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Verstecktes Schreiben Was ist Steganographie?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

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Steganographie bezeichnet Verfahren und Techniken zum Verstecken von Informationen in einem Trägermedium. Die digitale Steganographie verbirgt Daten in Trägerdaten wie Bildern. Sie ist nutzbar, um geheime Informationen zu übermitteln oder Wasserzeichen einzubetten, aber auch, um Cyberangriffe durchzuführen.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.(Bild:  © aga7ta - Fotolia)
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Der Begriff Steganographie setzt sich aus den beiden griechischen Wörtern steganos und graphein zusammen und lässt sich mit „verstecktes Schreiben“ ins Deutsche übersetzen. Mit der Steganographie beschäftigt sich ein eigener Wissenschaftsbereich. Als Steganographie werden Verfahren bezeichnet, mit denen sich geheime oder vertrauliche Informationen in einem Trägermedium einbetten und verstecken lassen. Für einen Unbeteiligten ist es nicht ersichtlich, dass im Trägermedium geheime Informationen verborgen sind.

Die Steganographie ist ein sehr altes Verfahren und bereits seit der Antike im Einsatz. Heute ist vor allem die digitale Steganographie von Bedeutung. Sie verbirgt Daten in Trägerdaten, auch als Container bezeichnet, wie Bildern, Dateien, Texten oder Audio- und Videodaten. Die Steganographie verfolgt mit der Geheimhaltung und vertraulichen Übermittlung von Informationen ähnliche Ziele wie die Kryptographie (Verschlüsselung). Im Gegensatz zur Kryptographie werden die vertraulichen Daten aber nicht in einer verschlüsselten Form offen übermittelt, sondern so in einem Trägermedium versteckt, dass die Existenz der steganographierten Information nicht zu erkennen ist.

Steganographie und Kryptographie lassen sich miteinander kombinieren. Bei einer solchen Kombination werden die in einem Trägermedium versteckten Daten auch verschlüsselt, was für ein zusätzliches Sicherheitsniveau der vertraulichen Informationen sorgt.

Prinzipielle Funktionsweise der digitalen Steganographie

Als Trägerdaten für die Steganographie können zum Beispiel Bilder, Texte, Dateien, Netzwerkdaten oder Video- und Audiodaten verwendet werden. Aufgrund ihrer Größe sind vor allem digitale Mediendaten wie Bilder oder Audio- und Videodateien sehr gut für die Steganographie geeignet. In diesen Mediendaten lassen sich unbemerkt viele geheime Daten verstecken. Grundsätzlich können Daten sowohl in den Metadaten als auch in den eigentlichen Daten der Trägerdaten versteckt werden.

Zum Einsatz kommen unterschiedliche Verfahren. Ein häufig genutztes Verfahren ist die sogenannte LSB-Steganographie. Das Kürzel LSB steht für „Least Significant Bit“. Dieses Verfahren verändert jeweils das niederwertigste Bit bestimmter Informationsbestandteile der Trägerdaten. Die Veränderung nur eines Bits hat kaum Auswirkungen auf die Gesamtinformation der Trägerdaten. So wird zum Beispiel ein Bild für den Betrachter durch die LSB-Steganographie und die Veränderung einzelner Bits der Pixel nicht wahrnehmbar verändert, obwohl zusätzliche Daten eingefügt sind. Ähnlich verhält es sich bei anderen Trägerdaten wie Audio- oder Videodaten.

Weitere Verfahren zur Steganographie sind zum Beispiel das Einfügen geheimer Daten im Protokoll-Header von Netzwerkdaten oder das Verstecken von Partitionen auf einem Datenträger. Zum Verstecken und Sichtbarmachen der versteckten Daten in den Trägerdaten wird sogenannte Steganographie-Software verwendet. Es sind sowohl Open-Source-Programme als auch proprietäre Steganographie-Programme verfügbar.

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