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Das GRID-Projekt

Vom CERN ins Wohnzimmer

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Grid-Probleme

In einem Grid ist der Lese- und Schreibvorgang entkoppelt. Dies ist laut van Wezel ein typisches Grid-Problem, das es vorher nicht gab. Anders als in einem Rechenzentrum wissen die beteiligten Rechner zunächst nichts voneinander, da sie räumlich getrennt sind. „Man kann diese Probleme nicht mehr mit Hardware lösen, sondern braucht neue Transferverfahren. Die jetzt vorliegende Version 2 vom SRM ist ein wichtiger Fortschritt“, erläutert van Wezel.

Der SRM setzt als „Storage-Element“ auf ein Stück Software, das die Speicher-Ressourcen des Grid verwaltet. Es weiß stets, wo noch freie Kapazitäten bereit stehen und ermöglicht den Anwendungen, bestimmte Daten abzufragen, sie anzulegen oder zu löschen. Das SRM-Interface bieten Operationen für das Setzen von Berechtigungen und Zugangskontroll-Listen (access controll lists; ACL).

Auch in der jüngsten Version wird der SRM mit einer Schwierigkeit nur teilweise fertig, nämlich der Art und Weise, wie der Speicher hinter dem Storage-Element (SE) aufgestellt wird. Neben Disks kommen im LHC-Grid auch Tapes zum Einsatz. Etwa die Hälfte der Daten in einem Tier 1 Rechenzentrum liegen auf Band vor, und zwar gerade für die Langzeitspeicherung der rohen Messdaten. Zugriffe auf Band verlaufen allerdings sehr langsam. Daher ist es sinnvoll, sie vor der Bearbeitung auf ein Platten-Array zu kopieren. Das SRM bietet daher Kommandos wie „prepare to get“, um das SE zu beauftragen, Daten von Band auf Platte umzulagern. Damit stehen die Daten anschließend „online“ zur Bearbeitung bereit.

Andere Probleme bereitet die Übertragung von großen Datenmengen über Netzwerke und der Dauer dieses Transfers. Die Übergabe kann unter Umständen mehrere Stunden dauern und das Ziel-Array darf vor Eintreffen des letzten Bits nicht von anderen Applikationen mit ihren Daten vollgeschrieben werden.

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