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Microsoft-Daten und -Lizenzen Strategische Pflicht: mit smarter Datenarchivierung Kosten senken

Ein Gastbeitrag von Martin Rövekamp* 5 min Lesedauer

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Daten sollten heute korrekt, aktuell, vollständig und konsistent sein, um eine solide Basis für Entscheidungen zu liefern. Unzureichend gesteuerte Datenbestände führen hingegen nicht nur zu Intransparenz, sie verursachen erhebliche Kosten. Organisationen sollten aus diesem Grund eine passende Archivierungsstrategie entwickeln.

Unkontrolliert wachsende Datenbestände verursachen hohe Kosten und verhindern, Datenmehrwert freizusetzen.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Unkontrolliert wachsende Datenbestände verursachen hohe Kosten und verhindern, Datenmehrwert freizusetzen.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Wenn Daten zur Kostenfalle werden

Seit Jahren zeichnet sich eine klare Tendenz ab: Daten gelten als eine der wichtigsten Ressourcen in Unternehmen, weil sie dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen, Prozesse zu verbessern und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Doch in der Praxis scheitert es meist an einer Strategie, Datenbestände effizient und gewinnbringend zu nutzen. In einer Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2024 haben nur 6 Prozent der deutschen Organisationen angegeben, dass sie das Potenzial ihrer zugrunde liegenden Daten ausschöpfen – und das, obwohl der Großteil die Vorteile eines datengetriebenen Geschäftsmodells hoch einstuft. Auch zwei Jahre später stehen viele Verantwortliche noch am Anfang.

Datenbestände wachsen weiter unkontrolliert an. Alte Projektordner, doppelte Dokumente und migrierte Fileserver-Strukturen bleiben unberücksichtigt und nehmen unnötig Platz ein. Damit verpassen es Firmen nicht nur, Datenmehrwert freizusetzen. Migrieren sie ungeprüft alte Daten in moderne Cloud-Umgebungen, kann das hohe Kosten verursachen. SharePoint ist dafür ein gutes Beispiel: Die Plattform dient Teams häufig als zentrale Ablage, sie steuern diese jedoch kaum strategisch. Die Folge: Läuft der Speicher voll, steigen die Kosten. Je stärker Datenbestände wachsen, desto wichtiger wird die Frage, wie sie sich organisieren, pflegen und langfristig wirtschaftlich verwalten lassen.

SharePoint-Realität: teuer, begrenzt, fehlgenutzt

Bleiben wir beim Beispiel: Ein SharePoint-Speicher ist nicht unbegrenzt kostenlos verfügbar. Häufig schöpfen Unternehmen zuerst das in den Microsoft-365-Lizenzen enthaltene Kontingent aus. Wo es an einer Datenstrategie fehlt, sind die Grenzen schnell erreicht. Laden Teams also ihre vollgelaufenen Fileserver, die alte, doppelte und nicht verwendete Daten enthalten, komplett in SharePoint, ist der Speicher zügig verbraucht. Dann kaufen Verantwortliche zusätzliche Ressourcen nach.

Meist wiederholt sich dieser Ablauf, und Organisationen kaufen immer und immer wieder kostenintensiv Speicherplatz ein. Dieses Kostenproblem liegt nicht an SharePoint selbst. Es gilt: Wer Speicher nur erweitert, statt Datenbestände zu managen, verschiebt die Herausforderung in die Zukunft. Um Kosten zu vermeiden, sollten Unternehmen deshalb auf Datenhygiene achten und eine langfristige Strategie etablieren.

Vorarbeit spart Geld

Eine SharePoint-Migration planen Teams optimalerweise nicht nur unter technischen Gesichtspunkten. Schließlich ist sie der ideale Zeitpunkt, um Datenbestände zu bereinigen. Wer vorher aufräumt, verhindert, dass unnötige Dateien dauerhaft Kosten verursachen. Dabei hilft eine vorgelagerte Analyse. Welche Daten benötigen Teams regelmäßig? Welche Inhalte können gelöscht werden? Welche Daten gehören ins Archiv? Aspekte wie Nutzung, Relevanz, Aufbewahrungspflicht und Kostenwirkung sollten Verantwortliche bei der Klassifizierung stets einbeziehen.

Nicht alle inaktiven Daten dürfen Unternehmen löschen. Viele Inhalte müssen sie aus rechtlichen, geschäftlichen oder historischen Gründen erhalten. Hier schafft die Archivierung einen Mittelweg zwischen aktivem Speicher und endgültiger Löschung. Dafür nehmen Firmen selten genutzte oder abgeschlossene Inhalte aus dem aktiven Arbeitsbereich und lagern sie in Microsoft-365-Archive aus. Sie bleiben bei Bedarf verfügbar, blockieren aber nicht dauerhaft teuren produktiven Speicher.

Ergänzende Archivierungslösungen können hierfür sinnvoll sein – etwa spezialisierte Microsoft-365-Archivierungstools, Enterprise-Archivplattformen oder Lösungen für Data-Lifecycle-Management. Sie helfen, Datenbestände genauer zu analysieren, selten genutzte Inhalte nach Nutzung, Relevanz oder Aufbewahrungspflichten zu klassifizieren und gezielt in günstigere Speicherbereiche auszulagern.

