Lahmende Umsetzung

Ein Drittel aller EU-Unternehmen ist nicht DSGVO-konform

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Dr. Jürgen Ehneß

Die Einführung der DSGVO zeigt verschiedene Effekte auf Europas Wirtschaft.
Die Einführung der DSGVO zeigt verschiedene Effekte auf Europas Wirtschaft. (Bild: Screenshot / RSM)

Eine aktuelle Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RSM zeigt, dass fast ein Drittel (30 Prozent) aller europäischen Unternehmen immer noch nicht die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umgesetzt hat.

Obwohl die DSGVO bereits vor mehr als einem Jahr in Kraft getreten ist, halten nach eigenen Angaben nur 57 Prozent der europäischen Unternehmen die entsprechenden Vorgaben ein. 13 Prozent der Firmen sind sich diesbezüglich unsicher. Laut der Umfrage schwächeln vor allem mittelständische Unternehmen in dieser Hinsicht.

Die Wirtschaftsprüfer von RSM sehen hierfür verschiedene Ursachen: So verstünden mehr als ein Drittel (38 Prozent) der noch immer gegen die DSGVO verstoßenden Unternehmen nicht, wann eine Zustimmung zur Aufbewahrung und Verarbeitung von Daten erforderlich sei. 35 Prozent seien unsicher, wie sie die Verwendung personenbezogener Daten durch ihre Mitarbeiter überwachen sollen. Weitere 34 Prozent kennten die erforderlichen Verfahren nicht, um DSGVO-konforme Verträge mit Drittanbietern zu schließen.

Sicherheit profitiert dennoch

Trotz der noch lahmenden Umsetzung der Datenschutzregeln verzeichnen die Wirtschaftsprüfer eine positive Wirkung auf die Cybersicherheit in der EU. 62 Prozent der Unternehmen hätten in diesem Bereich ihre Investitionen erhöht. Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Firmen seien durch die DSGVO motiviert worden, ihren Umgang mit Kundendaten zu verbessern. Allerdings verfügten immer noch 21 Prozent der Unternehmen über keine eigene Cybersicherheitsstrategie.

„Angesichts des großen Drucks und der komplexen Anforderungen haben wir bei den Unternehmen im vergangenen Jahr eine gewisse DSGVO-Müdigkeit festgestellt. Die mittelständischen Unternehmen waren von den Informationen der Presse, der Branchenverbände und der Interessengruppen überwältigt. Viele Organisationen gaben deshalb auf und sind zu der alten Vorgehensweise zurückgekehrt“, erklärt Steven Snaith, Technology Risk Assurance Partner von RSM Großbritannien.

„Gerade in Deutschland hat Datenschutz eine besonders hohe Priorität. Nicht nur beim Gesetzgeber und in der Administration, sondern auch direkt beim Kunden. Sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich. Trotz der hohen Komplexität des Themas sollte sich der Mittelstand deshalb proaktiv dem Thema stellen und aus der Not der Veränderung eine Tugend machen: nämlich sich mit der eigenen DSGVO-Konformität einen Wettbewerbsvorsprung zu verschaffen – vielleicht sogar auf internationalem Parkett“, ergänzt Gregor Strobl, Co-Head of Risk Advisory Services (RAS) von RSM Risk Consulting Germany.

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