Datenverlust durch Flash-Alterung

Wenn Daten mit der Zeit verschwinden

| Autor / Redakteur: Matthias Semlinger / Rainer Graefen

CBL Datenrettung weist auf die Gefahr von Datenverlusten durch alternden Flash-Speicher hin.
CBL Datenrettung weist auf die Gefahr von Datenverlusten durch alternden Flash-Speicher hin. (Bild: CBL Datenrettung)

Wenn USB-Sticks, SSDs oder SD-Karten nicht mehr erkannt werden, können Alterungserscheinungen der NAND-Chips die Ursache sein, so die CBL Datenrettung GmbH.

Man könne in den meisten Fällen die Daten rekonstruieren, doch der schleichende Datenverlust von Flash-Datenträgern sei ein ernstes Problem, das vielen Anwendern nicht bewusst ist.

Im täglichen Gebrauch seien beispielsweise SSDs robuster als Festplatten, doch für die langfristige Speicherung oder gar Archivierung weit weniger geeignet.

Degenerierter Flash-Speicher

Flash-Medien speichern in Zellen elektrische Ladungen, deren Ladungsunterschied als ein oder mehrere Bits gelesen werden kann. Die Isolationsschicht, die diese Ladungen festhält, degeneriert mit jeder Löschung.

Bei den gebräuchlichsten Multi Level Cell NAND-Chips (MLC) kann man ursprünglich von einer Haltbarkeit der Daten von 10 Jahren ausgehen, nach den maximal möglichen 3 000 Lösch-Schreibzyklen liegt sie nur noch bei einem Jahr!

Unlesbare Bits

Was wenig bekannt ist: Auch unbenutzte Flashspeicher gehen mit der Zeit kaputt, Ladung geht verloren. Im schlimmsten Fall sind so viele Bits nicht mehr lesbar, dass die interne Fehlerbehebung des Flash-Speichers aufgibt und das Medium vom Rechner nicht mehr erkannt wird.

In diesem Fall müssen im Labor von CBL Datenrettung die NAND-Chips direkt ausgelesen werden, teilweise werden verbrauchte Zellen mit thermischen Manipulationen nochmals lesbar gemacht. Anschließend versuchen die Datenretter mit Hilfe spezieller Software die beschädigten Daten zu rekonstruieren.

Tipps zum Umgang mit Flash-Speicher

Wer Flash-Speichermedien für längere Zeit aufbewahrt, sollte auf hochwertige Speicher achten und für eine kühle Lagerung sorgen, denn hohe Temperaturen beschleunigen den schleichenden Datenverlust.

Außerdem sollte man wenig benutzte Speicher verwenden, diese nicht randvoll schreiben und die Speicher wenigstens einmal alle 6 – 12 Monate benutzen, um der Fehlerkorrektur Gelegenheit zu geben, „verblassende“ Daten intern zu kopieren.

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