Wiederherstellung eines Primärsystems Was ist Failback?

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

Failback ist der Vorgang des Wiederherstellens eines Primärsystems nach einem Failover. Beim Ausfall des Primärsystems findet zunächst automatisch ein Failover statt, und ein Sekundärsystem übernimmt die Funktionen, Services und Daten des Primärsystems. Ist das Primärsystem wieder einsatzbereit, erfolgt im Rahmen des Failbacks die Rückübertragung aller Services, Funktionen und Daten auf das Primärsystem.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Bei einem Failback werden die Funktionen, Services und Daten eines Systems, das sich im Failover-Status befindet und im Backup-Modus betrieben wird, auf dem ursprünglichen Primärsystem wiederhergestellt. Das durch den Failover automatisch aktiv gewordene Sekundärsystem übernimmt wieder seine ursprüngliche Rolle. Es wird für einen erneuten Ausfall als Backup-System bereitgehalten.

Der Vorgang des Failbacks wird auch als Zurückschalten des Backups bezeichnet. Je nach Systemumgebung und technischer Realisierung wird der Prozess des Zurückschaltens auf das Primärsystem automatisch oder manuell ausgelöst. Die genaue Beschreibung der technischen und organisatorischen Vorgänge des Failovers und des Failbacks sind Bestandteil des Disaster-Recovery-Plans (DR-Plan, DRP). Er sorgt für die notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Systemfunktionen bei Ausfällen, minimiert die durch Ausfälle auftretenden Risiken und trägt zur Optimierung der Gesamtverfügbarkeit eines Systems bei.

Das Zusammenspiel zwischen Failover und Failback

Failover und Failback treten bei einem Ausfall und bei der Wiederherstellung eines Systems im Zusammenspiel auf. Sie bilden die entscheidenden Prozesse einer Notfallwiederherstellung. Bei einem Ausfall eines primären Systems erfolgt im Failover-Prozess zunächst der Wechsel vom ursprünglichen Produktivsystem auf ein bereitgehaltenes Backup-System. Es handelt sich beim Failover um eine automatische Ausfallsicherung des Systems. Findet das Umschalten auf das Backup-System in einem geplanten Vorgang beispielsweise zu Wartungszwecken statt, spricht man nicht von einem Failover, sondern von einem Switchover.

Während das Backup-System im Rahmen des Failovers übernommen hat, können die Fehlersuche, die Fehlerbehebung und die grundsätzliche Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Primärsystems erfolgen. Ist das Primärsystem prinzipiell wieder einsatzbereit, findet im Rahmen des Failbacks die Rückübertragung der Funktionen und Services vom Backup-System statt. Alle während des Backup-Betriebs vom Beginn bis zum Ende des Ausfalls aufgelaufenen Daten werden mit dem Primärsystem synchronisiert.

Der Prozess des Failbacks lässt sich manuell oder automatisch auslösen. Die Umschaltprozesse zwischen Primärsystemen und Sekundärsystemen sind in vielen Systemumgebungen so gestaltet, dass für den Benutzer kein Serviceausfall festzustellen ist. Die Prozesse laufen quasi nahtlos mit sehr kurzen Umschaltzeiten ab. Technisch verwenden die Failover- und Failback-Prozesse Verfahren wie Datenspiegelungen, Datenreplikationen oder Snapshots.

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