Daten in MS Azure speichern und verwalten Cloud-Storage in Microsoft Azure: Grundlagen und Einsatzgebiete

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Jürgen Ehneß

Microsoft bietet auf seiner Cloud-Plattform Azure verschiedene Storage-Typen an, die für unterschiedliche Einsatzgebiete optimiert sind. In diesem Beitrag geben wir einen Überblick zu den Einsatzgebieten von Storage in Microsoft Azure.

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Je nach gewünschtem Einsatzgebiet stellt Microsoft verschiedene Cloud-Speicher zur Verfügung.
Je nach gewünschtem Einsatzgebiet stellt Microsoft verschiedene Cloud-Speicher zur Verfügung.
(Bild: ©bluebay2014 - stock.adobe.com)

Unternehmen, die Daten in der Cloud speichern, haben beim Einsatz von Microsoft Azure die Auswahl zwischen verschiedenen Storage-Typen. In diesem Beitrag zeigen wir die Möglichkeiten der Storage-Typen in Microsoft Azure sowie die Einsatzgebiete dafür.

Der Zugriff auf Datenspeicher in Azure erfolgt über Azure-Speicherkonten. Diese sind auch mit Azure AD nutzbar, um Berechtigungen zu steuern. Die Dienste Azure Storage Blob, Files, Queue und Table unterstützen die Autorisierung über einem gemeinsam verwendeten Schlüssel. Microsoft Azure speichert die Daten verschlüsselt.

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Was ist die Azure-Storage-Plattform? Diese Möglichkeiten gibt es

Bei Azure-Storage handelt es sich um den Überbegriff der verschiedenen Storage-Typen in Microsoft Azure, der Cloud-Plattform von Microsoft. Microsoft stellt hier verschiedene Storage-Dienste zur Verfügung, die für verschiedene Einsatzgebiete optimiert sind.

Alle Daten sind redundant und hochverfügbar gespeichert. Zu den einzelnen Daten gehört jeweils ein Azure-Speicherkonto, das zu einem Azure-Abonnement gehört. Mit Azure Storage ist es zusätzlich möglich, mit Berechtigungen zu arbeiten, damit Benutzer und andere Dienste genau die Zugriffsrechte erhalten, die sie benötigen, aber nicht zu viele Rechte.

Die Azure-Storage-Dienste sind skalierbar und vollständig verwaltet. Das heißt, dass keine physische oder virtuelle Infrastruktur aufgebaut und verwaltet werden muss. Die Dienste sind sofort einsatzbereit, die Verwaltung der Infrastruktur übernimmt Microsoft.

Dazu kommt die Möglichkeit, dass der Zugriff auf Azure Storage überall möglich ist. Der Zugriff kann per HTTP und HTTPS, aber auch via FTP erfolgen. Microsoft stellt zudem Clientbibliotheken für Azure Storage zur Verfügung. Dazu gehören .NET, Java, Node.js, Python, PHP, Ruby und Go. Mit einer REST-API lassen sich die Funktionen erweitern. Zusätzlich können in Azure Storage Skripte auf Basis der Azure PowerShell oder der Azure CLI eingebunden werden.

Welche Storage-Typen gibt es in Microsoft Azure?

Bei den Diensten handelt es sich um Objektspeicher, Datenträgerspeicher für virtuelle Azure-Computer (VMs), einen Dateisystemdienst für die Cloud, einen Nachrichtenspeicher für Messaging und einen NoSQL-Speicher. Der Zugriff erfolgt jeweils über ein Azure-Speicherkonto. Zu den Storage-Diensten in Microsoft Azure gehören:

  • Azure Blobs: Dabei handelt es sich um einen Objektspeicher für Text- und Binärdaten. Auch eine Anbindung von Azure Data Lake an Azure Blobs ist möglich.
  • Azure Files sind verwaltete Dateifreigaben, mit denen auch der Zugriff über SMB als Netzlaufwerk möglich ist.
  • Azure-Warteschlangen: Dabei handelt sich um einen Messaging-Speicher für die Kommunikation zwischen Anwendungskomponenten.
  • Azure Tabellen sind ein NoSQL-Speicher für die schemalose Speicherung strukturierter Daten.
  • Azure-Datenträger sind Speichervolumes auf Blockebene für virtuelle Computer in Microsoft Azure.
  • Azure Data Lake: Microsoft bietet in Azure neue Speicherungsmöglichkeiten für sehr große Datenmengen. Azure Data Lake erlaubt die Speicherung beliebiger Daten in sehr hoher Menge direkt in der Cloud. Microsoft verspricht eine nahezu unbegrenzte Datenspeicherung.

