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Daten im gemieteten Rechenzentrum speichern Warum liegt Co-Location im Trend?

Quelle: Pressemitteilung

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Mit der Digitalisierung wächst die Abhängigkeit von Unternehmen in Bezug auf ihre IT-Infrastrukturen. Einzelne Server oder kleine Serverräume vermögen die Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit oft nicht mehr zu erfüllen. Gebraucht werden vollwertige Rechenzentren, die gut geschützt und äußerst zuverlässig sind. Doch Bau und Betrieb sind aufwändig.

Global Data Centers (ehemals E-Shelter) betreibt derzeit im Raum Europa 18 Rechenzentren  mit 160.000 Quadratmetern Rechenzentrumsfläche.
Global Data Centers (ehemals E-Shelter) betreibt derzeit im Raum Europa 18 Rechenzentren mit 160.000 Quadratmetern Rechenzentrumsfläche.
(Bild: NTT Global Data Centers )

Viele Unternehmen wollen den Bau und Betrieb solcher Rechenzentren nicht (mehr) selbst stemmen, ihre Daten aber auch nicht „in die Cloud“ speichern, und mieten Räumlichkeiten bei spezialisierten Anbietern an. Bereits 40 Prozent der gesamten Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland entfallen auf solche Co-Location-Services, Tendenz steigend (siehe Kasten).

Bei Global Data Centers der NTT Ltd., selbst Co-Location-Anbieter, sind weitere Vorteile für die Unterbringung der eigenen Server- und Speichersysteme bei einem externen Partner nachzulesen:

  • Zeit- und Kostenersparnis: Der Bau eines Rechenzentrums ist kostenintensiv und dauert mehrere Jahre, nicht zuletzt wegen der komplexen und zeitraubenden Genehmigungsverfahren in Deutschland. Da Unternehmen die neuen Kapazitäten meist zeitnah benötigen, ist die Anmietung bei einem Co-Location-Anbieter oft die schnellere und zudem günstigere Alternative, zumal viele Unternehmen keine geeigneten Grundstücke für ein Rechenzentrum besitzen und der Erwerb entsprechender Liegenschaften weitere Kosten und Verzögerungen verursacht.
  • Professioneller Betrieb: Nur wenige Unternehmen sind tatsächlich in der Lage, den reibungslosen 24/7-Betrieb eines Rechenzentrums zu gewährleisten. Die Mehrheit operiert aufgrund fehlender Fachkräfte mit dünner Personaldecke und vermag bei Problemen häufig nicht umgehend zu reagieren. Co-Location-Anbieter sollten sowohl über ausreichend hochqualifizierte Mitarbeiter verfügen als auch über jahrelang erprobte und stetig verbesserte Konzepte für den Betrieb und Schutz der Anlagen.
  • Hohe Verfügbarkeit: Fallen IT-Systeme aus, stehen interne Abläufe still, und Online-Shops oder andere Digitalangebote sind für Kunden nicht mehr erreichbar. Um die damit verbundenen Umsatz- und Reputationsverluste zu vermeiden, sind Unternehmen auf eine hohe IT-Verfügbarkeit angewiesen. Rechenzentrumsdienstleister schaffen mit umfangreichen technischen und organisatorischen Maßnahmen, zu denen etwa redundante Kühlsysteme, leistungsstarke Brandschutzanlagen und eine zuverlässige Notstromversorgung zählen, die Basis dafür. In eigenen Rechenzentren erreichen Unternehmen nur selten vergleichbare Verfügbarkeitswerte.
  • IT-Compliance: Viele Branchen müssen hohe regulatorische Auflagen hinsichtlich Ausfallsicherheit und Schutz ihrer digitalen Infrastrukturen erfüllen. Eigene Rechenzentren entsprechend zu gestalten und die benötigten Zertifizierungen zu erwerben, ist ein langwieriger Prozess. Rechenzentrumsdienstleister besitzen die branchenüblichen Zertifizierungen bereits und bieten Unternehmen damit Planungssicherheit, falls sich beispielsweise durch neue Geschäftsmodelle oder digitale Services die Anforderungen für sie ändern. Zudem tun sich Unternehmen mit Co-Location deutlich leichter, Disaster-Recovery-Strategien mit Rechenzentren an räumlich getrennten Standorten umzusetzen.
  • Flexibilität: Durch die Digitalisierung interner Prozesse und den Aufbau digitaler Geschäftsmodelle verändern sich die Anforderungen an die IT-Infrastrukturen von Unternehmen schnell. Dank Co-Location können sie auch kurzfristig auf höheren Leistungsbedarf und wachsende Datenmengen reagieren und neue Server- und Speichersysteme in geeigneten Räumlichkeiten unterbringen. Da die Anbieter größtenteils mehrere Rechenzentren betreiben, lässt sich ein Standort in der Nähe eigener Niederlassungen oder denen wichtiger Kunden wählen, um Netzwerklatenzen zu minimieren.
  • Connectivity: Co-Location-Rechenzentren sind üblicherweise nicht nur mehrfach redundant ans Internet und große Internet-Knoten angebunden, sondern besitzen in der Regel auch eine direkte Verbindung zu führenden Cloud-Providern, Telekommunikationsnetzanbietern und IT-Service-Providern. Die garantierten Bandbreiten und Latenzen sollen Unternehmen die Einführung von SaaS-Diensten und die Umsetzung von Hybrid-Cloud-Konzepten erleichtern. In eigenen Rechenzentren lässt sich eine solche Connectivity nur schwer herstellen und ist in der Regel mit Grabungsarbeiten für die Verlegung neuer Leitungen verbunden.
  • Nachhaltigkeit: Der Bau mehrerer kleiner Rechenzentren verschlingt mehr Ressourcen als der Bau einer großen Anlage mit ähnlichen Kapazitäten. Die Einrichtungen der Co-Location-Anbieter sind daher meist nachhaltiger als die Rechenzentren von Unternehmen, so NTT Global Data Centers. Das gelte auch für den Betrieb, wo Skalierungseffekte beispielsweise für eine effizientere Kühlung und Notstromversorgung sorgen können. Zudem optimieren die Dienstleister den Betrieb kontinuierlich und investierten dafür auch in Forschung und Entwicklung, was sich für ein einzelnes Unternehmen mit eigenem Rechenzentrum normalerweise nicht lohnt. Mit Co-Location können Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsziele unter Umständen also deutlich leichter erreichen.

