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Interview

Unternehmensarchive erfassen alle Datentypen, nicht nur E-Mails

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Ansonsten lautet meine Empfehlung für die Einhaltung firmeninterner Compliance-Gesichtspunkte: Definieren Sie Regeln und überprüfen Sie deren Einhaltung in gewissen Zeitabständen.

Wie wichtig ist Ihrer Erfahrung nach überhaupt die Umsetzung von Compliance-Regeln? Gibt es angesichts der amerikanischen Vorgaben nach SOX, HIPPA, und wie sie alle heißen, eine Schnittmenge, die mit den Vorgaben in Deutschland – oder besser noch Europa – in Übereinstimmung gebracht werden könnte?

Obermann: Schaut man in deutsche und englische Firmen rein, wie wir das häufiger tun müssen, dann ist man eigentlich erstaunt, wie wenig getan wird angesichts der in Amerika drohenden Strafen. Andererseits ist dort Compliance so unscharf formuliert, dass jede amerikanische Firma das nach eigenem Gusto umsetzen kann und damit „compliant“ ist. In Europa sind die geschäftlichen Gesetzvorgaben wesentlich präziser formuliert, aber jeder Staat hat Hunderte von Regeln, die sich, länderübergreifend betrachtet, teils widersprechen. Compliant zu sein, ist für sich schon in jedem europäischen Land sehr schwierig. In Europa compliant zu sein, ist unmöglich. So setzen die Firmen im besten Falle den Standard am Standort um und dann wird noch geschaut, dass man es den Amerikanern halbwegs Recht macht.

Sie meinen also, dass es gut ist, alles zu archivieren? Und wenn der Worst Case, der schlimmste Fall eintritt, benützt man die Suchmaschine des Archivs?

Obermann: Ich denke, dass Firmen mehr tun sollten. Andererseits kann man sich zurzeit nur in die Nesseln setzen. Wenn Sie bedenken, dass Consultingfirmen mit diesem Thema beschäftigt werden, die zwar zehn Millionen Dollar für ihre Expertise verlangen, aber keine Gewährleistung für ihre Empfehlung übernehmen wollen, was wollen sie dann machen?

Die geschäftliche Realität sieht nicht zuletzt deshalb für uns so aus, dass Compliance keine Kaufentscheidungen begründet. Die Geschäftsführer fordern entweder eine performante E-Mail-Plattform, und das kann dann so aussehen, dass der IT-Leiter den Kollegen eine winzig kleine Mailbox von 30 Megabyte spendiert. Oder auch umgekehrt: Da werden dann den Mitarbeitern auch mal 30 Gigabyte zugestanden, damit diese nicht dauernd über die Quotas und die Zwangs-PSTs nörgeln.

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