Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

1994 bis 1998 – die Epoche der RAID-Architekturen, Teil 3

22.02.2010 | Autor / Redakteur: Kurt Gerecke und Klemens Poschke / Nico Litzel

Autoloader und Library-Angebot mit LTO-Laufwerken, Ende 2000. Links: IBM 3583 Library, darüber der Autoloader IBM 3581 und das LTO-Standalone-Laufwerk IBM 3580
Autoloader und Library-Angebot mit LTO-Laufwerken, Ende 2000. Links: IBM 3583 Library, darüber der Autoloader IBM 3581 und das LTO-Standalone-Laufwerk IBM 3580

Der erste Virtual Tape Server IBM 3494 B16 war damals direkt als Gehäuseeinheit in das 3494-Bandarchiv integriert. Das B16-Gehäuse beherbergte den RS/6000 Server, einen RAID-5-abgesicherten Plattencache mit SSA-Platten, der bis auf 72 Gigabyte ausgebaut werden konnte, sowie die für den Host notwendigen ESCON-Anschlüsse und 400 Kassettenstellplätze. Später arbeitete man mit externen Einheiten, wie die Weiterentwicklung dieses Konzepts zeigt.

Virtuelle Tape-Lösungen sind in unserer heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken, weil es die einzige Möglichkeit ist, über diesen Weg Tape- und Tape-Library-Ressourcen maximal zu nutzen. Das Prinzip, den VTS (Virtual Tape Server) direkt in das 3494-Bandarchiv zu integrieren, erwies sich als äußerst ungünstig. Zudem war die Durchsatzstärke der damaligen B16 sehr klein und erreichte nur sechs bis acht Megabyte pro Sekunde, weil ohne Kompression gearbeitet wurde. Deshalb kündigte die IBM bereits ein Jahr später, im Juni 1998, mit einer Verfügbarkeit im August 1998, ein neues externes Modell B18 an, das als separate Einheit neben der 3494 Library betrieben werden konnte.

Diese neue Einheit bot Kompression an, die direkt in den Host-Adaptern, damals auf ESCON-Basis, durchgeführt wurde. Das hatte den Vorteil, dass alle Daten im Plattenpuffer bereits komprimiert waren und der Nutzgrad im Plattenpuffer durchschnittlich um Faktor 3 vergrößert wurde. Durch den Einsatz von SSA-Laufwerken mit neun und 18 Gigabyte Kapazität wurde die Plattenpuffergröße auf 288 und 576 Gigabyte gesteigert.

Später wurden mit 36-Gigabyte-SSA-Files Plattenpuffer von bis zu 5,2 Terabyte (nutzbar) möglich. Dadurch wurde die Verweilzeit der Volumes im Plattenpuffer um ein Vielfaches vergrößert und Recalls direkt vom Plattenpuffer als virtuelle Mounts in Plattengeschwindigkeit durchgeführt. Die damaligen B18-Einheiten erreichten, je nach Ausbaustufe, Durchsatzmöglichkeiten von 30 bis 40 Megabyte pro Sekunde.

Viele andere Firmen sprangen sehr schnell auf diesen Geschäftszug auf und es wurde eine ganze Reihe von Bandvirtualisierungslösungen, HW-basierend, aber auch reine SW-Stacking-Lösungen, auf dem Markt verfügbar. Viele verschwanden aber wieder sehr schnell vom Markt.

Weiter mit: „Advanced Functions” für die Folgemodelle

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