Konstantin Hartmann, Vice President Sales & Commercial der Global Data Centers Division von NTT Ltd. in EMEA, fasst zusammen: „Mit Co-Location können Unternehmen finanzielle Risiken vermeiden und von der hohen Verfügbarkeit sowie hervorragenden Anbindung der spezialisierten Dienstleister profitieren. Sogar große Cloud-Provider wollen diese Vorteile nutzen und verlassen sich vielfach auf Co-Location.“

Dabei müsse es auch nicht immer ein Entweder-oder sein: „Co-Location kann das eigene Rechenzentrum ergänzen, wenn dessen Kapazitäten nicht mehr ausreichen oder ein zweiter Standort für georedundante Hochverfügbarkeit gebraucht wird“, setzt der Manager hinzu.

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Über den Geschäftsbereich Global Data Centers von NTT Ltd.

Global Data Centers ist ein Geschäftsbereich der NTT Ltd. und betreibt eine globale Plattform, die sich über mehr als 20 Länder und Regionen erstreckt, darunter Nordamerika, Europa, Afrika, Indien und APAC. IDC stuft NTT in seinem „Co-Location and Interconnection Services Marketscape“ als einen der drei führenden Anbieter weltweit ein.

Als neutraler Betreiber bietet NTT Zugang zu vielen Cloud-Providern, Internetknoten und Telekommunikationsnetzanbietern, einschließlich eines eigenen IPv6-konformen, globalen Tier-1-IP-Netzwerks. Kunden von NTT sollen von einer auf sie zugeschnittenen Infrastruktur und von einheitlichen Best Practices im Aufbau und Betrieb hochverfügbarer, skalierbarer und kundenspezifisch konfigurierbarer Rechenzentren profitieren können.

