Wenn Raid-Systeme versagen

Wie eine Kommunikationsagentur mit Stellar ihre Daten retten konnte

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Graco steht für viele Kommunikationsagenturen, deren Datenvolumen rasant wächst.
Graco steht für viele Kommunikationsagenturen, deren Datenvolumen rasant wächst. (Bild: Graco/Stellar Datenrettung, Fotograf: H. Wiedl)

Storage-Insider im Gespräch mit Christian Dabbert, Geschäftsführer der Agentur GRACO aus Berlin über den häufig überschätzten Datenschutz durch Raid-Systeme. Hitze, Stromausfälle und das Alter von Festplatten haben schon mehr Daten vernichtet als viele glauben.

Storage-Insider: Herr Dabbert, womit verdient Graco Geld?

Christian Dabbert: Graco steht für viele Kommunikationsagenturen, deren Datenvolumen rasant wächst. Gegründet haben wir das Unternehmen im Jahr 1997. Im Jahr 2017 werden wir also 20 Jahre alt! Wie wir gesehen werden? Als Kreativagentur, Kommunikationsagentur, Webagentur, am besten bleiben wir bei Full-Service Agentur.

Entstanden ist die Agentur aus den Zeiten der Graffitikultur, daher kommt auch der Name. Damals wurde viel versucht um Graffiti im öffentlichen Raum salonfähig zu machen. Später kamen für uns Konzepte für Wohnungsbaugesellschaften und Bauträger dazu, wir gestalteten und gestalten also Stadtbereiche, die nicht mehr so ansehnlich sind und neue Ideen benötigen.

Dann gibt es natürlich den klassischen Kommunikationsbereich offline/online, wir machen viel Sondermarketing/ Guerillaaktionen, entwickeln große Websiteprojekte, betreiben einen eigenen kleinen Verlag. Das Portfolio ist sehr umfangreich. Das Team sitzt in Berlin, in der Marienburger Straße, dazu zählen 21 Mitarbeiter aus allen Bereichen der Kommunikation.

Wie beeinflusst das Datenwachstum ihre IT?

Christian Dabbert: Unsere Arbeit ist mittlerweile komplett durchdigitalisiert, die Digitalisierung geht so rasant voran, dass um ein Beispiel zu nennen – alleine eine Druckmaschine schon in 5 Jahren komplett veraltet ist. In unserer IT hingegen wäre das eine erfreulich lange Standzeit. Aber Sie wissen selbst, dass mobile Computertechnik meistens innerhalb von zwei Jahren ersetzt wird. Bein den Standgeräten bleibt es auch nicht aus, da bestimmte Updates die Systeme enorm aufblähen und langsam machen. Wir müssen mit riesigen Datenmengen leben, die generiert werden und selbstverständlich auch mit unseren Kunden und externen Kollegen ausgetauscht werden müssen.

Wie entwickelt sich denn das Datenvolumen und welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?

Christian Dabbert: Mittlerweile kann man davon ausgehen, dass das Wachstum jährlich um mindestens 10 Prozent zunimmt, plus/minus, zumindest in unserem Bereich. In vielen Industrien wird dies sicher noch dramatischer sein. Zurück zur Kommunikationslandschaft: Es gibt die Anforderungen und Wünsche seitens der Kundenseite, die damit rechnen, dass die diversen Updates und Projekte mit langen Vorhaltezeiten bis zu einigen Jahren gespeichert und archiviert werden. Und es bleibt ja nicht

bei klassischen Datenformaten. Bewegt Bild, HD, 4 K sind weitere Stichworte. Insofern muss man sich etwas Intelligentes einfallen lassen, um diese Herausforderungen zu meistern.

Wir haben eine Kombination aus eigener IT-Betreuung und IT-Dienstleistern aufgebaut. Wir waren meist gut aufgestellt, aber solch eine Infrastruktur wächst mit der Zeit, da lernt man im Lauf der Zeit viel dazu.

Wie versuchen Sie ihre Daten zu schützen?

Christian Dabbert: Was mir am meisten Sorge bereitet, sind die Festplatten. Lieber auf kleine Einheiten verteilen als ein Gerät auf Maximum auszureizen. Es sind ja auch nicht immer nur Hardware oder Herstellerfehler, es kann auch eine Überhitzung oder Überspannung sein.

Wir hatten z. B. den Fall, dass eine Überspannung unser Raid-Speichersystem beschädigte. Wer nicht schon unter dem normalen Betrieb Festplattenausfälle verkraften muss, der ist spätestens bei solchen Fällen höherer Gewalt auf einen Datenretter angewiesen.

Einen kompletten Schutz gibt es nicht, weder mit der Cloud noch mit den ausgefeiltesten technischen Systemen, es geht darum sich bestmöglich vorzubereiten und abzusichern. Um möglichst schnell zu spiegeln, zu Transportieren und Missbrauch zu unterbinden, haben wir die Systeme unter eigener Regie.

In welchen Intervallen sichern Sie Ihre Daten?

Christian Dabbert: Wir machen täglich nach Feierabend eine Vollsicherung?

Haben Sie auch schon mal Daten retten lassen müssen?

Christian Dabbert: Seit 2011 kennen und arbeiten wir mit Stellar zusammen, ich habe seit dieser Zeit ein hohes Bewusstsein für dieses Thema entwickelt. Wir haben glücklicherweise erkannt, dass wir mit unseren Mitteln nichts retten können. Stellar hat dann die Datenrettung professionell gestartet und uns die Vorgehensweise mitverfolgen lassen.

Es war ein schwieriger Fall: wir hatten 5 Festplatten, von denen 2 sehr beschädigt waren, die anschließende File-Benennung und Zuordnung war nach der Rettung eine echte Herausforderung. Letztlich ist es aber gut gegangen. Danach haben wir sofort einen Masterplan entwickelt und die Daten auf mehrere Systeme verteilt

Datenverlust - wo erwarten Sie in der Zukunft die größten Probleme?

Christian Dabbert: Wer ist mit den herkömmlichen Systemen noch in der Lage große Datenmengen zu speichern? Wie ist es mit zuverlässiger Stromversorgung? Wie viel Energie brauche ich? Wie ist das mit Kühlungssystemen? All diese Aspekte betreffen vor allem die rasant wachsenden großen Industrien.

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