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LAN-free und Server-free sind die Modethemen
Die Sicherungsmethoden LAN-free und Server-free waren die beherrschenden Themen in dieser Zeit. Wie bei Modethemen üblich wurde in Veröffentlichungen häufig eher plakativ als präzise mit den Einsatzmöglichkeiten der neuen Technologien umgegangen. Der am häufigsten beworbene Server-free-Ansatz war die Umsetzung des 1996 entwickelten SCSI3 T10 extended copy/3rd party copy Standards (auch unter SNIA 143R1 standardisiert).
Hier war definiert, wie man innerhalb von SAN-Infrastrukturkomponenten (z. B. SAN Data Gateways erweitert um Microcode-Funktionen) eine „Data-mover“-Instanz abbilden konnte, die in der Lage war, Daten im SAN direkt von Disk nach Tape zu kopieren, ohne den „zeitraubenden“ Umweg über den Applikations-Server nehmen zu müssen.
Diese Lösung war nur realisierbar durch Einhaltung einer Reihe von Rahmenbedingungen und setzte eine Kette T10-kompatibler und getesteter Hardware- und Software-Komponenten voraus. Die Anzahl der Hersteller für „data mover“-Instanzen (SAN Data Gateways) war begrenzt u. a. mit den Herstellern Pathlight und Crossroads.
Es fehlte zudem die Möglichkeit, mit diesem Verfahren Einzeldateien zu sichern oder zu rekonstruieren, weil der Kopiervorgang eine Volume-Block-Level-Operation war. Die notwendige Öffnung der Filesystem-Hersteller blieb aus, die nötig gewesen wäre, um über standardisierte API-Schnittstellen die logischen Dateien auf die physischen Blöcke abbilden zu können (LBM = Logical Block Mapping List). Für Volume-Dumps brauchte man die LBMs nicht.
Re-Engineering scheitert
Legato unternahm mit dem Produkt Celestra einen Versuch, das selbst über Re-Engineering-Verfahren umzusetzen, scheiterte dann aber mittelfristig am notwendigen Pflegeaufwand durch mangelhaft publizierte Änderungen der Filesystem-Hersteller. Andere Ansätze, wie die Vertex-Initiative von Veritas, versuchten das Problem auf der Basis ihres eigenen proprietären Volume Managers bzw. Filesystems zu lösen.
Das Thema SCSI3 T10 beschäftigte die IT-Welt einige Jahre und war offensichtlich für die Marktpräsenz so wichtig, dass TSM mit der Version V5.1. eine entsprechende Implementierung für Windows 2000-Client, IBM SAN Data Gateway 2108 (Pathlight) und TSM-Server auf Windows 2000 verfügbar machte (das TSM Demo-Highlight auf der Cebit 2002).
Heute definieren sich „Application Server-free“-Lösungen über andere technische Möglichkeiten, wobei nach wie vor das Prinzip von „workload offloading“ das Herz des Verfahrens ist, wie z. B. das „Copy Backup“-Verfahren Disk-to-Disk über die Snapshot-Funktionen von Betriebssystemen, Filesystemen, Plattensubsystemen oder Proxy-Lösungen wie VMware Consolidated Backup.
Kritisch bei allen Online-Backup-Lösungen, die über Ersatzinstanzen arbeiten (Server-free und Copy Backup), ist die notwendige Anwendungsintegration zur Sicherstellung von Datenkonsistenz beim Backup. Dies muss entweder über Skript-basierte Verfahren geschehen oder über bereitgestellte Betriebssystem- oder Applikationsschnittstellen, z. B. Microsoft Volume Shadowcopy Services oder SAP „Splitint“.
Weiter mit: Juni 2001 – TSM V4.2 unterstützt weitere Plattformen
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