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World Backup Day 2026 Digitale Souveränität auch für Backups und Notfallpläne

Ein Gastkommentar von Sebastian Scheele, CEO und Mitbegründer von Kubermatic 2 min Lesedauer

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Zum heutigen World Backup Day 2026 erläutert Sebastian Scheele von Kubermatic, was passiert, wenn beim Cloud-Speichern eine Region nicht mehr verfügbar ist und der Anbieter die Nutzer zum spontanen „Umzug“ auffordert – und welche Lehren Unternehmen daraus ziehen sollten.

„Die vergangenen Wochen haben uns wieder einmal vor Augen geführt, dass die Infrastrukturplanung mehr als nur Verfügbarkeits-SLAs berücksichtigen muss.“ – Sebastian Scheele, Kubermatic.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
„Die vergangenen Wochen haben uns wieder einmal vor Augen geführt, dass die Infrastrukturplanung mehr als nur Verfügbarkeits-SLAs berücksichtigen muss.“ – Sebastian Scheele, Kubermatic.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Die AWS-Rechenzentren im Nahen Osten waren vor wenigen Woche urplötzlich offline. Zwei von drei Verfügbarkeitszonen in me-central-1 waren betroffen. 109 Dienste waren beeinträchtigt. Banken, Fahrdienst-Apps, KI-Plattformen – alle waren nicht erreichbar. Daraufhin riet AWS seinen Kunden dringend, Workloads in alternative Regionen zu migrieren. Viele fragten sich daraufhin: Die alternativen Regionen? Irland, Virginia, Singapur?

Und genau hier liegt das Problem. Saudi-Arabiens Datenschutzgesetz (PDPL) verbietet die Übermittlung personenbezogener Daten außerhalb des Königreichs ohne Genehmigung. Die Bankenaufsicht der VAE schreibt vor, dass Finanzdaten innerhalb der Landesgrenzen verbleiben müssen. Das Datenschutzgesetz von Bahrain verlangt eine ausdrückliche Einwilligung für grenzüberschreitende Datenübermittlungen.

Sebastian Scheele, CEO und Mitbegründer von Kubermatic.(Bild:  Kubermatic)
Sebastian Scheele, CEO und Mitbegründer von Kubermatic.
(Bild: Kubermatic)

Ein CTO einer Regionalbank stand somit vor der Wahl: Offline bleiben und Millionen pro Stunde verlieren oder in eine andere Region migrieren, den Dienst wiederherstellen und dabei riskieren, gegen die Anforderungen an den Datenspeicherort zu verstoßen.

Diese Lücke schließen die meisten Souveränitätsrahmenwerke nicht. NIS-2, PDPL, DIFC, ADGM – sie alle definieren, wo Daten im Normalbetrieb gespeichert werden müssen. Keine dieser Lösungen definiert, was passiert, wenn eine Region nicht mehr verfügbar ist und der Anbieter die Nutzer zum spontanen „Umzug“ auffordert. Liegt das Backup in der Cloud, so stellt sich die gleiche Frage.

Drei architektonische Lehren daraus sollten Unternehmen daraus ziehen:

  • Ein Multi-AZ-Ansatz (Multi-Availability-Zone) bietet Ausfallsicherheit gegen Hardwareausfälle, nicht aber gegen regionale Störungen. Fällt eine ganze Region aus, sind auch ihre drei Verfügbarkeitszonen betroffen. Die Notfallplanung muss Szenarien jenseits von Infrastrukturausfällen berücksichtigen.
  • Datensouveränität ist eine Architekturentscheidung, nicht nur eine Compliance-Anforderung. Hängt die Souveränitätsstrategie ausschließlich von einem einzigen Anbieter in einer einzigen Region ab, entsteht ein Single Point of Failure. Multi-Region- und Multi-Cloud-Architekturen sind zwar betrieblich anspruchsvoller, aber die einzigen, die einen regionalen Ausfall überstehen, ohne gegen Compliance-Vorgaben zu verstoßen.
  • Jede Organisation, die Workloads in einer einzigen Cloud-Region betreibt – oder auf Backups in der Cloud setzt –, sollte eine dokumentierte Antwort auf folgende Frage haben: Was ist mein Plan, wenn mein Anbieter mich auffordert, diese Region zu verlassen?

Die Cloud war nie unsichtbar. Sie bestand schon immer aus Beton, Silizium und Kupfer in einem Gebäude mit einer Adresse. Die vergangenen Wochen haben uns wieder einmal vor Augen geführt, dass die Infrastrukturplanung mehr als nur Verfügbarkeits-SLAs berücksichtigen muss.

Es ist nun an der Zeit das Thema „Souveränität“ auch im Zusammenhang mit Backups und Notfallplänen zu durchdenken!

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