Bei der Bandspeicherung überlebt das Helical-Scan-Format im Lowend

Tape-Laufwerke zwischen Backup und Archivierung

01.06.2010 | Autor / Redakteur: Thomas Jungbluth / Rainer Graefen

Das Backup auf DAT320 ist bei etwa 800 Euro für ein externes USB-Laufwerk schon über den steuerlich günstigen GWG-Status hinaus.
Das Backup auf DAT320 ist bei etwa 800 Euro für ein externes USB-Laufwerk schon über den steuerlich günstigen GWG-Status hinaus.

Natürlich kann man Datenmengen bis in den Petabyte-Bereich auch dedupliziert archivieren. Billiger kommt jedoch der Einsatz von LTO-5-Bändern. Ungewiss bleibt indes die Zukunft der Datensicherung auf Tape-Medien.

Sicherung auf Band bedeutete früher viel Aufwand: Die Bänder mussten manuell eingelegt werden, und mit einem kam man in der Regel nicht aus, da die Kapazität begrenzt war.

Auch die Sicherheit war nur schwer zu gewährleisten. Bei Verlust von Bändern waren Geschäftsgeheimnisse schnell offengelegt, da Encryption kein Thema war.

Heutzutage ist es dank bewährter Technologien und automatischer Wechseleinrichtungen kein Problem mehr, auch auf Tape die Daten sicher unterzubringen.

Gelitten hat im Laufe der Jahre die Vielfalt der Streamer-Technik. Neben den Hochleistungsstreamern von Oracle (Sun/STK) und IBM, stehen gegenwärtig nur noch zwei Formate auf dem Wettkampffeld:

  • DDS – steht für Digital Data Storage und und benutzt das Schrägspuraufzeichnungsformat (Helical Scan). DDS beansprucht noch die größten Marktanteile und eignet sich für Datenvolumina von weniger als einem Terabyte, also für kleine Unternehmen und Selbstständige.
  • LTO – ist die Abkürzung für Linear Tape Open. Die nahezu quadratischen Cartridges werden solo für kleinere Server oder zu mehreren in Automaten verwendet, die mittels Roboter die Bandeinheit dem Laufwerk zuführen bzw. in seine Parkposition zurück bewegen.

Die Verlierer

Zu den früher weit verbreiteten, inzwischen aber von Quantum und Sony abgekündigten Tape-Technologien gehören unter anderem:

  • DLT – Digital Linear Tape ist eine dem LTO ähnliche Aufzeichnungstechnik, wird aber sukzessive ausrangiert.
  • AIT – das Advanced Intelligent Tape wurde wie DDS auch von Sony (mit) entwickelt und basiert auf deren digitaler Hi8-Videobandtechnik.

In der IT-Welt gab es eine Vielzahl weiterer Bandformate, die hier nicht weiter aufgeführt werden sollen, da sie außer für nostalgische Erinnerungen keine praktische Relevanz mehr haben. Einzig DDS und LTO sind für den Einsatz in IT-Umgebungen noch wichtig.

Neben der Größe der Cartridges und der Kapazität gibt es noch weitere Unterschiede: DDS-Laufwerken benutzen eine Kassette, bei der sich beide Spulen des Bandes in dem gleichen Gehäuse befinden, bei LTO kommt eine Cartridge zum Einsatz, die nur eine Spule besitzt, so dass das Band mit einem speziellen Mechanismus ins das Laufwerk eingefädelt werden muss.

DDS DAT, der Klassiker

Häufig liest man von „DAT“-Streamern, doch diese Bezeichnung für die Sicherungsmedien ist eigentlich nicht korrekt, sondern sie lautet „DDS“ (Digital Data Storage). Weil die hierbei verwendeten Kassetten jedoch den gleichen Formfaktor benutzen wie das „Digital Audio Tape“, sprechen die meisten Anwender auch vom DAT-Streamer.

DAT war als digitaler Nachfolger der Kompakt-Kassette bis zur Jahrtausendwende in Gebrauch. Inzwischen ist DAT vom Markt, im Audio-Bereich wird meist nur noch auf CD gebrannt oder gleich im MP3-Format aufgezeichnet.

DDS-Tapes unterscheiden sich von Audio-Tapes (außer der anderen Beschriftung) durch einen Media-Erkennungs-System-Streifen (Media Recognition System, kurz MRS), der am Bandanfang vorhanden ist.

weiter mit: LTO wächst über sich hinaus

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