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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

1994 bis 1998 – die Epoche der RAID-Architekturen, Teil 2

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IBM ESS – Codename Shark

1999 kündigte die IBM für den Mainframe wieder ein eigenes, selbst entwickeltes Plattensubsystem unter dem Namen IBM ESS (Enterprise Storage Server) an, das allerdings mehr unter dem Entwicklungsnamen „Shark“ bekannt wurde und letztendlich die RVA und RSA im Vertrieb ablöste. StorageTek vertrieb danach wieder selbst die RVA unter dem Namen STK Shared Virtual Array. Die ESS war nicht nur ein Plattensystem für den Mainframe, sondern konnte auch an alle gängigen Open-Systems-Plattformen angeschlossen werden. Damit war die Voraussetzung geschaffen, mit einem Plattensubsystem sowohl den Mainframe als auch Open-Systems-Server zu bedienen, wie es auf der Bandarchivseite bereits seit Jahren möglich war. Über die Folgejahre löste die ESS dann auch im Open-Systems-Bereich teilweise das IBM 7133 Serial Disk System ab. Parallel dazu wurden Fibre-Channel-basierende Plattensysteme für die Open-Systems-Plattformen eingeführt.

Bandsysteme

Neben der Plattensubsystementwicklung in den 90er-Jahren führte IBM eine neue Bandlaufwerktechnologie als Ablösung der bis dahin verwendeten 3490-Technologie ein, die IBM 3590, die unter dem Namen Magstar bekannt wurde. Das erste Laufwerk der Magstar 3590 war das Modell B, das auf einer ½-Zoll-Kassette eine native Kapazität von zehn Gigabyte aufzeichnete. Das 3590-B-Laufwerk wurde im April 1995 angekündigt und war im September des gleichen Jahres verfügbar. Bei dieser neuen Aufzeichnung wurden zum ersten Mal in der Bandtechnologie magnetoresistive Schreib-/Leseköpfe mit dem „Track Following Servo“-Prinzip eingesetzt, wo die Leseelemente konstant kontrollieren, wie gut die Bits vom Schreibkopf geschrieben wurden. Die Kassetten wurden mit 128 Spuren vollgeschrieben und die Datenrate des Modells B der 3590 betrug damals faszinierende neun Megabyte pro Sekunde (native).

Die Laufwerke waren als Stand-alone-Version, also fest eingebaut in einem Gehäuse mit entsprechenden Autoloadern, zu bekommen, sie wurden aber genauso in der aktuellen Tape Library IBM 3494 eingesetzt. Voll ausgebaut konnte die IBM 3494 mit 3590-B-Laufwerken eine Kapazität von 180 Terabyte (native) abbilden. Die Laufwerke selbst hatten zwei SCSI-Schnittstellen und konnten entweder direkt an Open-Systems-Server angeschlossen werden oder über eine Kontrolleinheit an ESCON-basierende Mainframe-Server.

Weiter mit: Modell E

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