Zum 22. Mal führte Netapp sein Technologie-Forum durch. Im Vorfeld gab es Neuigkeiten aus KI und Sicherheit. Zentral waren Themen rund um Datensicherheit, -wiederherstellung und den Schutz vor Ransomware.
Mit Hilfe der Integration von KI und ML in den Primärspeicher will Netapp künftig Ransomware in Echtzeit bekämpfen.
Insgesamt rund 380 Personen, davon etwa 170 Kunden, kamen Anfang März nach München zum Netapp Technologie Forum. Den Rest stellten zu gleichen Teilen auf Netapp-Mitarbeiter und Partner. „Endlich erleben wir wieder die persönlichen Kontakte, die uns in den Pandemiejahren gefehlt haben“, freute sich Susanne Kummetz, Director Sales Communication Germany, bei der Eröffnung der Veranstaltung.
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Deren Motto lautete nicht umsonst „We make Data Infrastructure Intelligent“. Partner wie Fujitsu, alle drei Hyperscaler, Advanced Unibyte, Brocade oder Cisco waren mit eigenen Ständen auf der Veranstaltung repräsentiert.
Open Source für den Abschied von VMware
Außerdem zeigte sich zum ersten Mal auf einem Technologie-Forum in Deutschland die vor drei Jahren aufgekaufte australische 300-Personen-Firma Instaclustr. Sie ist mittlerweile voll in Netapp integriert. Ihre Spezialität: die Verwaltung heterogener Open-Source-Datenbanklandschaften auf den Hyperscaler-Clouds für Kunden. Man habe sehr große Erfahrung im Umgang mit Open Source, betonte ein Netapp-Vertreter mit Instaclustr-Erfahrung.
Das könnte sich für Netapp als vorteilhaft erweisen, wenn sich tatsächlich mehr VMware-Kunden aufgrund der neuen Lizenzstrategie zum Abschied vom Virtualisierungs-Marktführer und zum Einstieg in einen der Open-Source-Hypervisoren entschließen. Schließlich, so ein Netapp-Unternehmensvertreter, kenne man sich in der Handhabung beispielsweise von Proxmox sehr gut aus. Netapp versprach in Kürze entsprechende Veranstaltungen und Materialien.
KI direkt im Primärspeicher
Ein weiteres wichtiges Thema auf der Tagung war KI. Am Morgen hatte Netapp per Pressemitteilung die Integration von KI und ML in den Primärspeicher angekündigt, um Ransomware in Echtzeit zu bekämpfen.
Netapps Betriebssystem Ontap erhält bald einen autonomen Ransomware-Schutz mit AI (ARP/AI). Er erweitert die bereits vor drei Jahren realisierte Echtzeiterkennung digitaler Erpressungsversuche. Die angekündigten Erweiterungen scannen Files automatisch in Echtzeit auf Signale für Ransomware und erkennen laut Netapp 99 Prozent der Angriffe.
Außerdem hat Netapp mit BlueXP Ransomware Protection die Public Preview einer zentralen Steuer-Software zur Workload-bezogenen Ransomware-Abwehr vorgestellt. Ein Klick reicht, um kritische Workload-Daten zu finden, zu schützen und bei vermuteten Angriffen genau und automatisch zu reagieren. Netapp spricht von der Wiederherstellung innerhalb von Minuten. Dabei sollen auch bislang vollkommen unbekannte Bedrohungen („Schwarze Schwäne“) sicher erkannt werden.
Unveränderliche Speicherung auch für Backups
Die neue SnapCenter-Version 5.0 erweitert die unveränderliche Speicherung auf applikationsspezifische Backups. Außerdem ist als weiteres Funktionsmodul BlueXP Disaster Recovery verfügbar. Die Software wird in VMware-Infrastrukturen integriert und stellt On-Premises- und Hyperscaler-Umgebungen wieder her. Sie macht Mehrfach-Spiegelrechenzentren überflüssig.
Zudem erweitert Netapp seine Wiederherstellungsgarantie für von Ransomware-Angriffen betroffene Snapshots auf den hauseigenen Storage-as-a-Service-Dienst (StaaS) Keystone. Misslingt die Wiederherstellung, gibt es eine Entschädigung.
Auch weitere Funktionen von Ontap werden in Zukunft unter dem Label BlueXP angeboten. Dazu gehören beispielsweise Tiering (bislang Fabric Pool) oder VolumeCaching (bisher Flexcache).