Wichtig ist dabei, dass archivierte Inhalte nicht vollständig aus dem Arbeitskontext verschwinden. Im Idealfall sind sie jederzeit auffindbar und lassen sich bei Bedarf wiederherstellen oder reaktivieren. So entsteht kein harter Bruch zwischen aktivem Arbeiten und Archiv, sondern ein geregelter Datenlebenszyklus. Welche technische Lösung dafür geeignet ist, hängt stark von Ausgangslage, Datenmenge, Microsoft-365-Setup, Aufbewahrungspflichten und Governance-Anforderungen ab. Statt vorschnell einzelne Werkzeuge auszuwählen, sollten Organisationen zunächst klären, welche Daten sie aktiv benötigen, welche Inhalte sie archivieren können und welche Informationen aus rechtlichen oder fachlichen Gründen schützenswert bleiben.

Wer dafür Hilfe sucht, sollte Ansprechpartner wie q.beyond einbeziehen, die nicht nur Daten-, sondern auch Microsoft-365-Experten mitbringen. So ist neben der technisch sauberen Umsetzung gleichfalls für Unterstützung bei Analyse, Klassifizierung, Governance und Zielbild gesorgt.

Kosten minimiert, Effizienz gefördert

Der finanzielle Effekt stellt nur einen Teil des Nutzens dar. Wer SharePoint konsequent von Altlasten befreit, stärkt zugleich seine Funktion als Kollaborationsplattform. Denn SharePoint ist nicht als digitales Archiv für die Gesamtheit der angesammelten Dateien gedacht. Das Tool soll Teams unterstützen, gemeinsam an aktuellen Informationen zu arbeiten, Dokumente schnell zu finden und Projekte effizient voranzubringen.

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Wachsen Datenbestände unkontrolliert, leidet genau diese Arbeitsfähigkeit. Mitarbeitende kämpfen sich durch veraltete Ordnerstrukturen, doppelte Dateien und uneindeutige Dokumentversionen. Suchergebnisse werden unpräziser, Verantwortlichkeiten verschwimmen, und relevante Informationen gehen zwischen historischen Daten unter. Das schwächt zudem das Vertrauen der Nutzenden in die Plattform: Wenn eine Suche mehrere ähnliche Dateien ausspielt, alte Projektstände neben aktuellen Dokumenten erscheinen oder eine zehn Jahre alte Vorlage weiterhin prominent auffindbar ist, stellt sich schnell die Frage, welche Information noch gilt. Eine durchdachte Archivierungsstrategie schafft hier Entlastung und Nutzerzufriedenheit: Aktive Inhalte bleiben sichtbar und zugänglich, während abgeschlossene oder selten abgerufene Daten in einen passenden Archivbereich wandern.

Damit verbessert Archivierung nicht nur die Übersichtlichkeit, sondern auch die Qualität der Datenbasis. Das ist besonders relevant, wenn Organisationen KI-Anwendungen wie Microsoft Copilot einsetzen. Solche Systeme greifen auf vorhandene Unternehmensdaten zu, um Informationen zusammenzufassen, Inhalte vorzuschlagen oder Fragen zu beantworten. Je sauberer, aktueller und konsistenter diese Daten sind, desto verlässlicher können die Ergebnisse ausfallen. Umgekehrt gilt: Wenn veraltete, redundante oder widersprüchliche Informationen im aktiven Datenbestand verbleiben, verlieren KI-gestützte Antworten an Qualität. Dann besteht die Gefahr, dass Mitarbeitende zwar zügiger Antworten erhalten, diese jedoch auf überholten Dokumenten, doppelten Versionen oder nicht mehr gültigen Vorlagen beruhen. Datenqualität ist heute Voraussetzung für vertrauenswürdige KI-Ergebnisse.

Aufräumen mit Strategie

Datenarchivierung stempeln viele Unternehmen als lästige Speichermaßnahme und notwendiges Übel ab. Tatsächlich ist sie aber ein strategischer Hebel für Kostenkontrolle, Governance, Datenqualität und Produktivität. Wer eine Datenstrategie verfolgt, die vor der Migration beginnt und sich im Betrieb fortführen lässt, sieht, wie Kosten sinken und die Kollaborationsplattform wieder an Effizienz gewinnt.

Martin Rövekamp, Senior Berater M365 | MVP bei der q.beyond AG.(Bild:  Beatrice Hermann Photography/q.beyond)
Martin Rövekamp, Senior Berater M365 | MVP bei der q.beyond AG.
(Bild: Beatrice Hermann Photography/q.beyond)

* Der Autor: Martin Rövekamp ist Seniorberater sowie Microsoft MVP für SharePoint und Copilot bei der q.beyond AG. Sein Ziel ist es, den Modern Workplace so zu gestalten, dass technologische Lösungen die Mitarbeitenden unterstützen und stärken. Als Mitgründer des Hamburg SharePint, Organisator der CollabDays in Hamburg und Oslo sowie der Global AI Community in Hamburg und Oslo engagiert er sich aktiv in der internationalen Microsoft-Community.

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