Daten besser nutzen

5 Tipps zum Abbau von Datensilos

| Redakteur: Dr. Jürgen Ehneß

Silos bieten viel Platz – doch wer traut sich zu, den Inhalt zu sortieren?
Silos bieten viel Platz – doch wer traut sich zu, den Inhalt zu sortieren? (Bild: Britta und Ralph Hoppe - www.FooTToo.de)

Isolierte Storage-Lösungen einzelner Unternehmensabteilungen führen zu Silos, deren Daten ihr Potenzial nicht sinnvoll entwickeln können. Xavier Guérin von Datastax gibt fünf wertvolle Tipps, wie diese Speicherinseln aufgebrochen werden können.

Das Problem ist nicht neu: Über Jahre hinweg gewachsene IT-Infrastrukturen mit unterschiedlichen punktuellen Lösungen und mehreren Storage-Systemen haben in zahllosen Unternehmen zu Datensilos geführt – isolierten Speichern mit großen Mengen an Daten, die isoliert gemanagt werden und oft ungenutzt bleiben. Unterschiedliche Cloud-Lösungen verschärfen die Datenfragmentierung weiter, und die ständig wachsenden Datenmengen führen zu noch unübersichtlicheren Strukturen.

Die Probleme, die derartige Silos verursachen, sind mannigfaltig: angefangen bei einem erhöhten Administrationsaufwand über Schwierigkeiten beim Backup und potenzielle Konfusionen wegen unterschiedlicher Dateivarianten bis hin zur inadäquaten Kundenbetreuung oder gar unfreiwilligen Verhinderung neuer Geschäftsmodelle auf Grund nicht genutzter Daten.

„Was tun?“, fragt nicht nur der altgriechische Göttervater in Schillers Ballade „Die Teilung der Erde“, sondern auch der beflissene IT-Entscheider. Eine Antwort darauf gibt Xavier Guérin, Vice President Western Europe bei Datastax, der fünf Wege aufzeigt, wie man Datensilos abbaut oder gar nicht erst entstehen lässt:

1. Machen Sie Datensilos zum Top-Thema

Datensilos lösen sich nicht in Luft auf. Wer sie loswerden will, muss das weit oben auf seine Agenda setzen. Es gilt, einen umfassenden (und das heißt nicht zwangsläufig auch umfangreichen) Plan zu entwickeln, wie genau Sie Ihre Silos aufbrechen wollen. Dabei sollten auch alle Mitarbeiter involviert sein, denn häufig bestehen isolierte Datenpools in Fachabteilungen. Was oftmals helfen kann, ist ein dediziertes Team, das den Konsolidierungsprozess überwacht und somit einen reibungslosen Ablauf gewährleistet.

2. Vermeiden Sie Vendor-Lock-ins

Laut Gartner werden bis 2020 75 Prozent der Unternehmen, die ihre Daten in einer Public Cloud verwalten, einem Vendor-Lock-in unterliegen. Das wiederum macht die Migration von Daten von einer Plattform auf eine andere kostspielig und zeitaufwändig. Doch es gibt zukunftsfähige Alternativen, die Ihnen die Möglichkeit bieten, von überall auf Daten zuzugreifen und diese jederzeit zu migrieren. Steigen Sie auf Plattformen oder Datenbanken um, die Ihnen als Unternehmen die Autonomie über die eigenen Daten zurückgeben, und brechen Sie damit Datensilos auf – oder vermeiden von vorneherein deren Entstehung.

Xavier Guérin, Vice President Western Europe bei Datastax.
Xavier Guérin, Vice President Western Europe bei Datastax. (Bild: Datastax)

3. Stärken Sie die Kommunikation und Zusammenarbeit

Viele Datensilos entstehen aufgrund mangelnder Kommunikation zwischen Abteilungen oder Teams. Während das Marketing-Team seine Inhalte beispielsweise auf Google-Drive-Ordner verteilt verwaltet, kann es sein, dass die Kollegen aus dem Sales alle Assets in ihrem Dropbox-Konto speichern. In den meisten Fällen sind sich beide Gruppen nicht darüber bewusst, wie die jeweils andere ihre Dateien speichert, geschweige denn um welche Daten es sich handelt. Die Lösung? Offene Kommunikation. Sobald Mitarbeiter offen und regelmäßig miteinander kommunizieren, lösen sich solche Silos fast von selbst auf. Mit einer aktiv gelebten Kommunikationskultur im Unternehmen sinken die Risiken, dass Datensilos unbemerkt bleiben oder überhaupt entstehen.

4. Vereinfachen Sie die IT-Infrastruktur

Hand aufs Herz: Die Anzahl an Technologien, die moderne Unternehmen heute brauchen, um profitabel wirtschaften zu können, ist schon jetzt kaum zu überblicken. Dabei steigt sie noch weiter. Oftmals befinden sich mehr als fünf verschiedenartige Datenbanken gleichzeitig im Einsatz. Auf welcher dann welche der unzähligen Anwendungen läuft, ist kaum nachvollziehbar. Die Folge ist ein schier endloses Gewirr an Datensilos. Wird die Infrastruktur vereinfacht und konsolidiert, löst das diese Silos auf. Das gelingt unter anderem durch Lösungen, die Daten unabhängig vom Format managen können. Ein Beispiel ist Datastax Enterprise, eine multimodale NoSQL-Datenbank, die für die Hybrid Cloud entwickelt wurde. Diese speichert Daten im jeweils geeigneten Format (zum Beispiel als Grafik, Dokument, Key-Value oder JSON). Das macht den Einsatz verschiedener Datenbanken obsolet – und wirkt gleichzeitig der Bildung von Datensilos entgegen.

5. Denken Sie den Umgang mit Ihren Daten neu

Wissen Ihre Mitarbeiter, wo Sie Ihre Daten ablegen sollen oder welche Systeme ihnen dafür zur Verfügung stehen? Ist das nicht der Fall, können Sie es ihnen kaum verübeln, dass sie ihre Daten an verschiedenen Orten speichern und so versehentlich Datensilos aufbauen. Stellen Sie daher sicher, dass alle in Ihrem Unternehmen wissen, wie sie mit Daten umgehen sollten und welche Plattformen erlaubt sind. Auf diese Weise minimieren Sie die Entstehung von Datensilos und reduzieren gleichzeitig Schatten-IT.

Auch wenn Datensilos branchenübergreifend noch weit verbreitet sind, gibt es noch Hoffnung. Erstellen Sie einen Plan, wie Sie die Silos aufbrechen wollen, konsolidieren Sie Ihre IT-Infrastruktur, sorgen Sie für eine offene Kommunikationskultur, und geben Sie Ihren Mitarbeitern Prozesse zur Datenspeicherung an die Hand – dann profitieren Sie schon bald von einer ganzheitlichen Sicht auf Ihre Daten und können das volle Potenzial darin ausschöpfen.

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