Netapp vertieft seine Zusammenarbeit mit Nvidia. Im Detail konnte Netapp berichten, dass der Netapp AIPod, eine Kombination aus Nvidia DGX H100 und Netapp-All-Flash-Systemen der C-Serie, nun als Nvidia DGX BasePod zertifiziert ist. Daneben gibt es wie bisher Ausführungen mit der Nvidia DGX A 100.
Wie Max Amende, der bei Netapp auf AI-Themen spezialisiert ist, betonte, sei nämlich durchaus nicht für jede AI-Aufgabe ein sehr latenzoptimiertes System nötig, das dann auch entsprechend viel Geld koste. Vielmehr reichten fürs Anlernen die günstigen, durchsatzstarken, aber etwas latenzintensiveren QLC-basierten All-Flash-Systeme der C-Serie absolut aus. Hier sei viel Geld zu sparen, ohne dass der Zweck beeinträchtigt werde.
FlexPods für Openshift und Rancher
Außerdem gibt es jetzt zusammen mit Cisco (Server/Networking) realisierte FlexPods für AI. Sie unterstützen Nvidias AI Enterprise Software Platform. Mit Erweiterungen kann der Pod Red Hat Openshift und Suse Rancher verwenden. Die Funktionen für Skalierung und Benchmarking wurden für Anwendungen mit intensiverer GPU-Nutzung erweitert. Damit lassen sich Ende-zu-Ende-Systeme realisieren.
Stand: 08.12.2025
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Außerdem wurde Netapp-Storage für Nvidia OVX validiert. Die OVX-Systeme arbeiten mit Nvidia-L40S-GPUs, bringen die AI-Enterprise-Software des GPU-Spezialisten und sein Quantum-2-Infiniband oder Spectrum-X-Ethernet sowie Bluefield-3-DPUs mit.
Einfacheres Management für Storage in AI-Umgebungen
Man wolle AI-Spezialisten bestmöglich unterstützen, ob sie nun On Premises oder – wie meistens – in der Cloud arbeiteten, betonte Amende. Dazu dient beispielsweise das Data Ops Toolkit. Es ist auf Python-Umgebungen zugeschnitten.
Mit dem Software-Werkzeug lassen sich viele komplexe Ontap-Operationen, die in Datenpipelines gebraucht werden, mit nur einer Befehlszeile realisieren. Eine andere Software-Lösung, die die Arbeit in hybriden AI-Umgebungen erleichtern soll, ist Data Sense. Sie scannt und mappt Daten aus Ontap-Systemen On-Premises, bevor sie in eine Ontap-Umgebung beim Hyperscaler migriert werden. Das spart massiv Transportkapazitäten ein.
Ebenfalls hilfreich sei die Nutzung der Objektstorage Storage Grid mit ihrer S3-Schnittstelle. Storage-Grid-Umgebungen lassen sich auch beim Hyperscaler anmieten und sind in Netapps Data Fabric integriert.
Was macht das Digital-Twin-Projekt mit Fraunhofer IESE?
Schließlich konnte man sich auf der Veranstaltung auch über ein Netapp-Projekt in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut IESE (Institut für Experimentelle Softwareentwicklung) informieren. Zu dem 2016 an das Institut vergebenen Projekt zur Entwicklung digitaler Zwillinge steuert Netapp die Storage-Infrastruktur bei.
Verwendet werden dabei die digitalen Standards der IDTA (Industrial Digital Twin Association). Diese Vereinigung wurde aus dem Industrie-4.0-Konsortium vor zwei Jahren ausgegliedert und befasst sich ausschließlich mit digitalen Zwillingen. Ziel ist es, für das Thema einheitliche Standards zu formulieren.
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Zehn PoCs, wenige Umsetzungen
Es entstehen Content-basierte Applicationen, die auf den Eclipse-Basics fußen, Containern mit bestimmten Aufgaben, mit denen sich digitale Zwillinge realisieren lassen. Netapp verwendet einen Trident-Container für die Bereitstellung persistenter Storage in diesen Umgebungen und ihr Management – allerdings nur dann, wenn die Speichersystem von Netapp stammen. Trident und die Eclipse Basics wurden dafür sehr eng integriert.
Bislang gibt es rund zehn Proofs-of-Concept. Realisiert wurde ein Projekt mit der Universität der Bundeswehr, bei dem es um das Monitoring von Brücken geht. Auch bei ZF Friedrichshafen läuft ein Projekt. Dabei ist die Herausforderung, das Software-Deployment aus der Cloud heraus sicher zu gestalten. Das ist nötig, um IT- und OT-Umgebung zusammenzuführen, was wiederum die Voraussetzung für arbeitsfähige digitale Zwillinge darstellt.
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