Virtuelle Azure-Datenträger Was sind Microsoft Azure Managed Disks und der Azure Disk Storage?

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

Bei Azure Managed Disks handelt es sich um einen von Microsoft im Rahmen des Cloud-Computing-Services Azure erbrachten Dienst. Er stellt virtuelle Azure-Datenträger zur Verfügung. Diese können von virtuellen Maschinen in Azure als Speicher-Volumes genutzt werden. Die virtuellen Festplatten werden von Microsoft verwaltet und werden mit hoher Verfügbarkeit bereitgestellt. Anwender haben die Wahl zwischen verschiedenen Datenträgertypen und -größen.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Microsoft stellt auf seiner Cloud-Computing-Plattform Microsoft Azure neben vielen anderen Services auch Azure Managed Disks zur Verfügung. Es handelt sich um virtuelle, von Microsoft verwaltete Festplatten, die von virtuellen Maschinen als Speicher-Volumes genutzt werden können. Die verwalteten Azure-Datenträger werden auch als „Virtual Hard Disks“ (VHDs) bezeichnet. Sie sind von den physischen Speichergeräten abstrahiert und in verschiedenen Varianten verfügbar.

Anwender haben entsprechend ihrer Anforderungen an die verwalteten Datenträger die Wahl zwischen Ultra Disks, SSD Premium, SSD Standard und HDD Standard mit verschiedenen Performancewerten. Die Festplattengrößen sind in vielen Stufen konfigurierbar. Die maximale Speicherkapazität beträgt abhängig vom gewählten Datenträgertyp bis zu 32 oder 64 TiB.

Durch Redundanz und automatisierte Backups stellt Microsoft eine hohe Verfügbarkeit der virtuellen Festplatten sicher. Das Pricing ist nutzungsabhängig und basiert auf mehreren Kriterien wie dem Datenträgertyp, der Größe des Datenträgers, der Anzahl von Transaktionen oder der Menge der Datenübertragung.

Die verschiedenen Datenträgertypen der Azure Managed Disks

Anwender haben die Wahl zwischen folgenden Datenträgertypen der Azure Managed Disks mit diesen Leistungsparametern:

  • Ultra Disks: Datenträgertyp SSD, geeignet für Workloads mit vielen Transaktionen wie Datenbanken, bis zu 64 TiB, bis zu 2.000 MB/s Datendurchsatz, bis zu 160.000 IOPS.
  • SSD Premium: Datenträgertyp SSD, geeignet für Produktions-Workloads mit hohen Leistungsanforderungen, bis zu 32 TiB, bis zu 900 MB/s Datendurchsatz, bis zu 20.000 IOPS.
  • SSD Standard: Datenträgertyp SSD, geeignet für Webserver oder wenig genutzte Unternehmensanwendungen wie Testanwendungen, bis zu 32 TiB, bis zu 750 MB/s Datendurchsatz, bis zu 6.000 IOPS.
  • HDD Standard: Datenträgertyp Hard Disk Drive (HDD), geeignet für Datensicherungen und Anwendungen mit sporadischen Zugriffen, bis zu 32 TiB, bis zu 500 MB/s Datendurchsatz, bis zu 2.000 IOPS.

Verschlüsselung verwalteter Azure-Datenträger

Verwaltete Azure-Datenträger unterstützen zwei verschieden Verschlüsselungsarten. Daten lassen sich per Azure Disk Encryption (ADE) oder per Server Side Encryption (SSE) verschlüsseln. Server Side Encryption ist per Default für verwaltete Datenträger aktiviert und schützt ruhende Daten durch Verschlüsselung. Die Schlüssel können selbst oder von Azure verwaltet werden. Azure Disk Encryption ist unter anderem für Betriebssystemdatenträger vorgesehen. Zum Einsatz kommen abhängig vom Betriebssystem gängige Verschlüsselungstechniken wie für Windows die BitLocker-Verschlüsselung oder für Linux die DM-Crypt-Technologie.

Vorteile der Azure Managed Disks

Vorteile des verwalteten Azure Disk Storage sind:

  • hohe Verfügbarkeit von 99,999 Prozent und geringe Fehlerrate – Unterstützung von Verfügbarkeitszonen,
  • schnelle, unkomplizierte Bereitstellung,
  • gute Skalierbarkeit,
  • verschiedene Datenträgertypen für unterschiedliche Leistungsanforderungen,
  • Unterstützung von Snapshots und Azure-Backup,
  • rollenbasierte Zugriffssteuerung,
  • einfaches Hochladen der VHDs.

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