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Nachlese Das waren die gelungensten Tech-Aprilscherze 2016

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Rainer Graefen

Stadtweite Eilzustellung per Rohrpost, selbstfahrende Fahrräder und multisensorische Virtual Reality: Die besten Aprilscherze bedienen gerne aktuelle Trends. Aber auch Google-Suchdienste für verlorene Socken oder Hosen mit Internetanbindung waren 2016 geboten.

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Zustellung innerhalb einer Stunde: Ab Sommer 2016 wollte Amazon angeblich im Raum Berlin für Kunden des Express-Lieferdienstes Prime eine Sonderzustellung per Rohrpostsystem testen. Diese und weitere Aprilscherze machten vergangenen Freitag das Netz unsicher.
Zustellung innerhalb einer Stunde: Ab Sommer 2016 wollte Amazon angeblich im Raum Berlin für Kunden des Express-Lieferdienstes Prime eine Sonderzustellung per Rohrpostsystem testen. Diese und weitere Aprilscherze machten vergangenen Freitag das Netz unsicher.
(Bild: Amazon)

Auch bei großen Techunternehmen haben Aprilscherze inzwischen Tradition: Kein Jahr, in denen Amazon, Google, Samsung & Co. nicht wieder einige ausgefallene Produkte und Dienste vorstellen, die sich letztlich nur als Ausgeburt der Fantasie entpuppen.

Aber angesichts der aktuellen Produktpalette und Forschungsprojekte der genannten Unternehmen ist die Grenze zwischen Realität und Fantasie oft erst auf den zweiten Blick besser erkennbar. Wir haben einige der besten Beispiele hier im Artikel zusammengetragen; weitere Aprilscherze aus diesem Jahr finden sie auch in unserer Bildergalerie.

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Als Amazon erstmals ankündigte, für seinen Express-Lieferdienst Prime Flugdrohnen einzusetzen, hielten das viele zunächst auch nur für einen Aprilscherz. Inzwischen ist das Drohnenprojekt aber schon recht weit fortgeschritten, Amazon hat derzeit parallel gleich verschiedene Konzepte in Arbeit.

Da gerade in innerstädtischen Gebieten Drohnenflug oft problematisch sein könnte, hat Amazon Deutschland am 1. April als eigenes Konzept eine Express-Lieferung per Rohrleitung vorgestellt. Mittels Prime Rohrpost könnten Produkte mit einem maximalen Durchmesser von 25 cm in Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h durch das Berliner Stadtgebiet geschossen werden. In einem zweiten Schritt könnten sich Kunden künftig auch zuhause an dieses Express-Rohrleitungssystem anschließen lassen.

Während Amazon Deutschland die Prime Rohrpost aufbot, hielt sich der amerikanische Mutterbetrieb Amazon.com mit dem Aprilscherz dieses Jahr zurück. Der bereits am 1. April 2015 vorgestellte Dash-Button, mit dem Markenprodukte direkt per Knopfdruck bestellt werden können, ist echt, zum, 1. April 2016 stellte das Unternehmen eine erweiterte Produktpalette für den Expressservice in den USA vor. Sogar Kondome können nun darüber bestellt werden - kein Scherz.

Google: Selbstfahrende Fahrräder und Suchservice für Socken

Google ist auch nie um Aprilscherze verlegen. In diesem Jahr hatte der Suchmaschinenriese gleich mehrere Ulkangebote am Start.

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Als Anspielung auf die Tests mit selbstfahrenden Autos kündigte Googles Niederlassung eine Serie an selbstfahrenden Fahrrädern an. Vielleicht wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass die Niederlande das wohl fahrradfahrerfreundlichste Land der Welt ist.

Aprilscherz von Down Under: Die Google-Suche für verlorene Socken.
Aprilscherz von Down Under: Die Google-Suche für verlorene Socken.
(Bild: Google Australia)

Google Australien adressierte dagegen ein Problem, das die Welt schon seit langem plagt: ständig gehen einzelne Socken unauffindbar verloren. Wenn man Socken mit Bluetooth-Empfängern ausstatten würde, könnte Google Australien seinen erprobten Suchalgorithmus anbieten, um so einfach übers Internet die verlorengegangene Fußbekleidung wieder aufzuspüren.

Das waren nicht die einzigen Aprilscherze die das Unternehmen dieses Jahr in Petto hatte. Google Play bot Entwicklern etwa die Möglichkeit, ihre Apps nun nicht nur global, sondern gleich galaxisweit anzubieten.

