Storage-Management Den Überblick über Speicherstrukturen behalten

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dr. Jürgen Ehneß

Ab einer gewissen Größe ist für Unternehmen das Storage-Management unerlässlich. Es optimiert durch geeignete Strategien und technische sowie organisatorische Maßnahmen die Effizienz und Leistungsfähigkeit der heterogenen Speicherlandschaft. Ziel dabei ist es immer, Daten auf optimal für sie geeignete Speichersysteme abzulegen und sie für Nutzer, Anwendungen und Compliance vorzuhalten. Wie geben einen Überblick über jüngste Entwicklungen und beleuchten die aktuellen Herausforderungen.

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Das Datenwachstum führt in Rechenzentren zu einem permanenten Ausnahmezustand. Da heißt es: den Überblick behalten.
Das Datenwachstum führt in Rechenzentren zu einem permanenten Ausnahmezustand. Da heißt es: den Überblick behalten.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Seit Jahren nun schon befinden sich Rechenzentren im permanenten Ausnahmezustand: Umfangreiche Maßnahmen werden ergriffen, um dem enormen Datenwachstum Herr zu werden. Laut Zahlen des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research bewegt sich die jährliche Datenwachstumsrate derzeit zwischen 30 und 40 Prozent – andere Marktforscher wollen sogar ein jährliches Wachstum von 60 Prozent ausgemacht haben. Im Jahr 2025 wird die generierte Datenmenge wohl irrwitzige 163 Zettabyte betragen, rechnen uns die Analysten von IDC in Ihrem Whitepaper „Data Age 2025“ vor.

Crisp Research nennt als Haupttreiber des Datenwachstums:

  • IoT/Industrie 4.0,
  • die intensive Nutzung von Cloud-Services,
  • die Sammlung und Aggregation von Kundendaten in speziellen „Data Lakes“,
  • Machine Learning als neue Analysedisziplin,
  • die Einführung von Predictive Maintenance und Predictive Modelling,
  • echtzeitfähige IT-Systeme für eCommerce, Logistik oder BI,
  • die Nutzung videobasierter Collaboration-Systeme,
  • den Einsatz von Video in der Kundenkommunikation,
  • Augmented Reality/Virtual Reality,
  • 3D-Printing/-Modelling,
  • Digital Engineering & Simulation.

Die Analysten von Forrester gingen in ihren Vorhersagen 2020 davon aus, dass dieses Jahr die Storage-Experten in den Firmen ganz besonders gefordert würden. Es gelte Speicherlandschaften zu verwalten, die in weiten Teilen noch aus grauer Vorzeit stammten, in denen aber auch immer mehr All-Flash-Bausteine verbaut würden und denen mit Edge und Cloud völlig neue Ebenen erwüchsen. Zudem sollen die angelegten Daten nicht nur für Anwendungen und deren Nutzer sowie aus Compliance-Gründen vorgehalten werden, sondern zusätzlich auch noch einen Mehrwert für das Unternehmen liefern, etwa neue Geschäftsideen durch Business Intelligence generieren. Hier ist insbesondere das Speichermanagement gefordert.

Herausforderungen

„Zu den größten Herausforderungen beim Speichermanagement zählt zum einen das Datenwachstum, welches uns schon lange beschäftigt. Dieses nimmt vor allem auch durch die zunehmende Vernetzung von Geräten und Maschinen rasant zu. Denn IoT-Devices generieren massenhaft ‚heiße‘ Daten, die unstrukturiert sind und durch Metadaten angereichert werden. Dieser Datentyp, besser ihre Nutzung, steht jetzt im Fokus“, berichtet Georg Mey, Senior Manager Solution Architects EMEA bei NetApp. „Diese Informationen abzulegen und zu archivieren, bringt uns aber nicht in die Bredouille. Ganz anders sieht es jedoch beim Datenzugriff aus. Dieser wird richtig herausfordernd, da in unserer vernetzten Welt viele Unternehmen und Einrichtungen einen Zugriff von überall auf einen zentralen Datenpool benötigen.“

Storage-Management Teil 1, Immer den Überblick behalten

Um einen umfassenden Überblick bieten zu können, behandelt dieses eBook unter anderem die folgenden Themen:
# Was ist Storage-Management?
# Nahe Verwandte des Speichermanagements.
# Der Status quo der Storage-Systeme

eBook „Storage-Management“ downloaden

Eine performante Auswertung lasse sich jedoch nicht an jedem Ort realisieren. Für global agierende Akteure empfehlen sich deshalb laut Mey Replikate, die verteilt werden, etwa über eine Public Cloud. Ganz oben auf der Agenda stünden daher ein einfacher sowie sicherer Zugang zu den Daten in der Cloud und ihre einfache Nutzung. Davon hängt ab, ob es Anwendern quer durch alle Branchen gelingt, neue Wertschöpfungsketten zu bilden und so wettbewerbsfähig zu bleiben.

