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IDC veröffentlicht Spezial-Studie über alternative Disk-Modelle Die Stärken und Schwächen von Festplatte, Halbleiter- und Hybrid-Festplatte

| Redakteur: Rainer Graefen

Seit 2006 verfolgt IDC intensiv die Veränderungen auf dem Speichermarkt. In einer größeren Studie haben die Marktforscher sechs verschiedene Storage-Technologien auf einer Notebook-Plattform verglichen und sind einerseits zu vorhersehbaren, andererseits aber auch zu unerwarteten Ergebnissen gekommen. Nachfolgend ein Auszug aus den Testergebnissen.

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Festplatte, Hybrid-Festplatte oder Solid State Disk: Welche ist am schnellsten?
Festplatte, Hybrid-Festplatte oder Solid State Disk: Welche ist am schnellsten?
( Archiv: Vogel Business Media )

IDC hat Festplatten, Hybrid-Festplatten und Solid State Disks auf einer Notebook-Plattform getestet. Die Ergebnisse sind naturgemäß nur vorläufig, da durch technische Fortschritte die aktuellen Leistungsgrenzen überwunden werden.

  • Auf dem Gerätelevel und im Labor lassen sich Performance-Werte messen, die nach der Systemintegration stark nach unten differieren und im schlimmsten Fall gar nicht mehr nachweisbar sind.
  • Systemintegratoren mit genügend Know-how sind in der Lage, Nutzen aus der potenziellen Leistungssteigerung zu ziehen. Das gelingt aber nur kurzzeitig, da neue Standards die proprietären Lösungen unwirksam machen werden.
  • Die Controller-Technik von NAND-Speichermodulen macht den entscheidenden Unterschied zwischen den Produkten von Herstellern von SLC- und MLC-Zellen aus.
  • Hybrid-Festplatten (H-HDD) haben enormes Potenzial. Die zweite Generation ist wirkungsvoller und in manchen Fällen schneller als die Solid State Disk (SSD).
  • Die Festplatte an sich bleibt uns noch viele Jahre erhalten. Absehbar ist allerdings auch, dass mit zunehmendem Preisverfall immer mehr Geräte mit SSDs und H-HDDs ausgestattet werden.

Labor und Praxis lassen sich nicht vergleichen

IDC hat bei seiner Analyse versucht, eine möglichst realistische Umgebung nachzustellen, damit die Messwerte, anders als im Labortest, auch von Anwendern nachvollziehbar sind. Ein überraschendes Ergebnis ist sicherlich, dass die Performance-Messunterschiede von HDDs, SDDs und H-HDDs in der Praxis sehr gering ausfallen. Um hier zu besseren Ergebnissen zu kommen, darf die Storage-Industrie nicht einfach die Medien austauschen, sondern muss spezifische Optimierungen an Betriebssystem, BIOS und Anwendungen vornehmen.

Performance ist kein Entscheidungskriterium

Obwohl in der Werbung immer von besseren I/O-Werten von Single Level Cells (SLC) verglichen mit Multi Level Cells zu lesen ist, hat IDC anderes festgestellt. Die aktuelle Controller-Generation für MLC-SSDs bringt bessere Performance-Werte als SLC-SSDs. Halbleiterfestplatten sollten, so die Empfehlung von IDC, nicht allein wegen der angeblichen Lese-Beschleunigung gekauft werden.

Wer Wert auf Robustheit und auf geringen Stromverbrauch angewiesen ist, ist mit der SSD gut bedient. Über die Hybrid-Festplatte lässt sich noch kein abschließendes Urteil fällen. Kritisch ist hier auch weiterhin die Anwendungsoptimierung, die Vorteile aus der nächsten Generation ziehen könnte. Und nicht zuletzt wird der Preis entscheidend sein, welcher Technik die Systemintegratoren den Vorzug geben.

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