Wenig Gegenliebe fand dagegen der "Drop the Mic" Button, den Google Mail zwischenzeitlich als Scherz eingeführt hatte. Mit der Schaltfläche konnte eine abgeschickte E-Mail mit einem kurzen Video versehen werden, auf dem ein Minion zu sehen ist, das ein Mikrofon fallen lässt. Das sorgte für einiges Kopfzerbrechen, da einige Nutzer das Feature versehentlich verwendeten - etwa bei der Antwort auf ein Bewerbungsgespräch. Google entschuldigte sich inzwischen für diesen missglückten Aprilscherz.

Samsung und das IoT (Internet of Trousers)

Internet of Trousers (IoT): Mit "WiFly"-Anschluss und Fridge-Lock-Feature bei zu großer Spannung am Hosenbund hebt dieser Aprilscherz das Prinzip der "Smart Wearables" auf eine neue Ebene.
Internet of Trousers (IoT): Mit "WiFly"-Anschluss und Fridge-Lock-Feature bei zu großer Spannung am Hosenbund hebt dieser Aprilscherz das Prinzip der "Smart Wearables" auf eine neue Ebene.
(Bild: Samsung)

Das "Internet of Things" (IoT) ist inzwischen in aller Munde. Vernetzte Smart Wearables sollen den Alltag auch im Konsumentenleben vereinfachen. Elektronikhersteller Samsung hat daher zum 1. April eine neue Modelinie ins Leben gerufen: Das "Internet of Trousers" (ebenfalls IoT).

Das Prinzip "Smart Wearable" steht hier vollauf im Vordergrund, denn die vernetzten Hosen sollten allerlei Erleichterungen für den Alltag bilden. Der "WiFly"-Anschluss erkennt selbsttätig, ob der Reißverschluss noch offen ist. Drucksensoren ermitteln, falls man zu lange sitzt, und lösen bei regloser Sitztätigkeit von über drei Stunden Elektroschocks aus, die den Träger zum Aufstehen motivieren sollten.

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Und der vernetzte Fridge-Lock-Modus erkennt anhand der Spannung am Hosenbund, ob der Träger nicht bereits zu übergewichtig geworden ist - ab einer gewissen Spannung wird automatisch der, ebenfalls intelligente, Kühlschrank verriegelt.

ThinkGeek: Star-Trek-Geräuschesimulator und VR-Immersionsverstärker

Der Onlinestore Thinkgeek ist nicht nur eine beliebte Anlaufstelle für Technikspielzeuge aller Art, sondern auch für eine Vielzahl an Aprilscherzen bekannt. In diesem Jahr hatte der Online-Laden gleich mehrere verschiedene Produkte im Portfolio, die leider nur reine Erfindung waren.

So hätte sich sicher so mancher Raumschiff-Enterprise-Fan auf die "Star Trek White Noise Sleep Machine" gefreut. Die Einschlafhilfe mit der "Effizienz eines vulkanischen Nervengriffs" sollte echten Science-Fiction-Nerds zum nötigen Schlummer verhelfen, indem es die typischen Maschinenraumgeräusche der Sternenflottenraumschiffe erzeugt. Unterschiedliche Enterprise-Modelle seien dabei deutlich im Klang zu unterscheiden, als Wecker dient der Rote Alarm.

Star-Trek-Fans hätten sich sicherlich über dieses Produkt gefreut, findet dieses Jahr doch das 50. Jubiläum der Science-Fiction-Serie statt. Aber auch andere Fantasieprodukte waren sehr interessant, wie etwa der VR Sensory Immersion Generator.

Dieser sollte Trägern von VR Headsets wie dem Oculus Rift oder dem HTC Vive zu einem realistischerem Erlebnis verhelfen, indem Wind, Düfte und Geschmäcker dem Headset-Träger direkt ins Gesicht geschossen werden.

Zu weiteren Aprilscherzen von ThinkGeek zählten auch eine Mentos-und-Cola-betriebene VTOL-Rakete oder ein "sinnloser Lichtschalter", der sich unmittelbar nach Aktivierung selbst wieder ausschaltet. Allerdings mag es für manche echte "Geeks" Grund zur Hoffnung geben: Einige vergangene Aprilscherze der Webseite hatten derart viel Nachfrage, dass sie später tatsächlich, wenn auch in abgewandelter Form, als Produkte erschienen... etwa der aus Zurück in die Zukunft bekannte "Flux Kompensator", in Form eines USB-Ladegeräts.

Weitere Tech-Aprilscherze dieses Jahres finden Sie in unserer Bildergalerie zum Thema.

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