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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

1994 bis 1998 – die Epoche der RAID-Architekturen, Teil 2

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Modell E

Die Magstar-Entwicklungsreihe wurde dann 1999 mit dem neuen E-Modell erweitert, das mit 256 Spuren die doppelte Spurzahl aufwies und eine Kapazität von zwanzig Gigabyte auf den Kassetten speicherte (native ohne Komprimierung). Die Datenrate wurde von neun auf 14 Megabyte pro Sekunde gesteigert. Parallel dazu brachte IBM eine neue Kassette, die 3590 „Extended Length Cartridge“, die mit der doppelten Bandlänge (beschrieben mit 3590E) auch die doppelte Kapazität, nämlich 40 Gigabyte, abbildete. Damit erhöhten sich die 3494-Library-Kapazitäten auf 374 Terabyte bei Verwendung der normalen Kassette und bis 748 Terabyte bei der langen Kassette. Die Magstar-Entwicklungsreihe war ab Mai 1999 verfügbar.

Das Modell E der Magstar-Baureihe besaß einen leistungsfähigen Controller, der neben der Aufzeichnung von Datenblöcken auch Parity-Blöcke aufzeichnete, um ein wesentlich höheres Error Recovery zu ermöglichen. (Bei der Aufzeichnung von 16 Spuren gleichzeitig wurde nach sieben Datenblöcken in der achten und nach weiteren 7 Datenblöcken in der 16. Spur ein Parity-Block mitgeschrieben und über das logische Spurset von acht Spuren „gestriped“ – RAID5 auf Band.)

100.000 Bits fehlen

Was Magstar in Sachen Recovery zu leisten vermag, zeigt ein Versuch mit dem Magstar-E-Modell, der im Juni 1999 und im Juli 2000 im IBM-Labor in Tucson, Arizona, durchgeführt wurde. Zu dem Versuch wurden alle maßgeblichen Consultants wie Gartner Group und IDC eingeladen. Man hat mit dem E-Modell eine Kassette mit 256 Spuren voll beschrieben und ein sauberes Read Verify erhalten. Dann wurde die Kassette aus dem Laufwerk entladen. In die Mitte des Bandes wurde dann ein 1,25 mm großes Loch gestanzt. Dieses Loch spiegelte ca. 100.000 Bits wieder, die dann fehlten.

Die Kassette mit dem Loch wurde wieder ins Laufwerk geladen und die Leseoperation wurde erfolgreich ohne Fehler durchgeführt. Alle fehlenden Datenbits konnten durch den ECC (Error Correction Code) über die Bitblock-Verteilung und die Parity-Bit-Blöcke „recovered“ werden. Das war zu dieser Zeit mit Sicherheit mit keiner anderen Bandlaufwerkstechnologie durchführbar!

Das Laufwerk hatte zwei SCSI-Schnittstellen. Ab Mai 2000 waren die Magstar-Laufwerke auch mit zwei Fibre-Channel-Schnittstellen verfügbar. Damit konnten die Laufwerke direkt an ein Fibre-Channel-basierendes SAN-Netzwerk angeschlossen werden. Etwas zeitversetzt kamen auch die entsprechenden Controller auf den Markt, welche den Anschluss der Laufwerke auch an FICON-basierende Mainframe-Rechner ermöglichten.

Weiter mit: 2002 – das Ende der 3590-Magstar-Reihe

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