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Wer im Rechenzentrum Strom sparen will, muss größere bauen Die Wärmeabfuhr wird wichtiger als die Rechenleistung

Autor / Redakteur: Bernd Schöne / Rainer Graefen

Kommt die Schrottprämie für den Serverpark der Unternehmen? CTO Dr. Joseph Reger spekuliert über eine Revolution im Rechenzentrum. Angesagt sind neue Rechner in smarter Verpackung. Bezahlen kann sie noch keiner.

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Dr. Joseph Reger, Chief Technology Officer bei Fujitsu
Dr. Joseph Reger, Chief Technology Officer bei Fujitsu
( Archiv: Vogel Business Media )

Wenn Evolution nicht mehr ausreicht, ist Revolution angesagt. Wo heute noch stromfressende Rechenmonster stehen, sollen im Jahr 2015 hochvirtualisierte, „grüne“ Serverparks Dienst tun, und die CO2-Bilanz aufblühen lassen.

Eine Mischung aus hehren Zielen, Wunschdenken und ersten Umsetzungsideen präsentierte Fujitsu CTO Dr. Joseph Reger auf der Hausmesse „Visit“ im Kongresszentrum ICM, gleich neben der Messe München, wo früher die Systems Hof hielt.

Die Stromkosten werden Bestandteil des IT-Budgets

Auf der Visit gab es nicht nur mehr IT und Rechner zu sehen, als in manchen Cebit Hallen, sondern auch mehr Einblicke in die Zukunft der Informationstechnologien. Und hier ist es dringend nötig, in neue Dimensionen vorzustoßen, glaubt Fujitsus CTO.

„Was wir bislang getan haben, ist nicht mehr gut genug, wenn man es unter den Aspekten Umwelt und Nachhaltigkeit betrachtet“, erläutert Dr. Joseph Reger, „die Kosten für den Unterhalt eines Rechenzentrums müssen trotzdem nach unten gehen, und zwar drastisch.“

Spätestens seit der jüngsten Energiekrise schlagen den Kunden die Kosten für die Kühlleistung derart heftig auf die Brieftasche, dass sie dringlich nach Änderungen rufen. Die entspannten Zeiten, als der Energieverbrauch nicht dem IT-Budget zugeschlagen wurde, ist bei den meisten Firmen vorbei.

Neuanschaffungen nur noch bei Abwärme-Reduktion

Neben der Rechenleistung produziert ein Computer vor allem eines: Wärme. Das hat die Hersteller bislang wenig gekümmert, gab es doch zu ihren Angeboten keine Alternative. Das hat sich nicht geändert. Wohl aber die Auftragslage.

Die Kühltechnik ist am Anschlag. In vielen großen Rechenzentren darf nichts mehr rein, was noch mehr Wärme produziert. Das leert die Auftragsbücher der Hersteller. Handlungsbedarf ist angesagt. Das Hauptproblem ist also erkannt.

Sie kostet die Betreiber gleich dreifach. Zum einen als Verbrauch der Server selbst, dann als in Form zusätzlicher Stromkosten um die Hitze wieder aus den Racks ins Rechenzentrum zu leiten, und schließlich für die Gebäudekühlung.

Das magische Drittel

Aus einem Kilowatt für den Server werden so auf der Stromrechnung drei. Nach 24 Monaten summieren sich die Stromkosten eines herkömmlichen Servers auf dem Niveau seiner Investitionskosten.

„Die Betriebskosten müssen runter“, drängt CTO Reger, „und zwar nicht um ein Drittel, sondern auf ein Drittel.“ Das sportliche Ziel ist mit heutiger Technik nicht zu erreichen, das weiß auch der CTO von Fujitsu, aber es gibt Ansätze, die in die richtige Richtung weisen.

„Es wird viele einzelne Verbesserungen geben, aber was wir vor allem brauchen, ist ein umfassendes Konzept, das alle Einsparmöglichkeiten umfasst. „Im Mittelpunkt der Überlegungen steht dabei nicht die eigentliche Rechenmaschine, sondern ihr Umfeld.

weiter mit: Rechenzentren sollten besser in Alaska stehen als in Kalifornien

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