Digitales Geschäftsmodell braucht eine leistungsfähige IT

Spiegel speichert mit Datacore

| Redakteur: Tina Billo

Der Spiegel-Verlag aktualisiert seine Server- und Speicherinfrastruktur mit Datacore.
Der Spiegel-Verlag aktualisiert seine Server- und Speicherinfrastruktur mit Datacore. (Bild: gemeinfrei rcvd / Pixabay / CC0)

Mehrere hundert Terabyte an Daten müssen beim Spiegel-Verlag gespeichert und zentral verwaltet werden. Damit dies in der heterogen aufgebauten Storage-Umgebung auch klappt, ersetzte die Mediengruppe seine bislang genutzte softwarebasierte Virtualisierungslösung durch Datacore Sansymphony und erweiterte im gleichen Schritt die bestehende Hardware. Ergebnis ist eine höhere Performance und Ausfallsicherheit.

Die Wochenzeitung „Der Spiegel“ des gleichnamigen im Jahr 1947 gegründeten Hamburger Verlags steht seit Anbeginn für eine unabhängige, fast vollständig selbstrecherchierte investigative Berichterstattung. Dank dieser Markenzeichen eroberte sich das Blatt in seinem Segment einen Platz unter den auflagenstärksten Titeln in Europa.

Unter dem Dach des gut 1.100 Mitarbeiter zählenden Hauses sind zahlreiche weitere Printprodukte angesiedelt, darunter Heftreihen zu Spezialthemen, zielgruppenspezifische Magazine und Bücher. Webangebote wie die weltweit als erste online gegangene Nachrichtenseite Spiegel Online oder das Portal bento sowie das TV-Magazin Spiegel TV, runden das Informationsangebot ab. Auf dieses greifen Woche für Woche mehr als 13 Millionen Menschen zurück.

Darüber hinaus hat die Mediengruppe die Zeichen des anbrechenden multimedialen Zeitalters schon früh erkannt und sich entsprechend aufgestellt. So produziert die Tochter Spiegel Infotainment für verschiedene Sender TV-Formate, darüber hinaus betreiben die Hamburger Pay-TV-Kanäle und Web-TV-Angebote und halten eine Beteiligung am Audio-Verlag (DAV).

Das IT-Gerüst muss stimmen

Im digitalen Archiv des Verlags sind inzwischen über 105 Millionen Textdokumente und sieben Millionen Bilder elektronisch abgelegt, damit zählt es zu einem der größten der Welt. Auf dieses können alle Redakteure, gleich von welchem Standort sie gerade arbeiten, online zugreifen. Aufgabe der IT ist es daher nicht nur, die den Bestand an Multimediadateien zu verwalten, sondern auch den beständigen und reibungslosen Zugang auf die Inhalte sicherzustellen.

Des Weiteren ist sie für den Betrieb der klassischer Geschäftsanwendungen, darunter E-Mail, FTP und Datenbanken – sowie der verlagsspezifischen Applikationen und deren Management zuständig. Hinzu kommt, dass für die automatisierten Produktions- und Publikationsprozesse am Laufen gehalten werden müssen.

Ausfälle bei der Content-Bereitstellung oder des Geschäftsbetrieb kann sich die Spiegel-Gruppe somit nicht leisten, da dies Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen würde.

Ressourcen nach Bedarf

Doch die IT muss nicht nur Rund-um-die-Uhr verfügbar, sondern auch so flexibel ausgelegt sein, dass sich auch kurzfristigere Projekte abwickeln lassen. Dies heißt beispielsweise, dass die hierfür nötigen Server- und Storage-Ressourcen jederzeit bedarfs- und anforderungsgerecht sowie möglichst schnell zur Verfügung gestellt werden können.

Um diesen Anforderungen zu begegnen baute der Verlag bereits vor Jahren eine virtualisierte Server- und Storage-Infrastruktur auf, die in zwei redundanten Rechenzentren als ausfallsicherer Streched-Cluster betrieben wird.

Datacore macht das Rennen

Neben VMware kam eine softwarebasierte Speichervirtualisierung-Lösung zum Einsatz. Aufgrund der anstehenden Verlängerung von Wartungsverträgen und damit verbundenen Problemen, entschieden sich die IT-Verantwortlichen jedoch dafür, diese abzulösen.

