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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium Der System-verwaltete Speicher im Mainframe-Umfeld, Teil 2

Autor / Redakteur: Werner Bauer / Nico Litzel

Policy-basierendes Storage Management übernimmt die Aufgaben des Speicher-Administrators, die zuvor manuell ausgeführt wurden. Das Data Facility Storage Management System (DFSMS) erlaubt die Trennung der logischen Sicht der Daten von der physikalischen Speicherkonfiguration. Logisch ist hier synonym mit Service Level Agreements (SLA) gleichzusetzen und physikalisch bedeutet, wo die Daten tatsächlich abgespeichert werden.

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Automatic Class Selection (ACS) - Routinen und Speicherhierarchie: Basierend auf diesen logischen Klassen sucht das System den optimalen Speicherplatz für die betroffene Datei in der vorhandenen Speicherhierarchie.
Automatic Class Selection (ACS) - Routinen und Speicherhierarchie: Basierend auf diesen logischen Klassen sucht das System den optimalen Speicherplatz für die betroffene Datei in der vorhandenen Speicherhierarchie.
( Archiv: Vogel Business Media )

Logische Sicht heißt in der Terminologie von SMS: Data Class, Storage Class und Management Class. Die Storage Group spezifiziert letztlich den physikalischen Speicherplatz.

  • Über die Data Class werden Angaben über den Speicherbedarf und die Daten-Attribute für eine Datei gemacht.
  • Die Storage Class enthält Angaben zur geforderten Leistung und Antwortzeit und der Level der Verfügbarkeitfür die betroffenen Dateien. Das beinhaltet die Platzierung auf einem physikalisch Volume mit schneller Zugriffszeit oder dass eine Datei über das Attribute „sequential data striping“ automatisch auf mehrere Volumes verteilt wird.
  • Die Management Class enthält Angaben über Anzahl und Aufbewahrungsdauer der Sicherungen für eine Datei. Hier wird auch definiert, wie lange die Datei selbst bestehen bleibt, bevor sie automatisch gelöscht wird.
  • Die Storage Group definiert den potenziell physikalischen Speicherplatz für die betroffene Datei.

Eine Storage Group ist eine Gruppe von Volumes in Disk-Storage-Subsystemen oder eine Gruppe von Tape-Kassetten und Tape-Laufwerken. Die betroffenen Volumes werden von DFSMS kollektiv verwaltet. Entscheidend ist die Zuweisung dieser Attribute, die in diesen Klassen oder „Constructs“ definiert sind. Diese Aufgabe übernehmen sogenannte „Automatic Class Selection Routines“ (ACS Routinen). Basierend auf Kriterien wie DSN, Jobname, Größe der Datei und ca. weiteren 25 Kriterien, werden jeder einzelnen neuen Datei entsprechende Klassen zugewiesen. Für jede Klasse gibt es eine solche ACS Routine.

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Die Übersicht „ACS Routinen und Speicherhierarchie“ im Anlaufbild zeigt die Rolle der ACS Routinen. Basierend auf diesen logischen Klassen sucht das System den optimalen Speicherplatz für die betroffene Datei in der vorhandenen Speicherhierarchie. Die Auswahl des Platzes in der Speicherhierarchie wird „Volume Selection“ genannt. DFSMS geht durch eine Anzahl von Schritten und erstellt eine Liste von potenziellen Volumes, eine sogenannte „candidate disk volumes“-Liste, die in Frage kommen, um die neue Datei dort abzuspeichern. Diese Volume-Liste basiert auf der Auswahl der entsprechenden Storage-Gruppen, wie sie in der Storage Group ACS Routine zugewiesen wurden.

Die sogenannte „primary candidate-Liste enthält Volumes, die alle Kriterien erfüllen, die in der entsprechenden Storage Class und Data Class spezifiziert wurden. Es gibt noch eine „secondary candidate volumes“-Liste, die alle die Volumes enthält, die nicht alle Kriterien erfüllen, aber ebenfalls in der Storage Group ACS Routine zugewiesen wurden.

Weiter mit: Auswahlkriterien für den System Resource Manager

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