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3Par ist für HP enorm wichtig

Bild 2: „Isilon ist für EMC deshalb interessant, weil das Startup stark ist im Media-Geschäft mit großen Dateien, wo schnelle Antwortzeiten gefragt sind.“
Ob die Übernahme von 3Par für die Rekordsumme von 2,35 Milliarden Dollar für HP wirklich ein Gewinn sein wird, bleibt abzuwarten. „HP hat mit dem Kaufpreis übertrieben und zudem die Preise ruiniert“, glaubt Josh Krischer.
Der Ex-Gartner-Analyst findet bei 3Par keine bahnbrechend neue Technik, die diesen hohen Kaufpreis rechtfertigen würde. Allerdings musste HP etwas gegen die schleichende Marktverdrängung unternehmen: Während die Mitbewerber mit zweistelligen Wachstumsraten aufwarten, brachte es HP im dritten Quartal 2010 laut Gartner nur auf ein Wachstum von 4,1 Prozent im Jahresvergleich.
EMC steigerte sich um 25,9 Prozent, NetApp gar um knapp 55 Prozent. Trotzdem gibt sich auch Consultant Weith ratlos ob der hohen Investition: „Wenn es HP um die Funktion des Thin Provisionings geht, hätte man sich vielleicht mit der Übernahme von Pillar Geld sparen können.“
Thin Provisioning, Chunklets und schneller Rebuild
Allgemein wird diese Funktionalität beziehungsweise 3Pars Knowhow darüber als wichtigstes Kriterium für den Kauf angesehen. Außerdem lieferte die Company als einer der ersten ein funktionierendes System mit Speichervirtualisierung aus, das neben der damals völlig neuen Funktion des Thin Provisioning auch das „wide striping“ bot, also die Verteilung der Nutzdaten über viele Festplatten.
Diese Funktionen zusammen mit der „Chunklet“-Technik, die unter anderem den Rebuild einer Raid-Gruppe beschleunigt, machte die 3Par-Speicher im Fehlerfall schneller wieder hochverfügbar.
Gartner bescheinigt der Architektur, dass sie „funktionsreich, grün und einfach zu verwalten“ sei und „gediegene Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Leistung“ mitbringe.
Was wird aus dem EVA?
Jetzt stellt sich die Frage, wo HP die neue Produktlinie in das bestehende Portfolio einsortieren wird. Das Highend belegen die von HDS entwickelten „XP“-Arrays als OEM-Ware.
Im mittleren Segment konzentriert sich seit Jahren alles um das hauseigene, ehemals von Compaq entwickelte Enterprise Virtual Array (EVA). Durch die Übernahme von Lefthand hat HP nun zusätzlich Speicher-Cluster im Angebot, die als SAN-Lösungen und Konsolidierungsplattformen „P4000“ vermarktet werden.
Zwischen EVA und den P4000-Systemen bestehen bereits im unteren Leistungsbereich Überlappungen. Die 3Par-Produkte decken jetzt auch im oberen Segment das EVA-Angebot ab. Es ist als wollte HP den Leistungsbereich der EVA mit Lefthand- und 3Par-Produkten spiegeln.
Für Consultant Weith stellt 3Par zwar keinen Ersatz für die EVA dar, da die zugekauften Systeme leistungsmäßig über dem EVA und unterhalb der Top-Linie P9500 lägen.
Entwicklungstechnische Konsolidierung erforderlich
Seiner Meinung nach hat die EVA aber „einen Refresh dringend nötig“. Daran führt kein Weg vorbei, wenn man die EVA-Kunden aufgrund eines schlechteren Funktionsumfang nicht an die anderen Produktlinie verlieren will.
Doch auch die Neuerwerbung muss an moderne Technik angepasst werden. Beispielsweise ist die interne 3Par-Architektur von den auslaufenden Fibre-Channel-Disks auf dienheute üblichen SAS-Platten umzurüsten.
Grundsätzlich sehen die Verantwortlichen bei HP Bedarf für di nun vertriebenen sechs Produktlinien. Insbesonder steht man hinter der Eigenentwicklung EVA, die über Jahre hinweg gepflegt eine größere Anwenderschar gefunden hat.
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