Anwender berichten auf der „.Next“-Konferenz in Darmstadt von einer deutlichen Reduktion der Storage-Kosten durch eine Migration zu Nutanix. Dafür geht der HCI-Spezialist zunehmend Technologiepartnerschaften mit Storage-Größen ein, zuletzt mit Pure, und lässt bestehende Speicher-Investitionen unangetastet.
Partner sehen Nutanix zunehmend als vergleichsweise einfache Gelegenheit, bei Anwendern, die sich von einer veralteten Drei-Tier-Architektur verabschieden wollen, moderne Funktionen sowohl für Speicher als auch Container-Management und künstliche Intelligenz (KI) einzuführen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Christian Bergmann, Vice President Cloud IT & Infrastructure, Arvato SE, sorgte auf der „.Next“-Konferenz von Nutanix in Darmstadt für Aufsehen. Viele VMware-Anwender, wie eben Arvato, stehen vor der dringenden Entscheidung, weiter beim vom Broadcom übernommenen Virtualisierungs-Experten zu bleiben oder sich eine Alternative zu suchen, wie eben Nutanix. Auf der Bühne des Veranstaltungsortes Darmstadtium nannte Bergmann konkrete Zahlen für das Einsparungspotential einer Migration – sowohl im Storage-Bereich als auch über den gesamten Stack gesehen –, die nicht unerheblich waren.
Daniel Benden von Provinzial und Christian Bergmann von Arvato berichteten, wie sie unter anderem ihre Storage-Strategien mit Nutanix erfolgreich weiterentwickelt haben.
(Bild: Müller)
Leider will sein Unternehmen diese nicht veröffentlichen, aus Gründen. Folgende Aussage traf Bergmann schließlich gegenüber Storage-Insider: „Durch die Nutzung von Nutanix ist es uns gelungen, über die gesamte Infrastruktur hinweg eine nicht unwesentliche Reduzierung der Betriebskosten zu realisieren.“
Die genannten Zahlen wollte auch Christine Hensel, seit Oktober 2024 bei Nutanix als Director Systems Engineering tätig, im Gespräch mit Storage-Insider nicht bestätigen – Nutanix veröffentliche solche kundenspezifischen Kalkulationen nicht. „Doch wir verfügen in Deutschland über sogenannte Cloud-Economists, die beim Kunden vor Ort von Fall zu Fall die Einsparungspotentiale bei Hardware und Lizenzen ausloten“, so Hensel. Sie betont zugleich: „Kosten sind bei Weitem nicht das einzige Kriterium bei der Entscheidung für Nutanix.“
Eine Migration berge viele Vorteile, praktisch aber keine Nachteile, etwa in Bezug auf die Human Resources. Das bestätigt Bergmann: „Unser Storage-Team hatte wegen der Migration die Befürchtung, arbeitslos zu werden. Aber wir haben andere Aufgaben für sie gefunden“, berichtete der verantwortliche Anwender. Zumal VMware „weiter ein Thema“ für sein Team bleibe.
Kooperation mit Pure Storage
Um die Migration möglichst geschmeidig vonstattengehen zu lassen, war Nutanix bereits im Mai dieses Jahres eine Kooperation mit Pure Storage eingegangen. Gemeinsam stellt man Kunden eine Lösung bereit, die auf dem Nutanix-AHV-Hypervisor (Acropolis Hyper Visor) sowie der virtuellen Netzwerk- und Sicherheitslösung Nutanix Flow basiert und Pure Storage FlashArray über NVMe/TCP integriert. Die Lösung wird unter anderem von Partnern wie Cisco, Dell, HPE, Lenovo und Supermicro vertrieben.
Avinash Shetty, VP, Product Management, erläuterte die jüngsten Kooperationen von Nutanix im Storage-Bereich, beispielsweise mit Pure.
(Bild: Müller)
Der General Manager Germany, Thomas Herrguth, berichtete gegenüber Storage-Insider, dass man über den langjährigen Storage-Partner Dell hinaus in diesem Jahr mit Pure angebandelt hat, weil Kunden „Wahlfreiheit“ einforderten. „Das ist ein gewaltiges Thema für jeden Anwender, der Workloads zwischen einer bestehenden Infrastruktur und Clouds welcher Art auch immer hin- und herschieben müssen“, so Herrguth.