Die Wahl fiel auf Datacore Sansymphony. Die Plattform überzeugte nach Aussage von Robert Kiehne, Gruppenleiter des IT-Systemmanagements beim Spiegel-Verlag im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ebenso bot sie die Möglichkeit, künftig schnelle SSDs in die Infrastruktur einbinden zu können. Ein wichtiger Punkt war zudem, dass sich die bislang genutzte freie Linux-Distribution Centos für Datacore zertifizieren ließ.

Soft- und Hardware-Runderneuerung

Im Zuge des Umstiegs auf die Datacore-Software erfolgte auch Hardware-Wechsel. Sansymphony10 wurde auf neuen Fujitsu Primergy Servern in den Rechenzentren installiert und diese redundant an die bestehende Fibre-Channel­lnfrastruktur angebunden. Darüber hinaus arbeitet in den Datacore-Knoten jetzt als Tier 0-Speicher jeweils eine PCle­SSD aus der Atomic-Serie von Sandisk. Daneben werden für das Tiering eine externe SSD-Appliance sowie weitere SAS- und Plattenspeichersysteme genutzt.Zusammengenommen beläuft sich die verfügbare Speicherkapazität dadurch auf mehrere Hundert Terabyte.

„Durch die lntegration der Flash-Karte in die Datacore-Knoten konnten wir eine fünffach höhere Performance als zuvor erzielen. Ebenso verringerten sich im Zusammenspiel mit den von der Datacore-Software bereitgestellten Lese-/Schreib-Caching und Auto-Tiering-Funktionen die Latenzzeiten”, so Robert Kiehne.

Implementierung in nur wenigen Tagen

Heute kommen in den voneinander räumlich getrennten Rechenzentren in einer Stretched-Cluster-Konfiguration mehrere ESX-Hosts sowie Windows- und Unix-Server zum Einsatz. Letztere werden vornehmlich für MS SQL-Datenbanken und File-Services genutzt, währen die verlagstypischen Anwendungssysteme einschließlich aller entscheidender Services virtualisiert sind.

Die praktische Implementierung wurde in nur fünf Arbeitstagen umgesetzt, darauffolgend startete die mehrere Wochen beanspruchende sukzessive Migration der Daten im laufenden Betrieb.

Übergreifende Bereitstellung von Speicherdiensten

Datacore spiegelt die Daten zwischen der angebundenen Hardware mit transparentem Auto-Failover und automatischer Re-Synchronisation (Auto-Failback) und sorgt damit für Hochverfügbarkeit. Unabhängig von den eingesetzten Speicherplattformen – ob Festplatte, SSD oder Cloud-Storage – stehen zudem infrastrukturübergreifend alle nötigen Dienste, angefangen von Thin Provision über Caching bis hin zur asynchronen Replizierung sowie Reporting-Funktionen, bereit.

Dies schafft die Grundlage dafür, dass der Verlag die Systemlandschaft im laufenden Betrieb vergleichsweise kostenwirksam erweitern und damit künftigen Anforderungen bedarfsgerecht begegnen kann.

Bessere Kapazitätsauslastung und mehr Sicherheit

Das Datacore Auto-Tiering schließt auch die PCle-Karten im Server mit ein und sorgt dafür, dass einzelne Blöcke entsprechend ihrer Leistungsanforderung automatisch in die jeweils am besten geeignet Speicherklasse verschoben werden. Dadurch lassen sich die vorhandenen SATA-, SAS- und SSD-Kapazitäten optimal auslasten und kosteneffizient nutzen.

Die Daten bestimmter Systeme sichert der Verlag per Datacore-Snapshots. Für das permanente Backup geschäftsentscheidender Windows-Cluster und Fileserver wird CDP (Continuous Data Protection) genutzt. Dadurch lässt sich jede Veränderung an den ausgewählten Systemen festhalten und im Fall der Fälle eine stufenlose Rücksicherung durchführen.

„Mit der Data Core-Plattform haben wir alle Möglichkeiten, unsere Infrastruktur auch speicherseitig fiexibel einzurichten, unabhängig davon, ob wir in Zukunft unser SAN ausbauen, ein Virtual SAN einrichten oder ein Rechenzentrum migrieren. Wir können herstellerunabhängig auf den aktuellen Bedarf reagieren“, fasst Kiehne abschließend zusammen.

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45370562 / Branchen/Mittelstand/Enterprise)