Suchen

Flexframe von Fujitsu Siemens Computers Der Speicherpool als zentrale Service-Instanz

| Autor / Redakteur: Jürgen Zeidler / Nico Litzel

Die Suche nach der universell einsetzbaren Rechenzentrumsinfrastruktur im Open-Systems-Umfeld ist eigentlich an ihr Ende gekommen. Blade-Server und die Virtualisierung von Server, Storage und Netzwerk schaffen dazu die Grundbedingungen. Bei Flexframe sind alle Zutaten produktiv umgesetzt.

Firma zum Thema

Virtualisierung des Rechenzentrums: Flexframe von Fujitsu Siemens Computers ist eine der ersten Anwendungen, die die Virtualisierung von Server, Speicher und Netzwerk antizipiert und eine gemeinsame Nutzung von Ressourcen ermöglicht.
Virtualisierung des Rechenzentrums: Flexframe von Fujitsu Siemens Computers ist eine der ersten Anwendungen, die die Virtualisierung von Server, Speicher und Netzwerk antizipiert und eine gemeinsame Nutzung von Ressourcen ermöglicht.
( Archiv: Vogel Business Media )

In herkömmlichen Rechenzentren sind Anwendungen jeweils einem bestimmten Server zugeordnet. Mit den virtualisierten Infrastrukturlösungen Flexframe for Oracle und Flexframe for SAP von Fujitsu Siemens Computers lassen sich demgegenüber die jeweiligen Applikations- und Datenbank-Services auf jedem Server innerhalb eines Server-Pools betreiben. Dazu wird die komplette Software – also Betriebssystem, Middleware, Datenbank und Anwendungen – virtualisiert und in Form von Images und Service Directories auf einem zentralen Speichersystem abgelegt.

Bei Inbetriebnahme werden die Server mit den jeweiligen Software-Images dynamisch versorgt. Eine Management-Software stellt die Hochverfügbarkeit der geschäftskritischen Anwendungen sicher: Sie startet beispielsweise fehlerhafte Software-Instanzen neu oder verschiebt sie im Falle eines Defekts der Hardware auf ein anderes System.

Die beiden Infrastrukturlösungen sind im Prinzip gleich aufgebaut. Sie bestehen aus beliebig vielen Application Nodes. Diese laufen auf den Knoten des Server-Pools, der die Rechnerleistung für die Services der Anwendungen bereitstellt. Zwei Kontrollknoten (Steuerungsrechner) überwachen und steuern das gesamte System. Letzte und wichtigste Komponente ist ein Storage-Pool, auf dem sämtliche Daten liegen. Im Folgenden soll am Beispiel von Flexframe for Oracle aufgezeigt werden, wie die Provisionierung der Server abläuft und welche Rolle der Storage-Pool dabei einnimmt.

Storage-Pool und Provisionierung der Server

Flexframe for Oracle steuert eine virtualisierte und automatisierte Infrastruktur für Anwendungen auf Basis der Oracle-10g-Technologie. Diese besteht aus dem Oracle Application Server und der Oracle Database – Real Application Clusters. Mit Flexframe for Oracle wird die Funktionalität der Oracle-10g-Technologie um eine zusätzliche Virtualisierungsebene erweitert, die die Oracle-Services von der zugrundeliegenden Hardware trennt.

Damit kann jeder Service auf jedem Knoten des Server-Pools ablaufen. Grundlage ist ein zentraler Storage-Pool für alle Daten, die von den unterschiedlichen Knoten gemeinsam genutzt werden sollen. Zum Einsatz kommen NAS-Speichersysteme (Network Attached Storage) von Network Appliance und EMC, die über das IP-Netz in die Infrastruktur integriert sind. Der Storage-Pool umfasst die Datenbankdateien für alle Datenbanken, die von Oracle Database – Real Application Clusters verwendet werden, sowie die vollständige Software (Betriebssystem, Oracle-10g-Technologie, Anwendung). Die lokalen Platten eines Server-Knotens werden nicht für die Installation von Software oder für das Speichern von Anwendungsdateien verwendet.

Golden Images

Für die Provisionierung der Server verwendet Flexframe for Oracle sogenannte Golden Images, die individuell für jede benötigte Betriebssystemversion erzeugt wurden. Wenn das Kontrollsystem einen neuen Knoten mit dem für den gewünschten Service festgelegten Golden Image booten muss, wird ein Klon dieses Golden Images erzeugt. Der Klon ist nicht nur eine Kopie des Golden Images, sondern eine durch IP-Adresse, Host-Name und andere Hardware-Parameter personalisierte Betriebssystemfassung für den Knoten. Ist der knotenspezifische Klon bereits vorhanden, wird dieser verwendet.

Im folgenden Schritt wird der Knoten per Netboot mit der Umgebung versorgt, die für den Service erforderlich ist. Die gesamte Service-spezifische Oracle-Software befindet sich in eigenen Verzeichnissen (Service Directories), die ebenfalls im Storage-Pool abgelegt sind. Sie werden über NFS-Mount verbunden, bevor der entsprechende Service gestartet wird. Das bedeutet, dass Flexframe for Oracle eine Trennung von Betriebssystem und Service vornimmt.

Der Vorteil dieser Trennung ist, dass ein Golden Image für mehrere, im Idealfall für alle Services verwendet werden kann. Das vereinfacht die Administration des Basis-Betriebssystems und erlaubt den Wechsel zwischen den Services auf einem Knoten ohne Reboot.

Automatisiertes Management

Voraussetzung für die Effektivität der virtualisierten Infrastrukturlösungen ist ein weitgehend automatisiertes Service Management. Das Control Center für Flexframe for Oracle ist die zentrale Instanz zur Überwachung und Steuerung der Infrastrukturlösung. Die Software überwacht permanent alle Server des Pools mit Agenten und standardisierten SNMP-Traps. Das Control Center kommuniziert mit der Administrationskomponente Oracle Grid Control, die Informationen über die Antwortzeiten, Gesamtleistung, Lasten und Verfügbarkeit der Applikations- und Datenbankservices liefert. Werden Abweichungen von den Service Levels registriert, leitet das Control Center gemäß vorab definierten Regeln entsprechende Gegenmaßnahmen ein.

Mit dem Policy-basierenden Workload-Management lässt sich die Infrastruktur an wechselnde Lastspitzen anpassen. Ebenso bietet Flexframe for Oracle die Möglichkeit, Änderungen der Konfiguration vorzugeben, um beispielsweise automatisch mehr Rechenleistung für den Monatsabschluss zuzuweisen.

Stufenweise zur Lastspitze skalieren

Eine Blade-Server-Infrastruktur ist per se hochverfügbar und flexibel für unterschiedlichste Anwendungen einsetzbar. Da sich die Rechenleistung vieler einzelner Systeme entsprechend dem Leistungsbedarf von Applikationsserver- und Datenbank-Instanzen bündeln lässt, können sich Anwenderunternehmen Hochleistungsrechner ersparen.

Zudem reduziert sich der Administrationsaufwand, da Aufgaben automatisiert werden und es nicht mehr notwendig ist, Server für andere Aufgaben umzukonfigurieren. Die integrierte, kontinuierliche Überwachung der gesamten Blade-Infrastruktur sorgt für eine gesteigerte IT-Servicequalität. Da bei Ausfällen automatisiert Rechenleistung ab- beziehungsweise zugeschaltet werden kann, ist die Infrastruktur in sich hochverfügbar und kann auf Hot-Standby-Systeme verzichten.

Jürgen Zeidler ist Senior Manager – Development Infrastructure Solutions – Flexframe for Oracle, Fujitsu Siemens Computers.

(ID:2007851)