Das GRID-Projekt

Vom CERN ins Wohnzimmer

11.09.2008 | Autor / Redakteur: Bernd Schöne / Nico Litzel

Eine der wichtigsten Datenschleudern für das Grid: der CMS-Detektor des CERN. Quelle: Bernd Schöne
Eine der wichtigsten Datenschleudern für das Grid: der CMS-Detektor des CERN. Quelle: Bernd Schöne

Im Forschungszentrum Karlsruhe feilen zurzeit Wissenschaftler am LHC Grid Computing- Projekt, dem größten zivilen Speicherprojekt aller Zeiten. Schon in wenigen Jahren könnten wir alle – ganz wie beim WWW – davon profitieren. Auch Deutschland trägt seinen Anteil bei. Nicht nur durch die finanzielle Beteiligung in Genf, sondern auch durch das Grid Know-how im Forschungszentrum Karlsruhe.

Das LHC-Grid-Computing-Projekt (LCG) soll die Daten des LHC-Experimentes des CERN aufnehmen. Alle Industrienationen schalten über ein Netz, dem „Grid“ freie Speicher- und Rechenkapazitäten zusammen, um mit dem Datenstrom aus Genf fertig zu werden. Vom Tier 0 (CERN) gehen die Daten über die nationalen Zwischenstationen (Tier 1) zu kleineren Rechenzentren (Tier 2) und schließlich zu lokalen Computer-Systemen (Tier 3). Ausgewertet werden sie am lokalen Arbeitsplatz der Physiker (Tier 4).

In Deutschland fungiert das Forschungszentrum Karlsruhe als Tier 1. Hier werden die Daten zentral aufbereitet und an die angeschlossenen Institute der Republik verteilt.

Ziel ist eine Verfügbarkeit der Daten von 24 Stunden pro Tag an sieben Tagen in der Woche und 365 Tagen im Jahr.

Das LCG-Forschungsgrid

Das weltumspannende LCG-Forschungs-Grid hält die Verbindung unter den Tiers aufrecht. Durch seine Leitungen pulsieren zwei Datenströme. Die rohen Messdaten fließen von den Detektoren des CERN zum Tier 1 und von dort zur Bearbeitung zu den Tier-2-Rechnern.

Wenn gegen Ende 2007 die ersten Resultate vorliegen, rauscht ein Datenstrom von bis zu 400 MByte/s auf das „GridKa“-Datacenter am Forschungszentrum Karlsruhe zu. Dort warten Tape-Silos des Typs 3592 von IBM und GRAU XL mit insgesamt 11000 Kassetten-Stellplätzen auf die Daten-Fracht aus Genf. Mit den eingesetzten LTO3-Medien ist eine Speicherkapazität von etwa 5 PByte möglich. Zusätzlich sind 1.000 TByte an Disk-Speicher vorhanden. Zum Einsatz kommen die RAID-Level fünf und sechs.

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