Mobile-Menu

Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

1994 bis 1998 – die Epoche der RAID-Architekturen, Teil 3

Seite: 4/4

Anbieter zum Thema

Entscheidung zugunsten der linearen Aufzeichnung

Bei der Aufzeichnungstechnik entschied man sich aufgrund der hohen Zuverlässigkeit für die IBM Magstar-Lineare-Serpentinen-Aufzeichnung, mit der das Band bei einer Datenrate von 15 Megabyte pro Sekunde mit 384 Spuren (LTO1) und 35 Megabyte pro Sekunde mit 512 Spuren (LTO2) beschrieben wird. Dabei wurden immer acht Spuren gleichzeitig geschrieben. Die Kassetten erreichten bei diesen Spurdichten native Kapazitäten von 100 Gigabyte (LTO1) und 200 Gigabyte (LTO2). Bei dieser hohen Spudichte war es notwendig, eine möglichst exakte Führung der Schreib-/Lese-Elemente sicherzustellen.

Zu diesem Zweck wurde ein neues, zeitbasierendes Spurnachführungssystem verwendet, das mit fünf vorgeschriebenen Servobändern mit jeweils acht Servobereichen arbeitete. Von der AIT (Advanced Intelligent Tape)-Technik von Sony wurde der in der Kassette integrierte Memory Chip übernommen, allerdings mit größerer Speicherkapazität (4 Kilobyte).

Die Chipdaten

Dort wird das festgehalten, was z. B. bei Magstar in der Tape-Volume-Control-Region auf Band gespeichert wird: Herstellerangaben als Read-Only-Information, das Inhaltsverzeichnis des Bandes und Angaben wie viele Schreib-/Lesefehler auf dem Band vorkommen, um aus Sicherheitsgründen bei einem bestimmten Schwellwert die Kassette auf „Read Only”-Status zu setzen. Ebenso war Platz für anwenderspezifische Informationen vorgesehen. Neben der Speicherung auf dem Chip wurden aus Sicherheitsgründen alle Informationen auch in der Tape-Volume-Control-Region des Bandes abgespeichert.

Passend zur LTO-Laufwerkentwicklung entwickelte IBM ein neues Library-Konzept, das mit einem Greifersystem arbeitet (bis heute), das die Features der standardisierten LTO-Kassetten optimal handhaben konnte. Das Robotersystem mit diesem Spezialgreifer wurde Ende 2000 mit der neuen IBM 3584 Library realisiert. Die IBM 3584, zum damaligen Zeitpunkt auschließlich an Open Systems betreibbar, stellte das passende Gegenstück zur IBM 3494 Library dar, allerdings mit wesentlich moderneren Möglichkeiten und einer Robotergeschwindigkeit, die bis heute unerreicht ist.

Weiter mit: OEM-Abkommen mit ADIC

(ID:2043410)