Mobile-Menu

Bei der Bandspeicherung überlebt das Helical-Scan-Format im Lowend

Tape-Laufwerke zwischen Backup und Archivierung

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Die DDS-Laufwerke fassen aktuell eine Kapazität von maximal 160 Gigabyte – wobei dieser Wert für unkomprimierte Daten gilt. Doch die Speicherung erfolgt nicht Bit für Bit, sondern ein Kompressionsalgorithmus verringert die Datenmenge um die Hälfte. Ein DDS-Laufwerk der aktuellen Generation (siehe Tabelle) fasst also 320 Gigabyte.

DDS-Laufwerke ziehen das Band aus der Kassette heraus und wickeln es um eine rotierende Trommel, auf der je zwei Schreib-/Leseköpfe untergebracht sind und das Band so in schrägen Spuren beschreibt. Diese Schreibweise heißt auch „Helical Scan“. Die Kassette enthält zwei Spulen (Dualreel).

Die Breite des DDS-Bandes ist bis zur 5. Generation DAT72 nur 4 mm breit und extrem dünn. Das begrenzt die Anzahl der Nutzungszyklen auf 25 bis maximal 100. Die Lagerungsdauer unter optimalen Bedingungen wird typischerweise mit 10 Jahren angegeben. Ab Generation 6 (DAT160 und DAT320) werden robustere Bänder mit acht Millimeter Breite eingesetzt.

LTO – die fünfte Generation

Größte Konkurrenztechnik zu LTO war bis zum Schluss das DLT-Format (Digital Linear Tape) bzw. dessen Highend-Variante S-DLT. Beide arbeiten mit einem Bandwickel (Monoreel), der mit dem zweiten im Laufwerk befindlichen Wickel interagiert.

Die aus verschiedenen Bemühungen um die Standardisierung bei Tapes für größere Kapazitäten entstandene „Linear Tape Open“-Bewegung (LTO) befindet sich inzwischen bei der Version 5. Hinter der LTO-Technik stehen IBM, Hewlett-Packard und Seagate. Auch Hersteller Quantum, der zunächst auf DLT setzte, konzentriert sich inzwischen auf LTO.

LTO-Laufwerke der Version 4 und 5 bieten neben der hohen Kapazität den Vorteil, dass die Daten direkt vom Laufwerk mit einem 256-Bit-AES-Algorithmus verschlüsselt werden können. Außerdem gibt es WORM-Tapes (Write Once, Read Many) für beide Versionen.

Beide Eigenschaften qualifizieren LTO-Bänder als revisionssicheres Archivmedium und machen sie für Umgebungen sinnvoll, in denen die Compliance die unveränderbare Speicherung vorschreibt.

Ursprünglich waren für LTO zwei Formate vorgesehen, „Ultrium“ und „Accelis“ – letzterer konnte sich jedoch nicht durchsetzen, deswegen blieb der Name „Ultrium“ für die LTO-Bänder übrig. LTO-Bänder sind in der Kassette auf einen Spulenkörper gewickelt (Monoreel), der im Betrieb in das Laufwerk auf eine zweite Spule gezogen wird.

Ein Schreib-/Lesekopf greift linear auf das Band zu, er hat acht Kanäle und 384 Spuren. Die genaue Positionierung gewährleisten sechs dazwischen liegende Servospuren.

In einem 4-KB-Speicherchip speichert das Laufwerk Parameter der Cartridge wie Seriennummer, Inhalt, Informationen zu den letzten 100 Zugriffen und dem verwendeten Laufwerk sowie der Datenmenge.

Medium mit Zukunft

Bewährte Technologie und etablierte Methoden der Archivierung sprechen dafür, das Tape nicht zum „Alteisen“ der IT-Technologie abzuschieben. Nicht nur die niedrigen Kosten, auch die Möglichkeit, Speichermedien mit geringem Aufwand leicht räumlich getrennt vom Rest des IT-Equipments unterzubringen sprechen dafür, auch Tape in Zukunft als Archivmedium einzusetzen.

(ID:2045272)