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Betriebssystem für softwaredefiniertes NAS, Anwendungsserver, Virtualisierungsplattform Was ist Unraid?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 3 min Lesedauer

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Unraid ist ein proprietäres, auf Linux basierendes Betriebssystem für Heimserver. Mit ihm lassen sich nahezu beliebige 64-Bit-x86-Systeme in Network Attached Storage (NAS), Anwendungsserver und Virtualisierungshosts verwandeln. Unraid ist lizenztechnisch an einen USB-Stick gebunden und wird von diesem gebootet. Für die Nutzung von Unraid stehen drei verschiedene, lebenslang gültige Lizenztypen zur Verfügung.

Mit Unraid lassen sich Network Attached Storage (NAS), Anwendungsserver und Virtualisierungshosts umsetzen.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Mit Unraid lassen sich Network Attached Storage (NAS), Anwendungsserver und Virtualisierungshosts umsetzen.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Unraid ist der Name eines vom Unternehmen Lime Technology Inc. für den Einsatz auf Heimservern entwickelten und erstmals im Jahr 2005 veröffentlichten, proprietären Betriebssystems. Es basiert auf Linux sowie der Distribution Slackware und fungiert auf dem Heimserver als Network Attached Storage (NAS), Anwendungsserver und Virtualisierungshost. Unraid gilt gegenüber traditionellen RAID-Systemen als deutlich flexibler, da es alle möglichen Kombinationen von Laufwerken unterschiedlicher Größe zu einem großen, ausfallsicheren Speicherpool zusammenfassen kann.

Die Software wird von einem USB-Stick gebootet und in ein Root-RAM-Dateisystem geladen. Sämtliche Konfigurationsdaten für das Betriebssystem sind auf dem Boot-Laufwerk gespeichert und werden zusammen mit dem Betriebssystem geladen. Unraid stellt relativ geringe Anforderungen an die zugrunde liegende Rechnerhardware und läuft auf nahezu beliebigen 64-Bit-x86-Systemen, auch älteren. Verwaltet und bedient wird Unraid über eine intuitiv bedienbare, grafische Weboberfläche. Über eine Art Appstore und in diesem verfügbare Plug-ins oder Docker-Container lässt sich die Funktionalität von Unraid erweitern.

Das Lizenzmodell von Unraid

Die für Unraid gekauften, lebenslang gültigen Lizenzen sind an den jeweiligen USB-Stick gebunden, von dem das Betriebssystem gebootet wird. Bei einem Defekt des USB-Sticks lässt sich die Lizenz aber kostenlos auf einen neuen Stick übertragen. Das ursprüngliche Lizenzmodell von Unraid wurde 2024 durch ein neues ersetzt. Es sieht derzeit folgende drei verschiedene Lizenztypen vor:

  • Starter-Lizenz: lebenslange Lizenz mit Unterstützung von bis zu sechs Speichergeräten und kostenlose OS-Updates für ein Jahr. Weitere Updates müssen erworben werden.
  • Unleashed-Lizenz: lebenslange Lizenz mit Unterstützung einer unbegrenzten Anzahl an Speichergeräten und kostenlosen OS-Updates für ein Jahr. Weitere Updates müssen erworben werden.
  • Lifetime-Lizenz: lebenslange Lizenz mit Unterstützung einer unbegrenzten Anzahl an Speichergeräten und kostenlosen OS-Updates auf Lebenszeit.

Die Kernfunktionen von Unraid

Die Kernfunktionen von Unraid lassen sich in die drei Hauptbereiche softwaredefiniertes NAS, Anwendungsserver und Virtualisierungsplattform einteilen.

Als softwaredefiniertes NAS ermöglicht es, den Speicherplatz des Heimservers über ein Netzwerk effizient zu teilen. Verschiedene Laufwerkstypen unterschiedlicher Größen lassen sich flexibel zu einem paritätsgeschützten Speicher-Array zusammenfassen. Im Vergleich zu einem herkömmlichen RAID-Verbund werden Dateien nicht in kleinere Blöcke aufgeteilt und auf die Festplatten verteilt, sondern in einem Stück auf eine Festplatte geschrieben. Das vereinfacht die Datenwiederherstellung und verbessert die Energieeffizienz. Allerdings hat das den Nachteil, dass die Schreib- und Leseleistung auf die maximale Geschwindigkeit der jeweiligen Festplatte beschränkt bleibt. Zur Beschleunigung des Zugriffs auf häufig verwendete Dateien lassen sich schnelle Festplatten wie SSDs als Cache nutzen. Die Unraid-Speicherpools unterstützen die Dateisysteme ZFS, Btrfs und XFS sowie Verschlüsselung. Durch Hinzufügen von Laufwerken lassen sich die Speicherpools einfach erweitern.

Als Anwendungsserver unterstützt Unraid die Ausführung containerisierter Anwendungen. Durch den Einsatz von Docker-Containern werden Kompatibilitätsprobleme mit dem Host-Betriebssystem und Konflikte zwischen verschiedenen Anwendungen vermieden. Die Bereitstellung der Anwendungen erfolgt Image-basiert über vorgefertigte Anwendungspakete, die sich mit wenigen Klicks installieren und auch wieder vollständig entfernen lassen.

Fungiert Unraid als Virtualisierungshost, werden virtuelle Maschinen mit hardwarenaher Leistung ausgeführt. Komplette Betriebssysteme wie Windows, Linux oder macOS können untereinander isoliert und parallel zu anderen Anwendungen laufen. Die gewünschte Menge an CPU-Kernen, Arbeitsspeicher und virtuellen Festplatten kann den VMs flexibel zugewiesen werden.

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