Kommentar von Evan Powell, Nexenta Systems

Was haben Öllampen und Speicher gemeinsam?

| Autor / Redakteur: Evan Powell / Nico Litzel

Evan Powell, CEO von Nexenta Systems
Evan Powell, CEO von Nexenta Systems (Bild: Nexenta Systems)

1907 etablierte John D. Rockefeller ein Geschäftsmodell, das sich seitdem in vielen Bereichen etabliert hat: Seine Unternehmen, Standard Oil, brachte spezielle Kerosin-Öllampen auf den chinesischen Markt, die nur wenige Cent pro Stück kosteten. Die dicken Gewinne fuhr das Unternehmen ein, indem es den chinesischen Bauern teures Kerosin verkaufte, das es nirgendwo anders zu kaufen gab.

Im angelsächsischen Raum hat sich seitdem der Ausdruck „Oil for the lamps of China” etabliert, der das Geschäftsmodell gut beschreibt. Die meisten von uns erkennen womöglich eine Gemeinsamkeit zwischen Rockefellers Öllampen und dem Markt für Rasierer, wo ein günstiger Rasierer von den teuren Rasierklingen subventioniert wird. In der IT-Industrie operieren die Druckerhersteller nach dem gleichen Schema: Ein Drucker kostet oft nicht mehr als 30 Euro, die Druckerhersteller verdienen ihr Geld mit den teuren Tintenpatronen, die man zum Drucken benötigt.

Parallelen in der Speicherbranche

Nur wenigen ist bekannt, dass heutzutage ein sehr ähnliches Modell in der Storage-Branche Anwendung findet. Oberflächlich betrachtet sind die Voraussetzungen vollkommen andere: Festplatten und Flash-Speicher werden global wie Rohstoffe gehandelt und der Preis pro Gigabyte ist eigentlich jedem bekannt. Natürlich ist es ein bisschen komplizierter, da es nicht nur darum geht, die benötigten Gigabytes mit den jeweiligen Marktpreisen zu multiplizieren. Es wird zusätzliche Hardware benötigt, um die Festplatten zu verwenden, genauso wie ein Dateisystem, Software und Funktionen, die das Beste aus dem Speicherplatz herausholen, je nachdem wofür der Speicher genutzt wird.

Nachdem jedoch die Entscheidung für ein komplettes Speicherpaket von einem spezifischen Hersteller getroffen wurde, nimmt die Geschichte eine Wendung à la Rockefeller. Es dauert nicht lange, bis die Nutzer bemerken, dass es sehr kompliziert sein kann, von einem Hersteller eines proprietären Systems auf eine günstigere Plattform umzusteigen. Man ist an einen einzelnen Hersteller gebunden – und das normalerweise für den kompletten Speicherbedarf. Und da viele der großen Speicherhersteller ein ähnliches Geschäftsmodell haben, das versucht ihre Kunden langfristig an ihre Systeme zu binden, glauben auch die Kunden mit der Zeit daran, dass die Kosten für Speicher nun mal einfach hoch sein müssen.

Nun stehen IT-Manager und Speicherarchitekten nicht erst seit gestern unter enormen Druck, die ständig steigenden Bedürfnisse ihrer Unternehmen an den Speicher zu befriedigen. Es kann mitunter unmöglich sein zu planen, wie viel Speicher man zu welchem Zeitpunkt für wie viel Budget einplanen muss. Nur bei einem sind sich alle einig: Es wird auf jeden Fall teuer werden!

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