht Stefan Wilflingseder eine notwendige wachsende Sensibilisierung des Themas: „Die Einstellung zu Archivierung und Compliance gewinnt aus mehreren Perspektiven an Bedeutung, da viele Bereiche involviert sind: die Fachabteilungen und Applikationsanwender sowie Bereiche mit Fokus auf Infrastruktur, Datenschutz und Compliance.“

Die Datenmengen wachsen kontinuierlich, und bei steigendem Kostendruck müssen effiziente und flexible Lösungen zum Einsatz kommen. Die größten Herausforderungen sieht Wilflingseder jedoch nicht in den Tools und Lösungen, sondern in den Prozessen. Am Beispiel der Digitalisierung von Archivdokumenten weiß der Chief Information Security Officer sein Unternehmen gut aufgestellt, „da FACC mit Opentext und iCAS sehr flexibel und zukunftsfähig arbeitet“. Kritischer sieht Wilflingseder die Anpassung bestehender Prozesse selbst, zum Beispiel zur Minimierung der Papieranteile, da dies immer einen Eingriff in die tägliche Arbeit und Routinen erfordere.

Mit Blick auf die Besonderheiten seiner Branche schließt Wilflingseder mit einem Lächeln und einem persönlichen Ausblick: „Aktuell feiern wir unser 30-jähriges Jubiläum; wir laufen somit noch gar nicht über die längste vorgeschriebene Retention-Time hinaus. Die Fristen der ersten gefertigten FACC-Produkte enden erst in den nächsten Jahren, womit die strategische Wichtigkeit der digitalen Archivierung deutlich wird.“

Die Komponenten:

  • iTernity Compliant Archive Software (iCAS)
  • ECM Opentext

Die Lösung im Abriss:

  • Einhaltung der strikten Aufbewahrungsfristen der Luftfahrtbranche;
  • perfekte Integration der Archivlösung in die bestehende IT Infrastruktur;
  • zentrales Archiv für SAP Daten und Entwicklungsdaten;
  • Kostensenkung bei steigender Flexibilität und Skalierbarkeit.

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