Positionskämpfe im weltweiten Speichermarkt

EMC, HP und Dell streiten sich um ihr Speicherranking

08.04.2011 | Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Rainer Graefen

In der Speicherbranche sind Übernahmen, die mehrere Milliarden Euro kosten, keine Seltenheit.
In der Speicherbranche sind Übernahmen, die mehrere Milliarden Euro kosten, keine Seltenheit.

Rund 5,5 Milliarden US-Dollar gaben die IT-Schwergewichte HP, EMC und Dell im vergangenen Jahr aus, um sich durch drei spektakuläre Firmenübernahmen Speichertechnologie einzukaufen.

Rund 5,5 Milliarden US-Dollar gaben die IT-Schwergewichte HP, EMC und Dell im vergangenen Jahr aus, um sich durch drei spektakuläre Firmenübernahmen Speichertechnologie einzukaufen. Vorerst bleibt alles beim Alten.

Die übernommenen Firmen 3Par (HP zahlte 2,4 Mrd. US-Dollar), Isilon (EMC machte 2,25 Mrd. US-Dollar locker) und Compellent (ging für 960 Mill. US-Dollar an Dell) sollen für die neuen Mütter vor allem das Geschäft mit Midrange-Speichern stärken.

„Technologisch rechnen sich die Kaufpreise nicht“, beurteilt Dr. Wolfgang Weith, technischer IT-Consultant aus Bayreuth, die hohen Kosten für die Übernahme von 3Par, Isilon und Compellent. Jede der Käuferfirmen habe über die zugekaufte Technik in irgendeiner Form bereits verfügt.

Zukünftiges Marktpotenzial gekauft

Wenn fehlende Technik nicht als Investitionsgrund taugt, sind es vielleicht die lukrative Kundenbasis oder Marktmacht, die die Töchter mitbringen. 3Par hatte vor der Übernahme durch HP im zweiten Quartal 2010 laut IDC-Marktforschung einen Anteil von 0,58 Prozent im Markt für externe Disk-Arrays.

Compellent bringt es auf rund 2000 bis 2500 Kunden weltweit und einen Umsatz von gut 125 Millionen Dollar im Jahr 2009. Isilon erzielte in den neun Monaten bis zur Übernahme durch EMC einen Umsatz in Höhe von knapp 140 Millionen Dollar.

Zum Vergleich: Die neue Mutter EMC verkaufte allein im dritten Quartal 2010 Speicher für das das Zehnfache.

Der Ober sticht den Unter

Senior Berater Wolfgang Weith, Geschäftsführer bei infotouch
Senior Berater Wolfgang Weith, Geschäftsführer bei infotouch

Bild 1: „Heutzutage muss ein Anbieter schnell Technologiezyklen abgreifen müssen.“

Wenn nicht technische Gründe für eine Übernahme sprechen und auch nicht die Marktposition, was ist es dann? „Es geht schon auch darum: wenn ich es jetzt nicht kaufe, gerät es in die falschen Hände“, vermutet Consultant Weith.

Der Konkurrenz gönnt man natürlich nichts und schlägt vielleicht auch dann zu, wenn sich der Kauf nicht als Schnäppchen realisieren lässt. Unternehmensbosse lassen dann schon mal gerne die Muskeln spielen.

Die Bieterschlacht zwischen EMC und Netapp um Data Domain aus dem Jahr 2009 ist dafür ein gutes Beispiel genau wie die um 3Par vom vergangenen Sommer: Anfänglich glaubte sich Dell der Beute sicher, bis Schwergewicht HP in den Ring stieg.

Der Speicherbedarf wächst

Manch einer vermutete da allerdings schon, dass HP nur deshalb mitzockte, um von den negativen Schlagzeilen des angeschlagenen Firmenchefs Mark Hurt abzulenken.

Aber auch die Aussichten im Geschäft mit Speicher wecken Begehrlichkeiten: Nach Einbrüchen im Jahr 2009 stiegen die Umsatzzahlen im vergangenen Jahr im zweistelligen Bereich. Die Anwenderunternehmen müssen ihre Datenberge irgendwo ablegen und können jetzt nach überstandener Talfahrt endlich investieren.

Allein im dritten Quartal 2010 steigerte sich der ausgelieferte Speicherplatz um mehr als 60 Prozent - bei allerdings sinkenden Preisen je geliefertem Terabyte. Am neuerlichen Boom will jeder Anbieter partizipieren und das auf möglichst breiter Front.

weiter mit: HP bezahlt hohen Preis

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