Wem könnte der „Tod“ der Backup-Technik nützen?

Die Tape-Sicherung hat noch lange nicht ausgedient

18.06.2010 | Autor / Redakteur: Hans-Günter Börgmann, Iron Mountain Deutschland / Rainer Graefen

Das Ende der Tapes schien schon seit Jahren sicher, doch bekanntlich leben Totgesagte länger. Wer heute einen zweiten Blick auf die Tape-Sicherung wirft, wird überrascht sein, wie lebendig der Markt für diese Datenträger tatsächlich ist. Viele Unternehmen setzen immer häufiger auf Bandsicherung, obwohl oder gerade weil sich ihre Nutzung im Laufe der Jahre verändert hat.

Die Magnetband-Technik hat in den letzten 50 Jahren einen weiten Weg zurückgelegt. Offene 10,5-Zoll-Spulenbänder entwickelten sich zu Viertel-Zoll-Kassetten und diese dienten wiederum als Wegbereiter für virtualisierte Storage-Umgebungen.

Erstaunlicherweise reißen die Debatten über Tape-Technik nicht ab. Viele Disk-Fans sind gar der Meinung, dass Tapes, Cartridges und Kassetten in eine verstaubte Box auf den Dachboden gehören. Nichtsdestotrotz entscheiden sich immer noch rund 90 Prozent der Unternehmen für Tapes als Backup-Medium schlechthin, so eine Umfrage von Gartner aus dem Jahre 2008. Aber warum?

Der Hase und der Igel

Zunächst konnte die Bandtechnologie mit den sich schnell wandelnden Storage-Anforderungen Schritt halten. Moderne Tape-Formate fassen heutzutage bis zu 1,6 Terabytes an Daten, was sie zu einer kosteneffizienten Alternative bei tragbaren Speichermedien macht.

Die Nachfrage nach Tapes steigt, so nahm der Verkauf von Bandlaufwerken mit LTO-Technik (Linear Tape Open) 2007 um 15 Prozent und der Verkauf von LTO-Kassetten im Jahr 2008 um 10 Prozent zu. Führende Hersteller wie Fuji, HP und IBM investieren weiterhin, um die Band-Technologie auf dem aktuellen Stand zu halten.

Greifbarer Datenbestand

Für Daten, die auf keinen Fall verloren gehen sollten, stellen analoge Backup-Datenträger eine komfortable Lösung dar. Tapes stehen für etwas Physisches in einer virtuellen Welt – man kann die Daten darauf sehen, sie berühren und sich so versichern, dass sie tatsächlich da sind.

Bänder sind im Falle einer Störung zudem einfach aus einem Rechenzentrum mitzunehmen und an einem anderen Standort einzuspielen. Sie sorgen damit für die erforderliche Business Continuity.

Es scheint, dass diese Art eines physischen Speichers das menschliche Bedürfnis nach sichtbarer Sicherheit erfüllt. Daher bezeichnen viele Unternehmen Tapes als eine Art Sprungtuch für den Notfall.

Dieser psychologische Aspekt liefert eine fundierte Begründung für die anhaltende Erfolgsgeschichte der Tapes. Die Datenträger begleiten IT-Verantwortliche seit jeher; man benötigt weder neue Hardware noch neue Schulungen – und sie funktionieren.

Tapes sind zudem einmalig, was ihre Kosteneffizienz betrifft: Ein Terabyte dieses Datenträgers kostet in der Speicherung nichts. Ob Tape oder digitaler Speicher – beide Formate haben ihre besonderen Reize, weshalb sie für viele Unternehmen sich ergänzende Technologien darstellen.

Die Krux ist, dass die größten Stärken von Tapes gleichzeitig deren größte Schwachstellen sind. So werden ihre Eigenschaften wie Langlebigkeit und Stabilität fatalerweise oft mit Unverwüstlichkeit gleichgesetzt, doch auch Tapes sind nicht unzerstörbar.

Dass sie ein tragbares Speichermedium sind und damit leicht abhanden kommen können, macht sie gerade deswegen zu einem Risikofaktor.

weiter mit: Die Lagerhaltung macht den Unterschied

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