Achtung bei Disks, Dateisystemen und der Dokumentation

10 Tipps für das NAS-Backup in Unternehmen

12.02.2011 | Redakteur: Nico Litzel

Kroll Ontrack gibt zehn Tipps, worauf Administratoren bei NAS-Speichern achten sollten.
Kroll Ontrack gibt zehn Tipps, worauf Administratoren bei NAS-Speichern achten sollten.

Kleine und mittelständische Unternehmen speichern immer häufiger große Datenbestände in NAS-Systemen (Network Attached Storage). Verlockend sind ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ein schneller Datenzugriff und ein vergleichsweise niedriger Verwaltungsaufwand. Allerdings kann eine Datenrettung im Ernstfall aufwendig sein, da in NAS-Speichern oft proprietäre, nicht standardisierte Dateisysteme zum Einsatz kommen. Das auf Datenrettungssoftware und -services spezialisierte Unternehmen Kroll Ontrack gibt zehn Tipps, worauf Administratoren bei NAS-Speichern achten sollten.

Auch in NAS-Systemen kann ein Datenverlust niemals ganz ausgeschlossen werden. Das Risiko lässt sich aber minimieren, wenn man im Vorfeld einige entscheidende Tipps der Datenrettungsexperten von Kroll Ontrack beachtet:

  • 1. Nicht an der Datensicherheit sparen: Wer bei Backuplösungen spart, macht einen entscheidenden Fehler. Denn die Datenrettung ist bei NAS-Systemen ebenso aufwendig wie auch bei anderen, komplexeren Speicherlösungen. Auch sollte bei der Anschaffung von Festplatten für das RAID-System nicht gespart werden: Optimal sind für einen 24-Stunden-Dauerbetrieb zugelassene Disks mit schnellen Zugriffszeiten und großem Cache. Auch Sicherheitslösungen wie Virenscanner und Firewalls zum Schutz der gespeicherten Daten vor Bedrohungen aus dem Internet sollten im Budget eingeplant werden.
  • 2. RAID ist Pflicht: Unternehmen – gleich welcher Größe – sollten mindestens ein RAID5 aufsetzen. Die Hardwarekosten sind zu vernachlässigen, gerade wenn man den Wert der Informationen und den Schaden bei einem Datenverlust gegenrechnet.
  • 3. Einkaufsfüchse kaufen verschiedene Chargen: Am besten erwirbt man Festplatten aus verschiedenen Produktions-Chargen. Eventuell produktionsbedingte Fehler oder Ausfallanfälligkeiten lassen sich so reduzieren. Zudem sinkt das Risiko, dass Festplatten innerhalb kurzer Zeit in einer Kettenreaktion ausfallen.
  • 4. Standards (ein)setzen: Es wird empfohlen, standardisierte Festplatten mit Microsoft-Dateisystemen zu verwenden. Unter Linux empfehlen sich EXT3 oder XFS. Alternative, proprietäre Formate mit wenig oder oft gar nicht dokumentierten Dateisystemen machen die Datenrettung im Ernstfall zeit- und kostenaufwendiger.
  • 5. NAS-Fahrplan: Jeder Administrator sollte gewissenhaft das eingesetzte NAS-System dokumentieren. Wichtige, häufig vergessene Einzelheiten sind BIOS-Version, Controller-Version und verwendete Dateisysteme. Eine exakte Dokumentation erleichtert im Bedarfsfall die Datenrettung und spielt auch für die Einhaltung der Compliance eine wichtige Rolle.
  • 6. Übungssache: Erweiterte NAS-Lösungen sollten vor der endgültigen Einrichtung von erfahrenem Personal getestet werden. Bei unsachgemäßer Erweiterung kann es zum Komplettausfall und damit zum Datenverlust kommen.
  • 7. Mit kompetenten Servicepartnern zusammenarbeiten: Nur wirklich erfahrene Partner können im Notfall schnell herausfinden, welcher Defekt vorliegt oder was zu tun ist. Sie können auch im Vorfeld ein sicheres Backup planen, einrichten und gegebenenfalls warten.
  • 8. Backup mit doppeltem Boden: Da eine Datenrettung gerade bei NAS RAIDs in der Regel möglich, aber aufwendig ist, empfiehlt es sich, regelmäßig ein zusätzliches Backup geschäftskritischer Daten auf anderen Speichermedien anzulegen.
  • 9. Versicherung gegen Datenverlust einplanen: Die Folgeschäden durch nicht möglichen Zugriff auf Daten sind ein unkalkulierbares Risiko. Es gibt aber spezialisierte Versicherungsangebote für die finanziellen Folgen bei der Wiederherstellung von Daten nach Systemausfällen, aber auch für Datenverlust infolge von Feuer oder Wasser, Vandalismus, Einbruch, Kurzschluss sowie Über- und Unterspannung.
  • 10. Auf den „worst case“ vorbereitet sein: Für den Ernstfall sollte man präventiv einen Datenrettungsanbieter zur Verfügung haben. Dadurch können die nötigen Rettungsmaßnahmen schnell eingeleitet werden. Das erspart viele Fehler, die sonst in der ersten Panik entstehen können.

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