Storage-Hardware darf weiterverwendet werden
Neben der Wahlfreiheit hat das Anbandeln von Nutanix mit Storage-Größen noch einen anderen Grund: Partner sehen Nutanix zunehmend als vergleichsweise einfache Gelegenheit, bei Anwendern, die sich von einer veralteten Drei-Tier-Architektur verabschieden wollen, moderne Funktionen sowohl für Speicher als auch Container-Management und künstliche Intelligenz (KI) einzuführen. Nutanix seinerseits verfolgt das Paradigma, wonach Storage Area Networks (SAN) durch hyperkonvergente Systeme ersetzt werden sollten, nicht mehr ausschließlich, auch wenn die HCI-Plattform kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert wird. Vielmehr hat neben Dell auch Lenovo eigenständige Speicherprodukte auf den Markt gebracht, die Nutanix HCI als Grundlage für einen neuen hybriden Ansatz nutzen. Und nun eben auch Pure.
Dell ist ein langjähriger Partner von Nutanix; jüngst hat man die Kooperation erweitert.
(Bild: Müller)
Dabei setzt Nutanix im Rahmen von Project Beacon neben VMs verstärkt auf Container als Plattform für die Anwendungsentwicklung – wodurch sich Anwendungen flexibel überall ausführen lassen. Dem containerisierten Acropolis Operating System (AOS) kommt dabei immer mehr die Rolle als Speicher-Stack zu, der Daten aggregiert, schützt und Snapshots erstellt. Nutanix spricht daher zunehmend von „AOS Storage“.
Das Vorgehen ist konsequent: VMware-Anwender haben in der Regel viel in Storage-Hardware investiert; das können sie auch im Falle einer Migration nicht einfach aufgeben. Daher offeriert Nutanix ihnen den Weiterbetrieb unter Einsatz des AHV-Hypervisors. Zudem unterstützt Nutanix die Wiederverwendung vieler gängiger vSAN-ReadyNode-Konfigurationen. Das lässt verstehen, wieso eine Migration auf Nutanix die Gesamtbetriebskosten (TCO) für Anwender sinken lassen kann.
Stand: 08.12.2025
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Neue Funktionen für den AHV in Arbeit
Neue AHV-Serverfunktion, die im Mai angekündigt wurden und sich immer noch in Entwicklung befindet, sollen Drei-Tier-Kunden die Migration zu Nutanix erleichtern. Allen voran wäre hier die Wiederverwendung vorhandener VMware-ESXi-Hosts für den Betrieb des Nutanix-AHV-Hypervisors zu nennen. Dafür kommt eine Architektur zum Einsatz, die sowohl reine Speicherknoten als auch reine Rechenknoten sowie eine Mischung verschiedener Knotentypen und -konfigurationen innerhalb eines Clusters unterstützt. Und neben Rack-Servern können dann auch Blade-Server angesteuert werden, ein gängiges Bereitstellungsmuster in traditionellen Virtualisierungsumgebungen.
Auch VMware vSAN-Kunden können ihre vSAN-ReadyNode-Konfigurationen bald für Nutanix Cloud Infrastructure (NCI), einschließlich AHV, wiederverwenden. Mit zunehmender Größe einer Bereitstellung kann die Ressourcenbalance für Administratoren eine Herausforderung darstellen, weswegen die Ressourcen mittels einer „dynamischen Planung“ automatisch auf mehrere Cluster verteilt werden sollen.
Live-Migration ist schon seit der Einführung von AHV integriert, nun erhält sie mittels „Micro Stunning“ zusätzliche Fahrt. Durch die individuelle Steuerung von Speicherreplikation und CPU-Drosselung reduziert Micro Stunning die Auswirkungen migrierender VMs.
Eine weitere wichtige Funktion für virtualisierte Umgebungen ist Metro Availability, die AHV allerdings bereits seit 2021 unterstützt. Metro Availability ermöglicht die synchrone Datenreplikation zwischen Clustern, üblicherweise an verschiedenen Standorten, und startet Workloads im Zielcluster automatisch neu, falls das primäre Cluster ausfällt.
Aufbauend auf dieser Funktion wird die in Entwicklung befindliche Metro-Multisite-Funktion die gleichzeitige Replikation auf zwei Cluster ermöglichen und so die Ausfallsicherheit erhöhen. Diese Funktion dient auch dazu, den Digital Operations Resilience Act (DORA) einzuhalten, der seit Januar 2025 für Finanzinstitute in der EU und deren jeweilige Technologieanbieter verpflichtend ist.
Christine Hensel, Director Systems Engineering, und Thomas Herrguth, General Manager, Germany, nach dem Gespräch mit Storage-Insider
(Bild: Müller)
Kooperation mit Nvidia: Nutanix Flow mit Nvidia-BlueField-DPUs
Wenn wir heute von Workloads sprechen, meinen wir in der Regel künstliche Intelligenz (KI), weswegen Nutanix auch noch – wie könnte es anders sein? – Nvidia mit ins Boot geholt hat. Wie in Darmstadt mitgeteilt wurde, wird die Nutanix Cloud Platform (NCP) künftig die Nvidia AI Data Platform unterstützen, die im Frühjahr auf der NVIDIA GTC 2025 vorgestellt worden war. Die Netzwerkfunktionen der NCP bilden dabei die Basis für die KI-Anwendungen, wobei Nutanix Flow die zugrunde liegenden physischen Netzwerke abstrahiert und für ein einheitliches Sicherheitsniveau für alle Workloads und Standorte sorgt. Es unterstütze Self-Service-Verfahren sowie Mandantenfähigkeit und mache Re-Architektur oder IP-Neukonfiguration überflüssig.