„Die ‚heißen‘ Daten schnellstmöglich gewinnbringend zu nutzen, ist typischerweise für den Fertigungsbereich enorm wichtig. Denn dessen Vertreter sind auf den Datenzugang zu ihren Anlagen und Systemen beim Kunden angewiesen. Nur so kann das produzierende Gewerbe Maschinen intelligent und vorausschauend warten, diese verbessern und neue Dienste entwickeln. Ähnliche Strategien verfolgen Elektrogerätehersteller, die ebenfalls die Wartungsdaten verwenden wollen. Auch Verantwortliche im öffentlichen Sektor werden künftig verstärkt darüber nachdenken müssen, wie sich Daten trotzt hoher Restriktionen über das eigene Rechenzentrum hinaus für einen schnellen Zugriff verteilen lassen“, erläutert der Speicherexperte.

Immer noch mehr Hardware?

Natürlicherweise besteht die Taktik der IT-Teams bei der Bewältigung der steigenden Datenmengen zunächst darin, mehr Speicher zu kaufen und zu installieren. Und noch mehr. Und noch mehr. Irgendwann ist aber einfach kein Platz mehr im Rechenzentrum, dann müssen ein neues gebaut oder eine Public Cloud angezapft werden. Die sukzessive Erweiterung komplexer NAS- und RAID-Systeme um neue Festplatten und Komponenten ist im Zeitalter exponentiell wachsenden Speicherbedarfs und schwer prognostizierbarer Systemauslastungen jedoch nur wenig sinnvoll. Sie hat in den vergangenen Jahren zu einer hohen Komplexität auf zumeist dürftigen Performance-Niveaus geführt. Die klassischen unternehmenseigenen Storage-Systeme, die über Jahre gewachsen und mit unterschiedlichen Providern aufgebaut wurden, sind vielfach der Flaschenhals, wenn es um neue digitale Use-Cases und weltweite Verfügbarkeit geht.

„Die Nachfrage, verschiedenste Arten von Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen und über mehrere Clouds hinweg bereitzustellen, steigt kontinuierlich. Dementsprechend nimmt die Komplexität beim Management dieser verschiedenen Speicher und Speicherorte zu – in vielen Fällen sogar überproportional. Denn es geht heute und in Zukunft nicht mehr vor allem um Lagerung und Transport von Informationen, sondern darum, ihre Relevanz zu bestimmen und sie dementsprechend zu priorisieren. Eine Komplexität, die am Ende nicht mehr beherrschbar ist, erscheint mir die größte Herausforderung zu sein“, erklärt denn auch Dr. Markus Pleier, Director, System Engineering Central Europe bei Nutanix.

Allerspätestens hier wird dann die Bedeutung des Storage-Managements augenfällig. Ohne ein solches Management wäre es schlichtweg unmöglich, Daten rechtskonform abzulegen und noch wichtiger: schnell wiederzufinden.

„Die Ausweitung des reinen Datenvolumens, sprich der Storage-Kapazität, ist heute nur noch für eine Minderheit der Unternehmen eine echte Herausforderung. Die Mehrheit der Unternehmen sieht sich hingegen mit der Anforderung konfrontiert, immer mehr Datenbestände 24/7 verfügbar zu halten – und dies bei steigenden Performance-Anforderungen“, so Dr. Carlo Velten, CEO bei Crisp Research. Er rät Digitalisierungs- und IT-Entscheidern, sich „auf jeden Fall“ Gedanken über neue Strategien und Konzepte des Daten- und Storage-Managements zu machen, falls mehr als drei der genannten Treiber für ihr Unternehmen relevant sind.

eBook „Storage-Management“

Das Storage-Management versucht, die aktuellen Ressourcen durch verschiedene Techniken, Software, Hardware oder Prozesse zu maximieren. Im eBook „Storage-Management Teil 1 – Immer den Überblick behalten“ tauchen wir tief in das Speichermanagement ein und erläutern, was es ist und wie es implementiert werden muss, um für das Unternehmen nicht nur ein Kostenfaktor zu sein.

Dabei untersuchen wir unter anderem:

  • Was ist Storage Management?
  • Welche Vorteile bietet das Speichermanagement?
  • Was bietet Software und Hardware?
  • Aktuelle Probleme im Management von Storage-Ressourcen
  • Gegenwart und Zukunft des Speichermanagements: SDS, KI und der ganze Rest

Auch kommen in diesem eBook neben Analysten auch in umfangreichem Maße Experten verschiedener Storage-Anbieter zu Wort, so dass sich der Leser selbst eine Meinung bilden kann.

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Über den Autor

Dr. Dietmar Müller

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Journalist