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Pässe für das Grid
Da alle am Grid beteiligten Rechner über das Internet kommunizieren, ist eine sichere Zugangskontrolle von großer Bedeutung. Die „Grid Security Infrastructure“ (GSI) baut über X509 Zertifikate eine „Public Private Key“-Lösung auf, die den Zugang über die Grenzen der beteiligten Organisationen hinweg regelt und absichert.
Ohne die vom GSI verwalteten Zertifikate ist kein Zugang zu den Ressourcen des Grids möglich. Die SRM überprüft die Gültigkeit der Zertifikate und schließt deren Inhaber zu einer Virtuellen Organisation (VO) zusammen. „Sie sind vergleichbar mit Reisepässe beim Grenzübertritt“, erläutert Jos van Wezel.
USB-Stick hat ausgedient
Das SRM steuert auch das Replika-Management, das über die Metadaten erfasst, wie oft eine Datei im Grid vorhanden ist und wo sich die Kopien befinden. Doch dabei soll es nicht bleiben.
„Wir wünschen uns, dass das Replika-Management automatisch Kopien von häufig benötigten Datensätzen anfertigt“, erläutert van Wezel, „damit diese nicht ständig die Verbindungswege des Grid blockieren“. Außerdem sollte das Grid selbständig erkennen, welches der beste Standort für eine Datei ist. „Daten die in Japan braucht werden, sollten auch in Japan liegen“, sagt er. Mittelfristig könnte sich aus dem Replika-Management ein autonomes Grid-File-System entwickeln, das für jeden beteiligten Computer geeignet ist.
Datenhaltung für das Wohnzimmer
USB oder Platten als transportable Datenträger wären dann überflüssig. „Wir werden auf Reisen nur noch die Ausweise mir uns führen – die ganzen Daten liegen dezentral und verteilt irgendwo im Grid,“ glaubt van Wezel. Bis es soweit ist, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen. Dann aber könnte das Grid, genauso wie das WWW, ganz schnell im Wohnzimmer von Millionen von Nutzern zur Verfügung stehen und unser Leben ähnlich umkrempeln.
Fazit
Die Datenhaltung im Grid steht erst am Anfang und wird in den kommenden Jahren auf die Probe gestellt. Eines ist allerdings klar: Die globale LHC Grid-Computing-Community wird ab Ende diesen Jahres zeigen, wie verteiltes Rechnen über vier Kontinente in der Praxis aussieht. Bis der LHC Anfang 20008 seinen Regelbetrieb mit allen drei Großexperimenten aufnimmt, muss das Grid allerdings noch um einige Faktoren skalieren. Es ist eine berechtigte Frage, ob sich das innerhalb der Kürze der Zeit rechtzeitig umsetzen lässt.
Wer glaubt, die Speicherprobleme beim CERN gingen ihn nichts an, irrt vermutlich. Im jährlichen Rhythmus verdoppeln sich die Daten in unsere Gesellschaft. Die verteilte Datenhaltung ist eine der möglichen Antwort auf das Problem.
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