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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium 1994 bis 1998 – die Epoche der RAID-Architekturen, Teil 2

| Autor / Redakteur: Kurt Gerecke und Klemens Poschke / Nico Litzel

Während sich IBM in den 90er-Jahren bei der Magnetplatten-Subsystementwicklung im Mainframebereich vornehmlich auf die RAMAC-Reihe konzentrierte, liefen parallel neue Architekturentwicklungen für Plattensubsysteme im Open-Systems-Bereich. Bis Ende der 90er-Jahre gab es kein Plattensystem, das Server aus dem Open-Systems-Bereich (AIX und andere UNIX-Derivate und die Intel-Plattformen) und den Mainframe mit seinem MVS-Betriebssystem gleichzeitig bedienen konnte.

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Das Plattensubsystem IBM 7133: SSA-Architektur mit SCSI-Host-Anschlüssen
Das Plattensubsystem IBM 7133: SSA-Architektur mit SCSI-Host-Anschlüssen
( Archiv: Vogel Business Media )

Auf der Open-Systems-Seite ging IBM andere Wege. Beginnend in den 90er-Jahren wurde im IBM Labor in Hursley in England eine neue, Open-Systems-gerechte Plattenarchitektur entwickelt, die unter dem Namen SSA für viele Jahre zur Anwendung kommen sollte. SSA stand für Serial Storage Architecture, eine Architektur, die die Limitierungen der bisher an Open-Systems-Server angeschlossene SCSI-Plattensysteme (Small Computer Systems Interface) eliminierte.

Bei SSA wurde für die Anbindung von Plattenlaufwerken mit einer Loop-Technik gearbeitet, die es zuließ, dass man in die Loop über neu entwickelte Adapter gleichzeitig zwei Schreib- und zwei Lese-I/Os absetzen konnte und alle Laufwerke in der Loop gleichberechtigt bedient wurden. Die bekannte Arbitrierung, wie es bei SCSI-basierenden Laufwerksträngen der Fall war, fiel weg.

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SSA überwindet Grenzen beim SCSI-Strang

Bei einem SCSI-Laufwerkstrang musste immer ein I/O fertig abgehandelt werden, bevor der nächste starten konnte. Zudem wurden Laufwerke, die ganz am Ende des SCSI-Strangs angeschlossen waren, in der Bedienung benachteiligt. Ein SCSI-Strang hatte die Limitierung, dass maximal 15 Laufwerke angeschlossen werden konnten. Diese Limitierungen überwand die neue SSA-Architektur, die 1992 erstmals in Subsystemen zum Einsatz kam.

Das bekannteste System war das IBM 7133 Serial Storage Architecture Disk Subsystem, das an RISC Systeme/6000, Power Servers und Power Stations angeschlossen werden konnte und immer mit den neusten 3½-Zoll-Laufwerken ausgestattet war. Das IBM-7133-Subsystem wurde im Juli 1995 mit sofortiger Verfügbarkeit angekündigt. Es war eines der erfolgreichsten Plattensysteme im AIX-Umfeld und wurde direkt über den AIX-Verkaufskanal vertrieben. Während des Lebenszyklus der 7133 wurden über 42.000 Plattensysteme weltweit in Produktion genommen, ein einzigartiger Verkaufserfolg.

Die letzten Systeme in SSA-Architektur (IBM 7133 Modelle T40 und D40) blieben bis 2003 im aktiven IBM-Vertrieb und konnten damals über Gateways an bestehende Fibre-Channel-Infrastrukturen (SANs, Storage Area Networks) angeschlossen werden.

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