Was sind Azure Blobs?

Azure Blob Storage ist die Objektspeicherlösung von Microsoft. Mit Azure Blobs können große Mengen unstrukturierter Daten in Blockblobs gespeichert werden. Blob steht für „Binary Large Object“. Damit sind Objekte wie Bilder und Multimediadateien oder andere große Datenmengen gemeint. Blob Storage in Microsoft Azure unterstützt auch Azure Data Lake Storage Gen2 für Big-Data-Daten.

Der Zugriff auf Azure Blobs ist mit HTTP und HTTPS weltweit möglich. Benutzer- oder Client-Anwendungen können über URLs, die Azure-Storage-REST-API, Azure PowerShell, die Azure CLI oder eine Azure-Storage-Clientbibliothek auf Blobs zugreifen.

Was ist Azure Files?

Mit Dateifreigaben in Azure Files können lokale Computer und Computer in der Cloud angebunden werden. Azure Files unterstützt Windows, Linux und macOS. Bei Azure Files können SMB-Freigaben in der Cloud erstellt werden. Azure Files benötigt keine virtuellen Server in der Cloud, sondern ist vollständig verwaltet. Die Daten lassen sich in lokale Rechenzentren synchronisieren.

Lokale Dateiserver oder Arbeitsstationen können mit der Azure-Dateisynchronisierung den Inhalt von Freigaben in Azure Files lokal zwischenspeichern. Sinnvoll ist das zum Beispiel bei langsamen Internetverbindungen, oder wenn Azure Files eine Absicherung gegen Datenverlust für bestimmte Verzeichnisse auf Dateiservern darstellen soll.

Azure Files verfügt über eine URL und ein SAS-Token (Shared Access Signature). Dieses ermöglicht den Zugriff auf Freigaben von überall. Freigaben über Azure Files ermöglichen auch die Migration von Daten zu Azure.

Auf einer Dateifreigabe können auch Konfigurationsdateien gespeichert werden. Diese Daten stehen auf Anforderung auch mehreren Computern zur Verfügung. Auch für Ressourcenprotokolle, Metriken und Absturzabbilder sind Dateifreigaben in Azure Files nutzbar.

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Was sind Azure-Datenträger?

Azure-Datenträger sind virtuelle Festplatten, die in Microsoft Azure zur Verfügung stehen und zum Beispiel für VMs in Microsoft Azure genutzt werden können. Die Managed Disks sind ebenfalls Blockspeicher und optimiert für Azure Virtual Machines. Die Managed Disks lassen sich mit jeder virtuellen Maschine verwenden. Microsoft stellt verschiedene Leistungstypen zur Verfügung:

  • Managed Disks – Ultra Disk,
  • Premium SSD Managed Disks,
  • Standard SSD Managed Disks,
  • Standard HDD Managed Disks.

Die Preise für die einzelnen virtuellen Festplatten unterscheiden sich, abhängig von der Leistung.

Nichtstrukturierte Daten in Azure speichern

Mit Azure-Tabellen ist es möglich, nichtstrukturierte NoSQL-Daten in einem schemalosen Design zu speichern. Neben herkömmlichen Azure-Tabellen können hier auch Azure-Cosmos-DB-Tabellen zum Einsatz kommen.

Ein Client mit Autorisierung per gemeinsam verwendetem Schlüssel übergibt mit jeder Anforderung einen Header, der mit dem Speicherkonto-Zugriffsschlüssel signiert wird. Weitere Informationen dazu sind unter „Authentifizierung mit gemeinsam verwendetem Schlüssel“ zu finden.

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