Report von Actual Tech Media zum Stand hyperkonvergenter Technik

Deutschland ist Vorreiter beim Einsatz von Omnistack und Beschleunigerkarten

| Autor / Redakteur: Manuel Kuck / Rainer Graefen

Hyperkonvergente Infrastruktur wie der Simplivity Omnicube integrieren eine virtuelle Rechnerarchitektur mit Computing-, Storage-, Netzwerk- und Virtualisierungs-Ressourcen in einem Gerät.
Hyperkonvergente Infrastruktur wie der Simplivity Omnicube integrieren eine virtuelle Rechnerarchitektur mit Computing-, Storage-, Netzwerk- und Virtualisierungs-Ressourcen in einem Gerät. (Bild: Simplivity)

Laut einer Studie im Auftrag von Simplivity ist der Hyperkonvergenz-Markt im vergangenen Jahr deutlich gereift. In Zusammenarbeit mit Actual Tech Media befragte der Anbieter für Hyperkonvergenz-Lösungen weltweit knapp 1.100 IT-Manager und -Fachkräfte zum Einsatz von hyperkonvergenten Infrastrukturen in ihren Unternehmen.

Gemäß State of Hyperconverged Infrastructure Market Report versuchen immer mehr mittlere und große Firmen, mit der Einführung hyperkonvergenter Systeme die betriebliche Kostenbilanz ihrer Server und Rechenzentren zu verbessern.

Hohe Verfügbarkeit der Daten und einfache Skalierung zählen ebenso unverändert wie die Integration von Backup und Disaster Recovery zu den Hauptkriterien für Interesse an Hyperkonvergenz.

Neuanschaffungen werden vorgezogen

37 Prozent aller Befragten verwendeten bereits hyperkonvergente Systeme im Unternehmen, ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zu 24 Prozent im Jahr 2015. Etwa der gleiche Prozentsatz plane die Einführung innerhalb der nächsten Jahre, teilweise mit deutlich schnelleren Einführungszeiten. Aktuell wollen mit 12 Prozent nur noch halb so viele Betriebe wie im Vorjahr länger als zwei Jahre mit der Neuanschaffung warten.

Insgesamt bilde dies eine beschleunigte Annahme der Technik und ihrer Möglichkeiten ab, allerdings habe immer noch jedes vierte Unternehmen derzeit kein Interesse an hyperkonvergenten Systemen. Hierfür werden kürzlich getätigte Investitionen in neue Serverhardware und mangelnder Bedarf aufgrund ausreichender System-Kapazitäten als häufigste Gründe genannt.

Europa und Deutschland mit Vorsprung

Auch wenn Europa öfter ein Nachzügler bei Entwicklungen im IT-Segment ist, scheint Hyperkonvergenz hierbei aber die Ausnahme darzustellen. In der EMEA-Region setzen bereits 46 Prozent der befragten Firmen hyperkonvergente Infrastruktur ein.

Im deutschen Markt gebe es zudem einen verkürzten Einführungszeitraum gegenüber der europäischen und internationalen Konkurrenz. Demnach wollen 58 Prozent der deutschen Non-Adopter innerhalb eines Jahres hoch integrierte Systeme implementieren, verglichen mit 38 Prozent in EMEA und 40 Prozent weltweit.

„Deutschland hat eine sehr hochentwickelte IT-Landschaft und ist aus diesem Grund bereit für Techniken wie hyperkonvergente Infrastruktur. Es ist daher einer unserer wichtigsten Märkte“, erklärt Thomas Boele, VP Solutions Architecture bei Simplivity.

Der Markt hierzulande sei durch die starke Durchsetzung mit IT-Infrastruktur durch Rechenzentren einigen Mitbewerbern voraus, daher habe der Anbieter seine hyperkonvergenten Infrastruktur-Lösungen Omnicube und Omnistack zeitgleich in Deutschland und den USA 2013 auf den Markt gebracht.

Weitreichendere Einsatzmöglichkeiten

Bei allen Anwendern weite sich aktuell der Nutzungsbereich hyperkonvergenter Infrastruktur aus. Während die hochvirtualisierten Systeme bisher verstärkt für die Netzwerkanbindung von Zweigstellen (ROBO) oder der Bereitstellung von integrierten Desktop-Virtualisierungen (VDI) genutzt wurde, seien kombinierte Workloads inzwischen häufig.

41 Prozent der Befragten nutzen ihre hyperkonvergenten Systeme auch für die Software-Entwicklung, immerhin 39 Prozent für die Abwicklung von Geschäftsprozessen. Auch Tools zur Big Data-Analyse laufen bei 37 Prozent der Antwortenden auf hyperkonvergenten Systemen.

"VDI und ROBO treten bei unseren Kunden zunehmend in den Hintergrund. Im Schnitt sind 70 bis 80 Prozent ihrer aktuellen Workloads kombiniert und in einer Vielzahl von Bereichen angesiedelt", so Boele. Simplivity unterstützt diese Entwicklung durch eine dezidierte Beschleunigerkarte in seinen Systemen, die in Verbindung mit der Data Virtualization Platform die nötige Performance für komplexere Aufgaben bereitstellt.

Unerwartete Ergebnisse

Teilweise herrscht eine Diskrepanz zwischen erwarteter Verbesserung vor der Einführung im Unternehmen und danach. Mit 31 Prozent vermerkten deutlich mehr Betriebe eine Beschleunigung im Deployment von Servern oder virtuellen Umgebungen als erwartet, ebenso sahen 17 Prozent der Befragten verkürzte Trainingszeiten für ihre IT-Mitarbeiter.

Im Gegenzug erhofften sich 42 Prozent der Unternehmen vor der Einführung eine deutliche Steigerung ihrer Betriebseffizienz, während lediglich 28 Prozent im Nachhinein dies hervorhoben.

Unklar bleibt, inwieweit dies auf ein mangelndes Verständnis der Befragten mit den noch jungen Hyperkonvergenz-Feld zurückzuführen ist. Alternativ treten bestimmte Potenziale auch erst nach der Einführung und einer gewissen Evaluierungszeit im täglichen Einsatz durch die technischen Mitarbeiter klar zutage.

Hyperkonvergenz als Software-Lösung

Gegenwärtig haben Unternehmen noch den Wunsch, hyperkonvergente Infrastruktur als "All-in-One-Box"-Lösung zu erwerben. Je stärker Serverarchitekturen aber auf x86-Standards festgelegt werden, desto mehr verliere die Hardware-Komponente daher langfristig an Bedeutung für Unternehmen und Anbieter.

"Die Architektur unserer Software in Form von Omnistack und der Data Virtualization Platform ist entscheidend. Durch sie werden hohe Kompressionsraten von 40:1 und verbesserte Speicherperformance bis auf die IOPS-Ebene durch vollständige Deduplizierung der Datensätze ermöglicht", kommentiert Boele.

Derzeit werde ein Viertel des Geschäfts durch den Vertrieb von Omnistack als Software in Kombination mit der Beschleunigerkarte erzielt, die Simplivity auch als Teil der Cisco UCS- und Lenovo x3650 M5-Rackserver anbietet. Auf lange Sicht definiere man sich aber durchaus immer stärker in der Rolle eines Software- und Plattform-Distributors.

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