Gesteuert wird das Ganze über eine verteilte Weiterleitungs- und Durchsetzungsebene vom Nutanix Prism, das im Kernel jedes AHV-Rechenhosts implementiert ist. „Anwender müssen die Nutanix-Umgebung nicht verlassen oder spezielle Storage-Teams betreiben“, kommentierte Hensel gegenüber Storage-Insider. Von einer Konsole aus lasse sich die gesamte Umgebung, von der Storage-, Compute- und Netzwerkinfrastruktur bis zu virtuellen Maschinen und Containern, verwalten.
Nutanix und Nvidia strengen sich zudem an, die Flow-Netzwerkdatenebene auf Netzwerkadapter von Nvidia wie ConnectX und BlueField auszulagern. Die BlueField-DPUs integrieren bereits programmierbare Arm-Kerne, Netzwerkschnittstellen und Beschleunigungsmodule für Funktionen wie Verschlüsselung, Speichervirtualisierung, Telemetrie und Paketverarbeitung. Die Auslagerung entlastet die Host-CPU, GPU und den Arbeitsspeicher, sodass diese sich auf rechenintensive Aufgaben wie KI-Inferenz oder -Training konzentrieren können.
„Durch die Integration von Nvidia BlueField in softwaredefinierte Plattformen wie Nutanix Flow können Unternehmen sichere, dynamische und leistungsstarke KI-Infrastrukturen entwickeln, die den Anforderungen von agentenbasiertem Computing und kontinuierlicher Inferenz gerecht werden“, kommentierte Justin Boitano, Vice President für Enterprise-KI-Produkte bei Nvidia, im Vorfeld der „.Next“.
IDC: TCO sinkt sicher
Zurück zur Ausgangsfrage: Sinkt die Total Cost of Ownership (TCO) im Falle einer Migration auf Nutanix tatsächlich und auch deutlich? IDC hat sich bereits vor einem Jahr die Auswirkungen der Ausführung kritischer Workloads und Anwendungen auf der NCP angesehen und sich dabei auf Infrastrukturkosten, Personalaufwand, Leistung und Geschäftsergebnisse konzentriert. Das Analystenhaus schätzt, dass ein Nutanix-Kunde jährlich 575.600 US-Dollar pro 100 VMs einsparen kann, und zwar aufgrund folgender Faktoren:
geringere Ausgaben für Rechenleistung, Speicher und andere IT-Ressourcen, einschließlich Lizenzierung und DR-Umgebungen (Disaster Recovery),
erhöhte Effizienz des IT-Teams durch Reduktion von Verwaltungs- und Supportaktivitäten,
größere IT-Agilität durch eine schnellere Bereitstellung von IT-Ressourcen,
weniger ungeplante Ausfällen und datenbezogene Risiken,
verbesserte Anwendungs- und Serviceleistung, Verfügbarkeit und Benutzererfahrung.
Die Studie von IDC ergab unterm Strich, dass Anwender der Nutanix Cloud Platform einen ROI von 391 Prozent über drei Jahre bei einer Amortisationszeit von nur sieben Monaten erzielen können. Darüber hinaus profitieren Unternehmen von 41 Prozent niedrigeren Infrastrukturkosten und einer Reduktion der Betriebskosten um 42 Prozent über drei Jahre.
„All unsere Neuerungen zielen daneben aber vor allem auf eines ab: die Vereinfachung der Nutzung von Nutanix und damit des gesamten IT-Stacks eines Unternehmens“, so der deutsche Geschäftsführer Thomas Herrguth abschließend im Gespräch mit Storage-Insider.
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(Bild: Storage-Insider)
IT-Abteilungen suchen heute zunehmend nach Möglichkeiten, die geforderten IT-Dienste mit der Geschwindigkeit und Betriebseffizienz von Diensten der Public-Cloud-Anbieter AWS, MS Azure und Google Cloud Platform liefern zu können.
Die Themen im Überblick:
Kluft zwischen traditioneller Infrastruktur und Public-Cloud-Diensten überbrücken
Vorteile von HCI im Überblick
HCI-Lösungen von Dell, Nutanix, Lenovo und Microsoft
Energieverbrauch, Energiekosten und CO2-Fußabdruck