Ergänzendes zum Thema
Zahlen aus der Studie „Rechenzentren in Deutschland 2021“

Mehr Leistung auf gleicher Fläche: Zwischen 2016 und 2021 wuchs die IT-Anschlussleistung der deutschen Rechenzentren und kleineren IT-Installationen um 30 Prozent auf fast 2.100 Megawatt (MW) – Tendenz weiter steigend. Die IT-Fläche legte im selben Zeitraum weit weniger stark zu und wird in den kommenden Jahren sogar stagnieren. Der Grund ist die deutlich höhere Leistungsdichte neu gebauter oder modernisierter Rechenzentren, die deutlich mehr Leistung als ältere Bauten auf gleicher Fläche bereitstellen.

Co-Location liegt im Trend: 40 Prozent der Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland entfallen auf Co-Location. Mindestens 10.000 Unternehmen setzen auf diese Services, weil sie sich nicht um den Betrieb einer eigenen Rechenzentrumsinfrastruktur kümmern wollen oder können. Bis 2025 wird der Co-Location-Anteil voraussichtlich auf 50 Prozent steigen.

Neue Rechenzentren werden hauptsächlich für Cloud-Dienste gebaut: Der Rechenzentrumsboom der vergangenen Jahre wurde vor allem von der steigenden Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten getrieben. Während diese zwischen 2016 und 2021 um 150 Prozent zunahmen, blieben die Kapazitäten in traditionellen Rechenzentren nahezu unverändert. Dadurch wuchs der Cloud-Anteil von 20 auf 33 Prozent – eine Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren fortsetzen wird, sodass Cloud Computing bis 2025 zum dominierenden Betriebsmodell aufsteigen wird. Bis dahin werden auch kleinere Edge-Rechenzentren einen signifikanten Marktanteil gewinnen.

Große Rechenzentren prägen den Markt: Das Wachstum der IT-Anschlussleistung ist vor allem auf große Rechenzentren mit mehr als 5 MW zurückzuführen. Inzwischen gibt es 90 davon in Deutschland, die zusammen fast die Hälfte der gesamten Rechenzentrumskapazitäten liefern. Auch die Leistung der rund 3.000 Bauten mit 40 kW bis 5 MW steigt kontinuierlich, wohingegen die Kapazitäten kleiner IT-Installationen bis 40 kW schrumpfen.
Das liegt vor allem daran, dass der Betrieb von Rechenzentren aufwändig ist und viele Fachkräfte erfordert – größere Rechenzentren lassen sich schlicht effizienter betreiben. Allerdings könnte mit der wachsenden Nachfrage nach Edge-Kapazitäten in Zukunft auch die Anschlussleistung kleiner IT-Installationen wieder wachsen.

Stetig steigende Energie-Effizienz: Rechenzentren benötigen circa 3 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms. Dabei sind sowohl die Rechenzentrumsinfrastruktur als auch die IT-Hardware in den vergangenen Jahren immer effizienter geworden, so dass sich die Zahl der installierten Workloads pro Kilowattstunde Strom seit 2010 verfünffacht hat. Insgesamt stieg der Energiebedarf der Rechenzentren zwischen 2010 und 2020 von 10,5 auf 16 Milliarden kWh pro Jahr – im selben Zeitraum legte die Zahl der Workloads um den Faktor acht zu. Die schnell wachsende Nachfrage nach Rechenzentrumsdiensten wird den Energiebedarf der Branche in Zukunft weiter erhöhen, jedoch tragen die aus Rechenzentren bereitgestellten digitalen Services an anderer Stelle zu Emissionseinsparungen bei, da beispielsweise durch Videokonferenzen und Homeoffice viele Dienstreisen und Arbeitswege wegfallen.

Standortfaktoren bleiben schwierig: Als Rechenzentrumsstandort punktet Deutschland vor allem mit einer zuverlässigen Stromversorgung, der guten Anbindung an Internetknoten sowie Rechtssicherheit und Datenschutz. Allerdings stufen Rechenzentrumsbetreiber und Experten die Stromversorgung aus regenerativen Quellen und die Verfügbarkeit von Fachkräften im internationalen Vergleich als eher schlecht ein. Darüber hinaus sehen Experten die weiter steigenden Strompreise und die langen, komplexen Genehmigungsverfahren als größte Risiken, die den notwendigen Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten bremsen könnten. Die Bundesrepublik zählt daher nicht zu den Top-Standorten für Rechenzentren in Europa und erhält eine unterdurchschnittliche Bewertung.

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